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den Kopf in die Hand gestützt. Seine melancholischen Augen blicken traurig in's Leere.
„Wie interessant Lord Rawdon aussteht I" ruft sie impulsiv aus.
Abmehrend hebt der Fürst beide Hände.
„Sprechen Sie nicht von Lord Rawdon," sagt er fast heftig.
In seinem Tone liegt etwas wie Haß. Lola sieht ihn erstaunt an. Um den Eindruck zu verwischen, sagt sie neckisch: „Sie haben mir schon von manchem Ihrer Schlösser erzählt. Besitzen Sie nicht auch eines, in welchem Gespenster umgehen?"
„Gewiß," entgegnet der Fürst eifrig. „Da unten in der Normandie habe ich ein altes Castell mit einem tiefen Ziehbrunnen. In diesen Brunnen soll vor Jahrhunderten der damalige Schloßherr seine Gattin aus Eifersucht hinabgestoßen haben, und die Sage geht, daß um Mitternacht der Geist der ermordeten Schloßfrau dem Brunnen entsteigt und mit gerungenen Händen im Castell umherwandelt."
„Huh, wie schaurig I" ruft Lola mit.komischem Entsetzen. „Schnell ein anderes Bild!"
„So hören Sie von meinem reizenden kleinen Landhaus in den Champs Elysoes," entgegnet er lächelnd. „Es ist das freundlichste Haus, das ich je gesehen, voller Blumen, weißer Statuen und änmuthiger Gemälde —"
„Hören Sie auf, mein Fürst," fällt sie mit einem glockenhellen Lachen ein. „Sie machen mich ganz schwindelig. Wie viel Häuser nennen Sie denn Ihr eigen?"
„Es ist mir nie eingefallen, sie zu zählen," entgegnet er in gleichgiltigem Tone. „Ich suche stets dasjenige auf, in dessen Nähe ich mich gerade befinde. Ich liebe das Reisen. Es erregt die Nerven angemessen und man lernt Länder und Menschen kennen." (Fortsetzung folgt.)
Gemeinnütziges.
Zur Verjüngung des Hühnerbestandes empfiehlt es sich, alljährlich Vs desselben durch junge Hennen zu ersetzen. Die jährliche Eierproduction einer Henne steigert sich bis einschließlich des dritten Lebensjahres, vom vierten an nimmt dagegen die Zahl der Eier ab. Man schlachte die Hennen also, bevor sie das vierte Lebensjahr erreichen, und zwar kurz vor Beginn der Mauser (als Suppenhuhn) oder bald nach vollendeter Mauser (Brathuhn). Natürlich müssen die Thier« während und nach der Mauser sehr reichlich gefüttert werden. Hennen, welche vier Jahre und mehr alt find, bringen nicht mehr die Futterkosten ein. Für die abgehenden Hennen stellt man ebenso viele im letzten Frühjahr erbrütete Junge ein; ist man auf Zukauf angewiesen, so besorge man denselben im Anfänge destzWinters, nicht aber erst im folgenden Frühjahr, weil man dann mit den bei den Züchtern und Händlern zurückgebliebenen geringeren Thieren sich begnügen muß. Man wähle solche Hennen aus, die von Frühbruten stammen; die im Sommer erbrüteten Hühner stehen hinter jenen stets erheblich zurück.
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Hütet die kleinen Kinder vor dem Schaukel«. Es geschieht recht oft, daß der Arzt an das Krankenbett von Kindern im Alter von 2 oder 2‘/2 Jahren gerufen wird, die plötzlich von heftigen Krämpfen befallen worden sind, ohne daß die Mutter die Ursache zu nennen vermag. Den Fragen der Arztes gelingt es dann bald, festzustellen, daß das mit der Aufsicht betraute Kindermädchen oder eine sonstige Person durch häufige drehende oder schaukelnde Bewegung des Kindes die Krankheit desselben herbeigeführt hat. Der Leierkasten, der kurz vorher in der Nähe gewesen, hat die Wärterin veranlaßt, sich mit dem Kinde nach dem Tacte der Musik zu drehen und zu wiegen. Daß nach Beendigung de» Tanzes
Idas kleine Wesen das Köpfchen hängen läßt, hat sie natürlich nicht bemerkt, bis die Krämpfe eintreten, die das Leben bei Kindern in so zartem Alter stets gefährden. Darum Achtung, ihr Mütter!
