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K-ineinnütziges.
Die Krankenstube muß oft plötzlich und unerwartet im Hause eingerichtet werden, und nicht immer ist aller dazu Nötige gleich vorhanden, so z. B. ein practischer und gute, Nachtlicht. Ein solches ist leicht und schnell in folgender Weise herzurichten. Man nehme irgend ein beliebiges Licht» endchen, etwa einen halben Finger lang, und ein kleines Wasserglas, das man ungefähr zu s/4 seiner Höhe mit Wasser füllt. Alsdann beschwert man das Lichtende, indem man einen Nagel von unten hineintreibt, der den Stumps in gerader Haltung ausrecht stehend erhält, wenn man ihn in das Wasser taucht, natürlich muß das Lichtende stets etwa 1 Een« timeter hoch über das Wasser hinausragen. Hat man das Glas, also die eigentliche Lampe fertig, so nimmt man vielleicht eine runde Kragenschachtel aus Pappe, groß genug, um das Glas bequem aufzunehmen, und befestigt daran vorn ein Blatt farbiges Papier, das höher stehen muß als das Glas und so einen breiten Schatten wirft, besonders auf das Krankenlager, während das dahinter brennende Licht den übrigen Theil der Stube so genügend erhellt, daß die Wachenden dabei lesen oder arbeiten können, was das Munterbleiben sehr erleichtert- Wer in seiner Kinderstube beständig ein Nachtlicht liebt, sollte alle Lichtstümpfchen zu diesem Zwecke sammeln.
Die „früheste Frühkartoffel." Wie im vorigen Jahre ein vom „Praktischen Rathgeber im Obst« und Gartenbau" angestellte, „Preisausschreiben" erwiesen hat, und wie auch andere Versuche gezeigt haben, hat sich die „Sechswochenkartoffel" oder „Sechswochennierenkartoffel" am besten als Frühkartoffel bewährt, weil sie schon Ende Mai oder Anfang Juni zur Reife gelangt und trotzdem einen vorzüglichen Geschmack besitzt. Nun wird zwar diese Kartoffelsorte wohl angebaut, aber sie findet stch nur selten noch rein vor. So ließ vor drei Jahren der „Practische Rathgeber" von 26 verschiedenen Quellen, darunter auch 18 größere Handelrgärtnereien, Saaten kommen, aber nur drei hatten noch ganz rein die echte Sechswochenkartoffel. Es empfiehlt stch daher, diese Frühkartoffel echt zu kaufen- Den Centner echtes Saatgut der Sechswochenkartoffel verkauft z. B. der „Practtsche Rathgeber" in Frankfurt a. O. mit 20 Maik. Ein 5 Kilopacket kostet, einschließlich Verpackung und Porto, 3 Mark. Hervor« gehoben muß aber werden, daß die Sechiwochenkartoffel sich nicht zum Feldbau, sondern nur zum Gartenbau eignet.
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Billige Speckeierkuchen. Zwei ganze Eier quirlt man gehörig, und fügt nach und nach 1 Liter Flüssigkeit hinzu, welche aus einer Mischung von Milch, Rahm, Dünnbier und Wasser besteht; alle Reste kommen dabei zur Verwendung. Zu diesem gibt man, immer quirlend, 12 btr 15 Eßlöffel Weizenmehl, Zucker und Salz. Würflig geschnittener Speck wird in etwas Schweineschmalz angebraten, von diesem Fett nimmt man zum Backen jedes Eierkuchens ein Löffelchen in die Pfanne. Ein wenig Teig wird nun aufgefüllt, welcher von beiden Seiten schön kroß gebacken wird. Die Eierkuchen werden mit Zucker bestreut und warm verzehrt.
V-riimchtes.
Aus den Aufsatzheften der Schüler.
