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und zieht sich

vielbesprochene ist angebrochen.

Doch auch Wahrheit kann zuweilen Schmeichelei sein.' Wieder eine kleine Pause. ... Da fällt Lola» Blick auf

Vielleicht -"

Der Fürst lächelt ein wenig tiefen Verbeugung zurück.

XV.

Der Morgen, an bem. dar Fürsten Orlowsky stattfinden soll,

| Waldungen, durch welche man zwei Stunden lang fahren muß, mit einer I um er zu erreichen. Jeder Baum, jeder Strauch birgt Vogel-

I nester und dar Singen der gefiederten Gäste hallt im Walde

I wieder. Und um die Porste der Ganzen zu erhöhen, ertönt s.. I von Ferne dar Rauschen eine» Wasserfalles. Vergegenwärtigen Ä)rner oes i @ie eine s^che Fahrt zwischen hohen, stolzen Eichen auf n I breiter, kiesbestreuter Allee kann es etwas Schönere» auf Lola steht früh auf und probirt ein neues Costüm an, I ber Welt geben?"

dar sie sich speciell für diese Gelegenheit hat anfertigen lassen I Wie gut Sie die Welt kennen, mein Fürst," bemerkt Diesmal will sie nicht durch Einfachheit auffallen. Aller I g0[a ^it einem leisen Seufzer.Sie könnten es gewiß nicht

Glanz, alle Pracht, aller Luxus sollen entfaltet werden. I ertragen, dauernd an einem Ort zu leben?"

Als die Gäste sich am Nachmittag in dem prächtigen IKayw oder vielleicht doch. ... Er könnte ein Um- Empfangssaal des ersten Hotels von Richmond zusammenstnden, I stand eintreten, der mich für immer an die Scholle bände-

vergoldet die Sonne die ganze herrliche Scenerie, sich in dem I Aber ich verliere mich in Träumereien

klaren Fluß wiederspiegelnd. IWelcher Umstand könnte das sein?"

Bald ist man in animirtester Stimmung. Der Herzog IDas sage ich Ihnen ein andermal."

von Hurlingham erzählt mit vielem Geschmack die neuesten I Und er beugt sein Haupt auf ihre unbehandschuhte

Aneedoten; Frau von Wylton ist eine der elegantesten und I Rechte und drückt einen langen Kuß auf dieselbe.

jedenfalls die schneidigste Dame Londons; der Lieutenant Graf I Lolas Herz klopft vor befriedigter Eitelkeit. Ist es denn Hall hat die weichste Tenorstimme, die jemals außerhalb der I nMich, bG dieser Mann, dessen Herz uneinnehmbar schien, Bühne gehört wurde; die Gräfin Colvyn macht al» anerkannte I ber von fejnen Schlössern mit einer Nonchalance spricht, als Führerin der Gesellschaft stets Effect; der neapolitanische Fürst reiett pte möblirte Zimmer, von dessen Schätzen man flüstert Toledo ist fast weltberühmt durch seinen Reichthum und ein I roje ÖOn ben Märchen au«Tausend und eine Nacht", hierbei selten gefundene» Malertalent; die Baronin Manfred I baj dieser Mann sie liebt? . . . War soll sie thun? .... besitzt da» herrlichste blonde Haar und dazu die feurigsten I @(e kann ihn nicht behandeln wie einen Lord Rawdon oder schwarzen Augen; die junge Marquise von Brassey hat sich I e{tten Baron Gerald! ... Der Fürstentitel verlangt seine wiederholt mit viel Glück in der Schriftstellerei versucht, ohne I Rechte.

ihre mädchenhafte Anmuth und Natürlichkeit zu verlieren. I Welch' wunderbare Aussichten jener Handkuß für Lola Dazu der Herzog und die Herzogin von Edenfield, Lord Raw- I Enet!

don, Lola und der erlauchte Gastgeber eine kleine erlesene I Beide schweigen kurze Zeit. Der Fürst scheint erregt; Gesellschaft. I Lola ist nachdenklich.

