Dienstag dcn 2. April.
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UnterhaltungsbLaLt MM Gießener Anzeiger (General-Anzeiger).
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Wismarckfeier in Hießen am 31. Wärz 1895 Von Ar. Wüchner. --------------------- ^4'.--------------------
Zu hehrer Feier sind wir hier vereint, In deutscher Treue schauen wir empor Zum Manne, der das Vaterland geeint; Ein kühner Held, den Gott dazu erkor. Mit starker Hand und eisenfcstem Willen Das heiße Sehnen der Nation zu stillen: „Es möge kommen ein einiges Deutsches Reich!"
Seid eingedenk, wie in vergang'nen Zeiten So vieler edler Sänget Lied erklang, Für's Vaterland, das thenere, zu streiten, Die Macht zu brechen, die's in Fesseln zwang. Jünglinge, Männer haben d'rum gestritten, Gestritten nicht allein, — auch schwer gelitten, „Daß kommen sollt' ein einiges Deutsches Reich."
Umsonst! Erst als die Zeit erfüllet war, Da ward der Vorzeit schöner Traum zur That. Der Mann, von Gott erwählt, erkannte klar: „Deutschland zu einigen" gibt's nur Einen Rath! Richt helfen Worte, nicht der Rath der Weisen, Nur helfen kann: „die Schlacht mit Blut und Eisen", „Wenn kommen soll ein einiges Deutsches Reich."
Er hat's gewagt! Und seinem Geist verwandt Ein König, von derselben Lieb' entfacht, Zu schaffen uns ein einig Vaterland, Zog aus mit seinem Heer zur blutigen Schlacht. Was uns getrennt, das mußte „unterliegen", „Sonst könnt' nicht kommen das einige Deutsche Reich."
Da fing es an zu werden! Morgcnroth Beginnt zu glühen und der Tag bricht an! In allen Herzen heiliges Feuer loht, Die Hoffnung sieht, „was werden muß", sich nah'n. Sie eilt voraus, schaut in der Zukunft schon Den edlen Kaiser auf erhab'nem Thron „Und mit ihm kommen das einige Deutsche Reich."
Noch einmal muß in heißem, schwerem Ringen y . Der treue König mit vereintem Heer
Den alten Erbfeind unsres Reichs bezwingen, Da ward erkannt die Kraft „vereinter Wehr". Viel edles Blut ward in dem Kampf vergossen, Viel Thränen um die Tobten sind geflossen, „So sollte kommen das einige Deutsche Reich."
Der seines Volkes Geist verstand, — dem Mann, Den's mächtig trieb, ein einig' Reich zu bauen, Als Friede war, da ward ihm angelhan Viel Ehre, die er lange durfte schauen: Als Kanzler ordnet er das neue Reich, An Kraft und Weisheit war ihm Kcimr gleich. „Da wurde stark das einige Deutsche Reich."
Ms er nun abtrat von der hohen Stelle, Was für ein Lohn ist ihm zu Theil geworden? Versank er, wie des Stromes flüchtige Welle? Mich däucht: „Dir ward der schönste aller Orden", Dir ward: die Liebe Deines Volks zu Deiner Zeit, Die dauern wird in alle Ewigkeit, „So lange währt das einige Deutsche Reich." „Erhalt' die Liebe, Gott, zum Vaterland Auch uns'ren Herzen; stark die Treue werde!" Laß uns gedenken, daß ein heiliges Band Uns All' umschlingt — die Kinder deutscher Erde: Wenn sie als der Vorfahren treue Erben Bereit sind, auch für's Vaterland zu sterben, „Dann wird bestehen das einige Deutsche Reich."
Dem deutschen Mann, der dieses Reich begründet, Der hochgeehrt nun alt wird achtzig Jahr', Ein treues Volk int Festschmuck heut' verkündet, Was Er ihm ist, was Er ihm war.
„Gott sei mit Dir und seinen Segen spende „Er Dir allzeit bis an des Lebens Ende!" „So segne Gott auch unser Deutsches Reich!"


