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mehrere glückliche Jahre zugebracht, dann war Frau von Lavaline gestorben und damals hatte Fräulein Blanche, die von ihrem Vater nach London, wohin eine diplomatische Misfion ihn rief, geführt ward, sie etablirt, indem sie ihr den Laden des Fräulein Lobligeois kaufte, wo sie sich jetzt befand. Ja, Fräulein Blanche war ein Wesen, da» würdig war, geliebt und gesegnet zu werden.
Als Catherine die Erzählung ihre» einfachen Leben» und der Wohlthaten der Tochter des Marquis von Lavaline be« endet hatte, klopfte es an der Thür.
„Ist das schon Lefebvre, der mit feinen] Kameraden von der Section zurückkommt?" dachte Catherine unruhig. „Seien Sie ruhig und machen Sie keinen Lärm," wandte sie sich zu Neipperg, der aufhorchte. „Wenn Lefebvre allein ist, hat es keine Gefahr, aber wenn seine Kameraden mitkommen, muß ich mit Ihnen sprechen und sie wegschaffen. Erwarten Sie mich also und fürchten Sie nichts."
Etwas aufgeregt ging sie öffnen und ihre Ueberraschung war ungeheuer, als eine junge Frau in den Laden stürzte und außer sich rief: „Er ist hier, nicht wahr? Man hat mir gesagt, daß ein Mann sich hierher geschleppt hat — lebt er noch?"
„Ja, Fräulein Blanche," antwortete Catherine, in dieser verstörten Frau das Fräulein von Lavaline erkennend. „Er ist geborgen — er lebt und spricht von Ihnen. Sehen Sie ihn sich an."
„O, meine gute Catherine, wa» für eine glückliche Inspiration war ee, daß ich ihm Deine Wohnung als ein sicheres Asyl bezeichnete, als er sich den Edelleuten vom Schloß zum Kampfe anschloß I"
Und Fräulein von Lavaline ergriff die Hände Catherinens und drückte sie voll Dankbarkeit, indem sie hinzusügte: „Führe mich zu ihm!"
Der Anblick Blanches übte auf den Verwundeten eine ergreifende Wirkung. Er wollte vom Bett herabspringen, auf da» ihn auszustrecken Catherine so viele Mühe gekostet hatte. Die beiden Frauen mußten beinahe zur Gewalt Zuflucht nehmen, um ihn zurückzuhalten.
„Du Böser!" sprach Blanche mit ihrer sanften Stimme. „Also sterben wolltest Du!"
„Das Leben ohne Dich war eine Last. Konnte ich, um es zu verlassen, eine edlere Gelegenheit finden, als mitten im Kampf, den Degen in der Hand und dem Tode zulächelnd, der mir glorreich und festlich entgegenkam?"
„Undankbarer, Du solltest für mich leben!"
„Für Dich! Warst Du in meinen Augen nicht schon eine Todte? Solltest Du mich nicht für immer verlassen?"
„Diese verhaßte Heirath war noch nicht geschlossen — ein Zufall konnte uns helfen — Du hättest noch hoffen müssen."
„Aber Du hast mir doch selbst gesagt, daß keine Hoffnung mehr sei," rief Neipperg. „Heute, am 10. August, solltest Du die Frau eines Anderen werden und Frau von Lowendaal heißen! Dein Vater hatte e» so beschlossen und Du konntest Dich nicht wiedersetzen."
„Du weißt, daß meine Thränen, meine Bitten nutzlos waren. Baron von Lowendaal, der belgische Millionär, hatte meinem Vater große Summen vorgestreckt und verlangte sofortige Zahlung — oder meine Hand und vor dem Ruin stehend, willigte mein Vater ein, ihm zu geben, was er am meisten wünschte . . ."
„Und was Deinem Vater am wenigsten kostete — der Marquis zahlte seine Schulden mit seiner Tochter!"
„O, Neipperg, mein Vater wußte nicht, daß unsere Liebe so groß ist — er wußte es nicht — er weiß e» nicht," sprach Blanche mit wachsender Energie.