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Der Aepfelgenutz vor dem Schlafengehen ist ein bewährtes Mittel zur Förderung der Gesundheit. Der Apfel liefert nicht nur eine vorzügliche Nahrung, sondern er ist auch eines der hervorragendsten diätetischen Mittel. Derselbe enhält in leicht verdaulicher Verbindung mehr Phosphor säure als irgend ein anderes pflanzliches Er- zeugniß der Erde. Sein Genuß wirkt vortheilhaft auf dar Gehirn, regt die Leber an, bewirkt, wenn regelmäßig vor dem Schlafen genossen, einen ruhigen Schlaf, desinfiziert die Gerüche der Mundhöhle, bindet die überschüssigen Säuren der Magens, paralysiert hämorrhoidale Störungen, befördert die sekretierende Thätigkeit der Nieren, hindert dadurch die Stein- bildung und schützt gegen Verdauungsbeschwerden und gegen Halskrankheiten.
Gebratenes Kalbsherz. Man zerschneidet dar Herz in Scheiben, bestäubt dieselben mit Salz, Pfeffer und etwäsMehl und brät sie in bräunlicher Butter erst auf der einen, .dann auf der anderen Seite. Beim Anrichten träufelt man etwas Cttronensaft auf die Scheiben und verrührt den Beiguß mit kräftiger Bouillon.
Hammelsrippchen. *Man läßt die Rippchen, wenn sie gut geklopft und gesalzen sind, mit ein wenig Butter gelb werden, streut dann etwas Mehl, Zwiebeln, einige Lorbeerblätter, Nelken und etwas Cttronenschale darauf, gießt ein wenig Fleischbrühe und Cttronensaft daran und läßt sie vollends weich werden.
Vermischtes.
Zarte Aufforderung. Er: „Ich bin entsetzt, mein Fräulein ... Wie konnte ich nur so ungeschickt sein, auf Ihren Fuß zn treten . . . Wenn ich nur wüßte, wie ich meine Ungeschicklichkeit gutmachen könnte." — Sie blickt er- röthend zu ihm empor. — Mama (ermunternd): „Nur Muth, das gut zu machen,fliegt ganz in Ihrer Hand."
Erbfehler- Lehrer: „Alle Deine Arbeiten sind flüchtig. Was ist denn Dein Vater?" — Schüler: „Bankkassirer." — Lehrer: „Aha, daher das Flüchtige,"
Feldwebel: „Was sind*Sie?" — Einj.-Freiw.: „Philologe!" — Feldwebel: „Aha, das hab' i Ihnen doch glei' ang'schaut, daß Sie zum Handwerkerstand g'hör'n."
Graf (zum Bedienten, mit dem er sich nicht verständigen kann): „Bin ich verrückt oder Sie?" - Bedienter: „Nun, Herr Graf, Sie werden sich doch keinen verrückten Bedienten halten!"
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Penibel. „Kaufen Sie denn Ihre Bedürfnisse auch dort aus jenem Materialwaarengefchäft?" — „Nein! Der Mann hat ja Alles durcheinander in seinem Laden, das ekelt mich an. Die letzte Stiefelwichse roch ganz nach Butter!"
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Silberne Hochzeitsfeier. Richter: „Sie sind in eine Gesammt-Zuchthausstrafe von 25 Jahren verurthsilt!" — Angeklagter: „O, ich bitt' gar schön, lassen S' mich um ein halbes Jahr früher 'raus!" — Richter: „Warum?" — Angeklagter: „Ja, wisien's, ich hab' vor sechs Monat g'hei- rathet und mei' silberne Hochzeit möcht' ich halt doch gern daheim feiern!"
Redaction: 81, Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Lhr. Pietsch) in Gich-n.


