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Zucker eingekocht und geschäumt. Die Masse wird heiß in Häfen gefüllt, welche mit Pergamentpapier zu verbinden und an trockenem Orte aufzubewahren sind. — Zum Einmachen ganzer Brombeeren nimmt man zu % Kilo geputzte« Beeren % Kilo geläuterten Zucker, läßt das Ganze ein wenig auf' kochen, nimmt die Beeren, damit sie nicht verkochen, wieder heraus, und läßt die Flüssigkeit um i/i einkochen. Sind die Beeren wieder in die Flüssigkeit gethan und das Ganze nochmals aufgekocht, so werden sie nach dem Erkalten in Gläser gefüllt und gut aufgehoben. — Brombeer-Essig. Die Beeren werden in einem Holzbottich zerstampft und mit so viel lauwarmem Wasser übergossen, daß die Masse gut gedeckt ist. Dieselbe bleibt 10 bis 14 Tage stehen, in welcher Zeit alles Unreine nach oben gährt, das dann sorgfältig abgenommen wird. Nun preßt man die Flüssigkeit ab und bringt den Most in ein reines Faß, thut etwas Essig oder ein Stückchen saures Schwarzbrod hinzu, bedeckt das Spundloch mit Gaze und läßt das Faß an einem warmen Ort bis zum Frühjahre liegen. Die Blätter der jungen Brombeere haben, sind sie getrocknet und mit Wasscraufguß gekocht, denselben Geschmack wie reiner, guter chinesischer Thee.
Vogelbeeren eignen sich dann am Besten zur Bereitung von Gelse, wenn sie ihr schönes, frisches Roth und noch ihren vollen Saft haben. Die Beere« werden von den Stielen befreit, sparsam mit Wasser bedeckt und so lange gekocht, bis denselben Saft und Kraft entzogen ist. Dann wird die Brühe fein durch' gesiebt, gewogen und mit Zucker eingekocht. Zu jedem Pfund Saft ein Pfund Zucker.
Hagebutten. Will man solche einmachen, so reibt man die frischgepflückten mit einem Tuche ab, befreit sie von ihre« Stacheln, schneidet die Krone ab und nimmt die inneren Körnchen mit einem Theelöffelstiel heraus. Dann läßt man sie in Wasser einmal aufkochen. Auf % Kilo Frucht nimmt man 375 Gramm Zucker, läutert diesen met Hagenbutten wasser, giebt den Saft einer Citrone, sowie die Schale davon und eine halbe Taffe guten Weinessig dazu und läßt die Hage» butten so lange darin kochen oder langsam ziehen, bi» sie an» fange» einzuschrumpfen. Nun nimmt man sie heraus, läßt den Zucker, bis er in breiten Tropfen vom Löffel fließt, kochen, und gießt ihn über die Früchte, die man noch einen Tag in einem sauberen Gefäß stehen läßt, damit sie recht geichmäßig durchziehen, ehe man sie in die Einmachegläser füllt- Verdünnt sich der Saft, so muß er wiederholt aufgekocht werden. — Die reffen Früchte geben auch einen vorzüglichen Liqueur. Man pflückt vom Frost getroffene Hagebutten, nimmt auf ein Liter derselben % Kilo seinen weißen Kandiszucker, thut Alles zusammen in eine Flasche mit 1,3 Liter gutem Branntwein und stellt sie auf den warmen Ofen. — Hagebuttenwein. 6 Liter Hagebutten, 2 Liter Wasser, 2 Kilo Zucker, 4 Oranger.' schalen, eine Flasche Arac- Die von Kelch und Stiel gesäuberten Hagebutten läßt man i« einem Gesäß teigig werden, wobei man täglich mehrere Male umrührt; zerdrückt und vermischt sie mit einem Drittel der angeführten Wassermenge und preßt sie aus. So verfährt man drei Mal. Der kleingeschlagene Zucker wird in den mit der Flüssigkeit gefüllten Glaskolben gebracht und dieser in den Keller oder eine temperirte Kammer gestellt; dann den Saft fleißig abschäumen. Die klein geschnittenen Orangeschalen bringt man in den Arac, verkorkt die Flasche gut und läßt sie über die Gährung ruhig stehen; dann gießt man den Arac in den Glaskolben und läßt denselben bi« März in Ruhe. Danach wird die Flüssigkeit filtrirt, auf Flaschen gezogen und verkorkt-
Hollunverbeeren. Da« Conserviren des Hollunderbeersaftes. Die entstengelten Beeren werden mit Wasser gekocht, dann in ein feine» Haartuchsieb geschüttet und gut durchgedrückt. Der gewonnene Saft wird in einem reinen Gefäß tüchtig gekocht, geschäumt und dann auf Flaschen gefüllt- Verkorkt und verlockt häck sich der Saft mindestens ein Jahr. — Hollunderdeermus. Man gibt die abge- zupften Beeren in einen Mefsingkeffel, thut Zucker nach Be
lieben hinzu und kocht unter fortwährendem Rühren auf ganz schwachem Feuer da» Mus gehörig ein. In Häfen gethan und nach dem Erkalten gut verbunden, hält er sich lange. — HollunderbeereninHonig. Man schüttet die Hollunderbeeren in eine irdene Cafferole und giebt Zimmt, Nelken, Citrone«- schale, eine in Würfel geschnittene, in Butter geröstete Semmel und frischen Honig nach Belieben dazu, dünstet so da« Ganze, bi» es sülzig aussieht. Zuletzt kann man auch einen Eß- löffel Stärkemehl in kalter Milch gut aufgelöst dazu geben, gibt aber den Honig erst dann dazu, wenn der Holler abgekühlt ist.