ßZDer Löwe schwedelte mit dem Schweife. — Unter den Hühnereiern einer Bruthenne hatte eine Bäuerin auch ein Entenei gelegt. — Ich könnte noch vieles Schöne vom Herbst sagen, aber der Winter ist schon da. — Man that den Löwen in einen Kafich; dieser wüthend, zerbrach die Stäbe. — Die Uhren bildeten stch in Frankreich und England aus. —
Ein Kirschkern scheint nur ein werthlose» Ding und doch läßt sich ein großer Aussatz daraus machen. — Millionen Mensche« nähren sich von Kleidung (Anfertigung der Kleidung). - Wenn Jemand von einer Kreuzotter gebissen wird, sauge man dieselbe aus. — Zur Hochzeit war jung und alt geladen und wurde gekocht und gebraten. — Seine Mutter war gottesfürchterlich. — Brief eines Mädchens. Liebe Eltern! Ich bin noch nicht verheirathet und lebe in Frieden und Hoffs es wird bei Euch auch so sein. — Die Frösche pflanzen stch durch ihre Leichen fort (Laich). — Eine Mutter ernährte sich und ihren Sohn mit Spinnen (durch da» Spinnen). — Nach mehrjährigem Friedensstande verheirathets sich Maximilian wieder. — Der Hahn nährt sich von Brod, Erdäpfeln, Würmern und anderer menschlicher Nahrung. — Nebst dem Kinde sind auch zwei ausgewachsene (erwachsene) Personen auf dem Bilde zu sehen. — Da stutzte er seine Ohren (er spitzte die Ohren, er stutzte). — Auf einer matten Wiese. (Auf Wiesen und Matten). — Die Gefahr war unabschreiblich. — Die giftfreien Schlangen werden durch Umarmung ge- fährlich. — Der Sockel borstete (barst). — Im Rathhause verrathen (berathen) stch die Menschen. — Der Apfelbaum wird jetzt in vielen Spielkarten (Arten) gezogen. (Aus der „Wiener Kinder-Mode." Gratisbeilage der „Wiener Mode", Heft 11). ,
Aus den Fliegenden Blättern. Aus bei Literaturstunde. Ein Lehrer läßt in der Schule d« Gedicht „Ritter Toggenburg" lesen. Bei der Stelle: Uni ein Jahr hat er's getragen, Trägt'» nicht länger mehr, frägi er den kleinen Moritz: „Was meint der Dichter damit?" — Moritz: „E'HemdI" — Fataler Druckfehler. Mehrers Damen verloren AngeflchtS der drohenden Gefahr den Zop/, — A n t i c i p i r t. Führer: „Dieser Baum, meine Herrschaften, wurde gerade hundert Jahre vor der Entdeckung Amerika» gepflanzt!" — Dame: „Ach, wohl zum Andenken?" - Kleines Mißverständnis Gast (der einen Toast aus die Damen ausbringt): „ . . Ja, meine Herren, die Frau allein ist es, die ein Heim schaffen kann!" — Herr (zu seinem schwerhörigen Nachbarn): „Was hat er eben gesagt?" — Nachbar: „Nur die Frau wär' es, die Einen heim schaffe« könnt'!" — Au» Erfahrung. A.: Bitte, Herr Professor wie sagt man richtig: bekommt oder bekömmt? Meine FM sagt immer bekömmt!" — Professor: „Na, dann rathe ich Ihnen, ebenfalls bekömmt zu sagen!" — Moderne Annonce. Habe heute meine ärztliche Praxis hier eröffnet; der erste Patient erhält eine goldene Uhr mit Kette. Dr. Ernst Pauxerl, pract- Arzt. — Schusterbuben-Witz. Taverl (auf eine« Sträfling zeigend, der von einem Gendarmen tranrportiri wird): „Sieh 'mal, August, das Muster ist gesetzlich geschützt!' — Ueberflüssig. A.: „ . . - So, so, der reiche Bankier ist Ihr Onkel! Da haben Sie gewiß viel Schulden?" - B.: „Nein — gar keine!" — A.: „Was thun Sie aber dann mit einem so reichen Onkel?" — Verschnappt. 3« einer Landgemeinde wird ein Fischwa sser wieder verpachte! Der frühere Pächter, ein Herr aus der Stadt, findet di bisherige Summe von zwanzig Mark zu hoch. „Was* bti soll zu viel sein?" ruft der Bürgermeister. „Da» fang' ich ja alle Jahr' heraus und zahl' gar nichts!" — Empfehlung, Alpentourist (zum Wirth, der ihm einen Führer besorgt haft „Ist der Mann auch umsichtig und gewandt?" — Wirth: „Dees glaub i! Zwölf Touristen fan ihm schon abgestürzh und imma is' er guat davon'koma." — Im Restaurant. „Warum können Sie nur mehr so selten, Herr Assessor? — Ja, wissen Sie, Herr Wirth, bei Ihnen kann man nicht speisen! Sobald man einen Bissen genommen, kann maii nicht weiter essen!" — „Aber warum denn?" — „Weil dann nichts mehr auf dem Teller ist!" — Gemüthlich- Gerichtsvollzieher (eine Pfändung vornehmend): „Wessen Sie was, ich denk' wir sagen jetzt „Du" zu einander; — W komm doch schon lang genug ins Haus l"
Redaktion: A. Gcheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Lhr. Pietsch) in Gießen.


