Ausgabe 
30.8.1894
 
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Geläuterte Herzen

Novelle von Johanna Berger.

(Fortsetzung.)

Ich leugne es nicht ab, daß ich eine andere Dame liebe," gab Bernthal ruhig zu-Und da Sie selbst die Macht der Liebe kennen, so werden Sie auch gerecht in der Beurtheilung meines Herzens sein. Lasten Sie uns jetzt Abschied von ein« ander nehmen, scheiden wir ohne Groll, ohne Bitterkeit. Ver« geffen Sie den Mann, der anstatt Ihre große Liebe dankbar anzunehmen, was Sie ihm so großmüthig boten, Ihnen nur mit Enttäuschung lohnt!"

Er beugte sich zu ihr nieder, um ihr aufzuhelfen, denn sie kauerte noch immer wie zerschmettert am Boden- Aber sie schleuderte seine Hand zornig von sich fort und blieb in eigen« sinnigem, trotzigem Widerstreben, wo sie war.

Gehen Sie, wir sind fertig miteinander, ganz fertig!" stieß sie hervor.Gehen Sie sofort! Ich muß ersticken, wenn Sie mich nicht gleich von Ihrer Gegenwart befreien! Fort fort aus meinen Augen und vergessen Sie nicht, in Villa Violetta vorzusprechen, um mit Ihrem neuen Liebchen zu lachen über die unglückliche Frau, die sich nicht zu beherrschen verstand."

Ohne noch ein weiteres Wort zu erwidern, verließ Bern­thal die zürnende Frau und ging mit festen, raschen Schritten aus dem Hotel. Draußen athmete er erleichtert auf.

Da nichts von seiner Seite geschehen war, was bindend für ihn sein konnte und er keine Verpflichtungen gegen die schöne Mexikanerin hatte, fühlte er sich frei. Ihre Millionen reizten ihn nicht mehr, denn jetzt wußte er, daß Geld, Güter, Wohlleben da» Glück des Lebens nicht ausmachen. Er wollte versuchen, durch eigene Kraft mit dem Leben fertig zu werden.

Es war Mitternacht, dunkles Gewölk bedeckte den Him­mel und kein Sternenlicht funkelte herab, als der Schnellzug der böhmischen Südbahn den Karlsbader Bahnhof verließ und den jungen Offizier mit sich in die weite Ferne entführte. Es blieb ihm wenig Muße, traurigen Gedanken nachzuhängen, denn in Eger stiegen einige Hufaren-Offiziere in fein Coups, welche gleichfalls nach Wien reisten. Nun wurde Bernthal in ein heiteres, gemüthliches Geplauder über alles Mögliche förm­lich hineingezogen. Die Herren sprachen und erzählten vom Dienst, vom Theater, von Damen, Sport und Jagd. Wie ein frischer Windhauch verscheuchte der joviale Frohsinn, das natürliche, zuweilen etwas derbe Wesen der Kameraden die schweren Sorgen, die sein Gemüth bedrückten.

Annie," sagte am nächsten Morgen die Räthin Göhren zu ihrer Tochter.Annie, ich gehe jetzt zum Mühlbrunn, um meine drei Becher zu trinken. Dann muß ich noch ein Glas Sprudel nehmen. Zieh' Dich rasch an und folge mir nach. Vor dem Kurhause am Quai werde ich Dich erwarten. Da» Wetter ist prachtvoll, wir werden unseren Kaffee im Freien trinken und nachher einen Spaziergang in den Wald machen. Ist Dir's recht, mein Kind?"

Annie nickte zustimmend, ihr war Alle» recht, Alle» gleich« giltig-

Und Du mußt guten Muthe» bleiben, mein Kind," fuhr die Mutter fort, indem sie ihr liebkosend die blaffen Wangen streichelte.Ja, Du mußt Dich wieder aufrichten, wie die Gänseblümchen, die ein fremder Fuß getreten und die von Neuem lustig blühen, wenn derselbe sie wieder verlaffen hat!"

Dann ermahnte sie Annie noch, sich hübsch warm anzu« ziehen, da es des Morgens kühl sei, auch eine große Düte Backwerk zum Frühstück einzukaufen.Denn nach dem vielen Waffertrtnken wird mir mein Magen ganz schwach und ich be­komme einen Riesenappetit!" fügte die Mutter noch hinzu.

Das Mädchen sagte mechanisch zu AllemJa".

Die alte Dame hatte währenddem ihre Toilette beendet, sie befestigte ihren Porzellanbecher a« dem schmalen Leder­riemen, zog ihre Handschuhe an und ging hinaus.

Annie war bis dahin zwischen ihrem Zimmer und dem der Mutter fortwährend hin- und hergelaufen, um Allerlei herbeizuholen, was diese brauchte. Die Mutter war immer sehr umständlich beim Anziehen und es dauerte lange, ehe sie fertig wurde und glaubte, sich sehen lassen zu können.

Nachdem sie fort war, fing Annie erst mit ihrer eigenen Toilette an. Sie flocht ihr Haar am offenen Gartenfenster. Draußen war lauter Glanz und Glorie und die Luft ganz er­schüttert vom Duft der Frühlingsblumen, die im kleinen Vor- gärtchen der Villa blühten. Aber heute verhielt sich Annie den Reizen der Natur gegenüber, die sie vor Kurzem noch in Entzücken versetzt hatten, völlig theilnahmslos. Sie berührten sie vielmehr peinlich wie ein Hohn auf ihre Seelenstimmung. Von schwerem Kummer belastet, hätte sie Sturm und Unwetter besser ertragen-

Könnte ich nur noch weinen," flüsterte sie mit bleichen Lippen.Könnte ich'» nur dann würde mir vielleicht besser."

Sie setzte den Hut auf und knüpfte ihr Jackett zu, blickte aber nicht in den Spiegel; es war ihr einerlei, ob sie gut aussah oder nicht- Dann schlich sie matt und langsam wie eine Kranke aus dem Hause.

Fräulein Brunner saß in der Gartenlaube mit dem Strick«

jum Gießener Anzeiger (General-Anzeiger)

Donnerstag, den 30. August.