Schlehen. Um guten Schlehenmost zu bekommen, nimmt man zu 100 Liter Obstmost 4 Liter Schlehen, 2 bi« 3 Pfund Zucker und Vs Liter vom feinsten Weingeist. An di! Schlehen wird etwas Wasser gegossen und dann werden sie famml dem Zucker gekocht. Hierauf läßt man die gekochte Masse kalt werden, bringt sie (fammt Steine) nebst dem Weingeiste in dar Mostfaß und läßt Alles mit einander gähren. — E i n l a g e n. Aus y2 Kilo Schlehen nimmt man % Kilo Zucker, etwa» ganzen Zimmt und einige Gewürznelken, legt die von den Stielen befreiten Früchte in einen Napf, läutert den Zucker zu dünnem Syrup und gießt ihn darüber. So läßt man sie zugedeckt 24 Stunden stehen, schüttet den Säst ab, kocht ihn dick ein, schäumt ihn ab, thut die Schlehen hinein, läßt sie einige Male darin aufwallen, thut sie fammt dem Syrup wieder in de» Napf und deckt sie zu. Am folgenden Tage seiht man den Syrup wieder ab, kocht ihn mit Zimmt und Nelken, dickt ihn ein und gießt ihn nach dem Erkalten auf die in Büchsen ge> schichteten Früchte, welche man dann überbindet und aufbewahrt. — Al» Heil mitt el beitzHalrleiden, Verschleimung, Keuch- oder Stickhusten. Man nimmt einige Hände voll gedörrter Schlehen, thut sie in ein Kochgeschirr, güßt ein Liter Wasser daran, setzt die Mischung über Feuer und läßt sie tüchtig kochen. Hierauf seiht man die Brühe ab, zuckert sie alsdann, und trinkt sie so warm al» möglich in kleineren Absetzungen- — Liqueur. Man legt die Schlehen in ein GeW mit Wasser und läßt sie so lange darin liegen, bi« sich dar Fleisch von den Steinen ablöst. Die Steine säubert man gut, trocknet und zermalmt sie zu grobem Pulver. Auf 500 Gramm zerstoßene Kerne kommen 1500 Gramm Wasser, 1500 Gramm 90% gereinigter Weingeist, je nach Geschmack 600 bi« 800 Gramm gepulverter weißer Zucker, welcher, nachdem bai Ganze 8 bi« 14 Tage bei mäßiger Wärme aufeinander ein« gewirkt hat, zugesetzt wird- Wenn der Zucker sich aufgelöst hat, wird da» Ganze filtrirt und auf Flaschen abgezogen Der L queur wird mit dem Alter immer besser.
Literarisches
Toilette-Geheimnisse. Dieses Thema behandelt die »Wtrntt ißtobe* in ihrem Probeheft 1, das in allen Buchhandlungen gratis aufliegt, sehr originell. Die „Wiener Mode" ist das einzige deutsche Modeblatt, das vermöge seines Entstehungsortes schöpferisch auf seine« Gebiete wirken kann, dabei ist es das reichhaltigste. Sie liefert jährlich über 3000 elegante, practische Modebilder, mustergiltige Handarbeiten, 60 farbige Modeblätter, 12 Schnittmusterbogen und die GratisbeW „Wiener Kinder-Mode". Außerdem erhält jede Abonnentin von jeder Toilette Gratisschnitte nach Maß. Die „Wiener Mode", die per Ouaück nur Mk. 2,50 kostet, ist daher bestens zu empfehlen.
„Heimchen am Herd." Unter diesem Titel beginnt in dem renommirten Verlag des in Dresden eine illusttirte
Familun-Zeitschrift zu erscheinen, welcher wir nach Einsicht dec un5 vorlicgend-n ersten Nummer einen großen Erfolg mit Sicherheit prophezeien dürfen. „Billig und gut," sind ja zwei Begriffe, die sich nur in den seltensten Fällen vereinigen lassen, nun, in Hinsicht auf „Heimchen am Herd" wird sich auch der kritischste Beurtheiler zur rückhaltlosen Anerkennung der Bestrebungen gezwungen fühlen, ivelche den obengenannten Verlag zur Herausgabe der neuen Zeitschrift bewogen habens nämlich der großen Menge für billigsten Preis (10 Pfg. pro Wochcn- nummer, 3 Bogen Groß Quar tformai), eine Unterhaltungslectüre zu schaffen, wie sie von anderer Seite annähernd vorzüglich ausgestaite nicht geboten werden kann, Probenummern, welche daS Gesagte vollauf bestätigen, können unsre Leser durch jede Buchhandlung zur Ansicht er- halten, weßhalb wir von einem näheren Eingehen auf den textlichen wie illustrativen Inhalt absihen.
Redaktion: A. Gcheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen UniversitSts-Buch- und Steindruckerei (Pietsch & Scheyda) in G'eßeN-