Während dieses Gespräches zwischen den Liebenden hatte sich Catherine beiseite gehalten, und ging au» Zartgefühl in ihren Laden, geradezu als Neipperg, Blanche mit schmerzlicher Verzweiflung betrachtend, laut ausrief: „Ja, sie werden
auch niemals etwas erfahren, denn ich werde verschwinden, untertauchen. Siehst Du, mein Tod hätte Alle» gutgemacht, aber die Kugeln der Sansculotten meinten es nicht ernst mit mir und so muß von Neuem angefangen werden! Aber in den kommenden Jahren wird es nicht an Gelegenheiten zum Sterben fehlen — der Krieg ist erklärt — ich werde den Tod, der bei dem Sturz der Tuilerien nichts von mir wissen wollte, in den Reihen der kaiserlichen Armee, an den Ufern des Rheins suchen!"
„Du wirst das nicht thun!"
„Wer kann mich daran hindern? Aber Verzeihung, Blanche! Heute ist der 10. August, der für Ihre Hochzeit bestimmte Tag — wie kommt es, daß Sie hier find? Ihr Platz sollte an der Seite Ihres Gatten sein — man erwartet Sie in der Kirche. Warum zögern Sie, den Baron von Lowendaal glücklich zu machen und die Schulden des Marquis zu zahlen? Ohne Zweifel hat der Kampf die Ceremonie unterbrochen; aber jetzt hat das Schießen aufgehört, die Sturmglocke schweigt, nun können die Hochzeitsglocken läuten. Lassen Sie mich sterben — hier oder anderswo, heute oder morgen, was liegt daran?"
„Nein, nein, Du mußt leben — für mich, für unser Kind!" rief Blanche, indem sie sich über Neipperg beugte und ihn leidenschaftlich umarmte.
„Unser Kind!" murmelte der Verwundete.
„Ja, unseren lieben, kleinen Henriot. Du hast nicht das Recht, zu sterben, Dein Leben gehört Dir nicht mehr allein!"
„Unser Kind!" wiederholte Neipperg schmerzlich. „Aber — Deine Hochzeit?"
„Hat noch nicht stattgefunden und so lange ich noch Hoffnung . .
„Wirklich, Du bist noch nicht Frau von Lowendaal?" „Noch nicht — und vielleicht nie!"
„Erkläre mir . . ."
Und eine fieberische Angst prägte sich in dem Gesichte des Verwundeten aus, während Blanche antwortete: „Als Du fortgingst — nach einem Abschied, den wir beide für einen ewigen hielten — kündigtest Du mir an, daß Du Dich den Vertheidigern des Schlosses anschließen wolltest. Das hieß dem Tode entgegengehen. Damals bezeichnete ich Dir den Laden der braven Catherine als ein sicherer Asyl, wenn es Dir gelänge, aus den Tuilerien zu enfr kommen — aber ich hatte auch die Hoffnung, Dich dort zu treffen."
„Du hofftest das, Du? Trotzdem Du Deinem Vater gehorcht und versprochen hattest, die Gattin des Barons Lowendaal zu werden.
„Ja, aber ein Etwas sagte mir, daß diese Hochzeit ver- schoben werden würde."
„Und war dies der Fall?"
„Der Aufruhr tobte in den Vorstädten, da erklärte mein Vater, daß es unmöglich sei, die Hochzeit an dem bestimmten Tage abzuhalten. Baron Lowendaal schlug mir vor, die Trauung später zu vollziehen — in drei Monaten."
(Fortsetzung folgt.)
Wer weiß es nicht?
Es liebt die Welt das Strahlende zu schwärzen Und das Erhab'ne in den Staub zu zieh'»;
Das nehme jede Hausfrau sich zu Herzen Un kaufe einzig echtes Zacherlin.
Unübertrefflich, unerreicht und schnelle Vernichtens der Jnsecten böse Schaar A tempo, zweifellos und auf der Stelle, Es ist erstaunlich! Es ist wunderbar!
Doch lasse jede Hausfrau ernst sich rathen, Zu kaufen einzig echtes Zacherlin;
Man hüte sich vor allen Surrogaten:
Sie sind nur Schund, 's steckt keine Kraft darin.
Man kann das Etikett', die Form der Flaschen, Den Namen enden selbst auf „—in" und „—(in", Doch mit Erfolgen niemals überraschen: Das kann allein nur Zacherl's Zacherlin!
StoMSrtten: «. «chrhd«. — »nrf m* Bette# ter «rühr'sch« nut «teinbraderei (Pirsch » Schey»«) i» »ichrs.


