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sand großes Wohlgefallen an ihm und vermißte seine Gesell­schaft sehr ungern. Er wüßte sie stets fesselnd zu unterhalten. Sein Gesichtskreis war durch hohe geistige Bildung erweitert, er besaß Menschenkenntniß und eine große Zartheit des Ge- müths.

So war er immer ein angenehmer Gesellschafter und ein werther, lieber Freund, den die Frau Rath Göhren auch als Gatten für ihre Tochter gewünscht hätte, wenn deren Herz empfänglich für die guten Eigenschaften des Professors gewesen wäre.

Auch durch hundert kleine Aufmerksamkeiten wußte er sich bei den Damen beliebt zu machen. Er brachte ihnen Bücher, Zeitungen, Blumen mit und versäumte niemals die Pflichten der Ritterlichkeit und der treuen Freundschaft.

Aber Annie bot dieser fortwährende Verkehr mit dem Professor nicht das Interesse, welches die Mutter wünschte. Doch war sie bald ihm gegenüber ganz unbefangen und kam ihm mit höflicher Freundlichkeit entgegen. Rur als sie be­merkte, daß feine Augen immer angelegentlicher auf ihr ruhten, und daß er sie manchmal mit brennenden Blicken anstarrte, da wurde ihr feine Gegenwart manchmal zur Qual. .Dann zeigte sie sich kühl und wortkarg ihm gegenüber und athmete auf, wenn er fort war.

Aber gerade in ihrer spröden Unnahbarkeit gefiel sie dem Professor immer besser. Ihre Zurückhaltung reizte ihn und die mädchenhafte Befangenheit ihres Wesens hielt er für den holdesten Zauber edler Weiblichkeit, welche dem werbenden Manne nicht einen einzigen Schritt entgegenkommen mag.

(Schluß folgt.)

G-ineinnütziges.

Das Confer virerr grüner Bphnen. Eines der wohlschmeckensten und nahrhaftesten Gemüse gewährt nur im Sommer die grüne Bohne. Um aber auch zur Winterszeit den Genuß derselben nicht zu entbehren, muß die Hausfrau für gute Conservirung Sorge tragen. Die beste Methode ist die Conservierung in luftdicht verschlossenen Büchsen. Die dazu geschnittenen Bohnen, welche sehr zart sein müssen, wellt man in kochendem Wasser über raschem Feuer ungefähr 10 Mtn. ab. Alsdann gibt man sie in Blechbüchsen und läßt das Bohnen- waffer etwas über die Bohnen stehen. Run müssen die Büchsen hermetisch zugelöthet werden. Nachdem man sie in einen Kessel mit kochendem Wasser gestellt, hat man darauf zu achten, daß das Wasser lebhaft kocht und über die Büchsen geht. Falls noch kleine Oeffnungen am Deckel derselben geblieben, was sich dadurch kund gibt, daß kleine Dampfbläschen aus denselben hervorquellen, müssen die Stellen nochmals vorsichtig gelöthet werden. Für ganze Liter-Büchsen rechnet man 1 ^Stunden Kochdauer, während sür halbe Liter-Büchsen l/4 Stunde ge­nügt. Die Zeit ist berechnet von da an, wo das Wasser wieder Ioc|t, nachdem man die Büchsen hineingestellt hat. Auf diese Weise conservierte Bohnen sind in Bezug auf Geschmack und Aussehen kaum von frischen zu unterscheiden. Der Aufbe­wahrungsort ist so ziemlich einerlei; jedoch dürfen an dem­selben nicht so hohe Kältegrade sein, daß der Inhalt gefriert. Beim Gebrauche behandelt man sie wie frische.

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Düngung der Obstbäume. Im Hochsommer kann flüssige Düngung des Obstbaumes dringend nothwendig werden. Bei anhaltender Trockenheit fallen ja oft die Früchte massen­haft herunter, was man durch tüchtiges Begießen mit Jauche größtentheils verhüten könnte. Für derartige Aufmerksamkeit zeigt sich der Baum in mehrfacher Hinsicht erkenntlich; die Früchte bleiben an den Bäumen, werden größer und saftiger, und auch der Graswuchs unter den Bäumen wird ein ganz anderer.