Das wahrhaft fürstliche Diner ist vorbei. Der Herzog IGlauben Sie an ein Fatum?" fragt er plötzlich.

von Hurlingham, welcher schon längst ein Gespräch mit der 1 Darüber habe ich noch nie nachgedacht."

gefeierten Schönheit erwünscht hatte, nimmt Lola für einige j Ich möchte wissen, ob es mein Fatum war, das mich

Zeit völlig in Anspruch. Er ist ein geistvoller Gesellschafterach England gesandt."

und sie bemerkt mit Vergnügen, wie Fürst Orlowsky das an- IHoffentlich ein glückliches Fatum?"

gelegentliche Gespräch der Beiden mit augenscheinlichem Miß- I Das kommt darauf an . - . Wissen Sie, welcher Ge- muth verfolgt. Doch verbietet ihm die Höflichkeit, als Gast- I bQn(e mir soeben durch den Kopf fährt?"

geber sich hineinzumischen. I Lola lächelt. ,

Endlich wendet der Herzog sich einer anderen Dame zu.Ich bin keine Hellseherin. Sie müssen mir schon zu Der Fürst ist sofort an Lolas Seite. Hilfe kommen."

Wie gefällt es Ihnen hier?" fragt er schnell. IIch beschrieb Ihnen vorhin mein Schloß in Thüringen.

Mit heiterem Lächeln blickt sie zu ihm auf. I @s besitzt Alles, was man sich nur wünschen kann. Und doch

Sehr gut. Ich bin zum ersten Mal in Richmond und ^hlt ihm Eines

hatte keine Ahnung, daß sich hier ein solch' herrliches Plätz-Das ist

chen befindet. Wie schön, stets zu Mittag essen zu können mit Die Herrin. Ich habe oft von einer schönen Frau ge-

dem vollen Ausblick auf das Wasser." träumt, die unter den dunklen Laubkronen lustwandelt, von

Ist das der Gipfel Ihrer Wünsche?" lacht Jener.Ich einer Frau mit goldigschimmerndem, kastanienbraunem Haar." besitze ein Schloß am Rhein mit einem Speisesaal, dessenIhre Lieblingsfarbe?"

Fenster direct auf den Fluß führen. . . - Kommen Sie mit @6 gibt nichts Schöneres, als wenn die Sonne

mir auf jenen Balkon dort," fährt er nach einer kleinen Pause, mit ben kastanienbraunen Locken eine» Weibes spielt und gol- während welcher sein Blick mit unverhohlener Bewunderung btQe Reflexe aus dieselben wirft!"

auf der entzückenden Gestalt geruht hatte, lebhaft fort. Das I ß - errötbet. .Welch' echt fürstliches Compliment!" zarte Rosa des kostbaren Sammtkletdes verleiht dem lugend- b ftX y

frischen Antlitz ein noch erhöhtes Colorit. IUnd jetzt kommt mir abermals ein Bild," fährt der

Lola betritt, gefolgt von dem Fürsten, den Balkon. I fort.Ein großer Strom rauscht seine vom Sonnen-

Eine Zeit lang stehen Beide schweigend an der Brüstung, kicht beglänzten Fluthen majestätisch dahin. Aus einem weißen Das liebliche Landschaftsbild da unten, die warme, balsamische inmitten der Wogen, ruht ein wundersames Weib und Luft, das leise Singen der Vögel, die ganze sriedltche Ruhe kämmt ihr langes, goldschimmernde» Haar. Das Weib trägt

und Einsamkeit ergreifen sogar das Herz der Frau, deren Ge- 3bte güfle. es hat Ihr Haar, Ihre liebliche Stimme . . .

danken sonst nur von ihrer eigenen Persönlichkeit erfüllt sind. D( keine Loreley kann so schön sein, wie Sie, Baronin!

Wie schön!" sagt sie tief aufathmend.Gibt es der, @r 6at ihr genähert und die letzten Worte gedämpft

gleichen Naturschönheiten auch in Ihrem Rußland? und leidenschaftlich erregt hervorgestoßen.

Gewiß. Vielleicht nicht ganz so friedlich, aber ebenso I { b(e Ger die Schmeicheleien anderer Männer

fgn. eie Wien Acht L°fi- («um b-.cht-i »itte - fie lauf» fett

Ich bin nicht sehr poetisch veranlagt; aber ich kann mir nichts i

Malerischeres denken, als eine mit Schnee bedeckte Tanne." schmeicheln, mein Fürst," sagt sie fast schüchtern.

Lola schüttelt das Haupt. I snreöbe nur die Wahrheit."

Für mich hat eine Tanne stets etwas Dusteres. Ich | "Doch auch Wahrheit kann zuweilen Schmeichelei fein."

tkbe Dan? würde ^bnen mein Schloß in Thüringen gefallen. I Wieder eine kleine Pause. . . .Da fällt Lola» Blick auf

Es liegt unendlich romantisch inmitten reicher Laubholz- j Lord Rawdon, der^ unter dem Balkon auf einer Bank sitzt,