Die Masthühner soll man stets, wie Dr. Brinkmeier empfiehlt, vor Tagesanbruch füttern. Wir wissen wohl, daß viele Bauersleute die Kücken sich selbst überlassen, wenig ra­tionell bei der Aufzucht verfahren; wer aber dem jungen Federvieh besondere Sorgsalt zuwendet, der steht seine Mühe reichlich belohnt und Hilst mit, die Einfuhr der Products der Geflügelzucht, die bekanntlich nahezu einen Werth von 60 Milli­onen Mark präsentirt, auf einen höheren Stand zu bringen.

Von der Pflege der Futznägel. Die Nägel an den Zehen sollen niemals rund geschnitten werden; sie sollen niemals an den Ecken herausgeschnitten, sondern es soll der Zehnnagel in gerader Linie geschnitten werden, so daß er möglichst den Nagelfalz allseitig bedeckt und nicht in denselben hinein­wachsen kann. Besteht Neigung zum sogenannten eingewach­senen Nagel, so soll täglich ein Stückchen Verbandwatte unter- den Nagel eingeschoben werden und der Nagel soll nicht ge­schnitten werden, bis daß er über die wunde Stelle hinaus gewachsen ist.

Kerbelsuppe. Man schwitzt etwas kleingeschnittenes Wurzelwerk eine Weile in Butter, stäubt einen Kochlöfftl voll Mehl darüber, läßt es ebenfalls eine Weile schwitzen und gießt das zur Suppe nöthige Wasser, welches siedend sein soll, darüber, salzt nach Geschmack und verkocht Alles gut, etwa */2 Stunde. Nun seiht man die Suppe durch und läßt sie noch VU Stunde lang mit einer großen Handvoll feingehackten Kerbel kochen. Kurz vor dem Anrichten begießt man die Suppe mit einem Eidotter, gibt ein Stückchen Butter daran und richtet sie über geröstete Semmelwürfel an. Im Weiteren verwendet man Kerbel als Würze für Suppen, Gemüse, Braten rc. und wird die practische Hausfrau bald selbst herausfinden, wo dieses herrliche Kraut am besten angebracht ist.

Vermischtes.

Etwas viel. Eine Dame erzählte in einer Gesellschaft, daß sie sich mit ihrem Mann gezankt und zur Erinnerung an diesen ersten Streit ein Bäumchen gepflanzt habe.Das ist ja eine ganz famose Idee," flüsterte eine Andere ihrem Mann zu,hätten wir dies nur auch gethan, so könnten wir jetzt schon eine schöne Allee im Garten haben."

Genaue Angabe! Er:. . Ich möchte Dich so oft küssen, als das Meer Tropfen hat!" - Sie:Was für ein Meer?"

Vom Kasernenhofe. Unteroffizier:Was schneiden Sie denn für'n Gesicht, Faulhuber?" Rekrut:Der Tor­nister drückt so!" Unteroffizier:Natürlich, Sie Faulenzer, möchten auch sogar das Kommißbrod aus Aluminium haben!"

Auch eine Anerkenung. Sonntagsjäger:Nächste Woche sind es 25 Jahre, seit ich dem Jagdklub Habertus bei­getreten bin. Ob ich da wohl zu Ehren des Ereignisses Ova­tionen bekomme?" Freund:Wahrscheinlich wird Sie der Thierschutzverein zum Ehrenmitglied ernennen."

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Kurios. Excellenz (zu einem Hauptmann, der sich eben vorstellt):Haben Sie Brüder?"Einen, Excellenz." Excellenz:Kurios, unlängst unterhielt ich mich mit Ihrer Frau Schwester, und die sagte mir, daß sie zwei Brüder hätte!"

Zurückgegeben. Herr:Ich sage Ihnen, was ich in meinem Leben für Eroberungen bei der Damenwelt gemacht habe, das ist nicht zu glauben!" Dame:Ich glaub'» auch nicht."

Redaction: I. V.: Hermann Elle. Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen.