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Aufgabe nun auch gerecht, obwohl es kein Leichtes war, Rodeggs schnellen Worten zu folgen.
Mein weiteres Anerbieten, ihm zu helfen, lehnte er aber dankend ab.
„Ja, ja," sagte er lächelnd, „nicht wahr, das Eisenbahnunglück war ein schlimmes Ding? Da hält es Sie nun hier in dem düsteren, stillen Hause als Gefangene fest, und nicht genug damit, müssen Sie auch noch meinen Secretär abgeben. Mein Arm, fürchte ich, hält mich noch eine Weile hier zurück; darunter sollen Sie aber nicht zu leiden haben. Ich werde suchen, bald eine paffende Reisegesellschaft für Sie zu finden I"
„D, darum machen Sie sich keine Sorgen I" entgegnete ich hastig. „Ich habe durchaus keine Eile, fortzukommen; es gefällt mir sehr gut hier und gerne bleibe ich bei Ihnen, bis Sie selbst mich begleiten können."
Von dem Tage an stand ich mit meinem Wirthe auf bestem Fuße. Er erzählte mir von seinen Abenteuern in fernen Landen; er verstand sich mit mir zu unterhalten, daß ich ganz vergaß, daß ich mit ihm, vor dem ich Anfangs solche Scheu gehabt, und nicht mit einem Altersgenossen von mir sprach. Er las mir vor und zeigte mir allerhand Reliquien und Curiosttätsn, dis er von seinen Reisen mit heimgebracht hatte.
(Fortsetzung folgt.)
5 Minuten mit einer Mischung aus zwei Theilen cälcinirter Soda, ein Theil geschlämmtem Bimsstein nnd ein Theil fein pulverisirtem Kalk. Wenn man nach Verlauf obigerZeit die Marmortischs mit Seife und Waffsr abwäscht, werden selbst alte Petroleumflecken verschwunden sein. Calcintrte Soda und geschlämmten Bimsstein kann man von den Dro« guenhandlungen billig beziehen.
OfsnkM. Einen haltbaren Ofenkitt erhält man auf folgende Weise: Unter einen Klumpen Lehm, etwa zwei Fäuste groß, knete man einen Bogen graues Löschpapier, das man vorher mit süßer Milch angefeuchtet hat, und zwar so lange mit den Händen durcheinander, bis sich die Fasern des Lösch« papiers gleichmäßig in dem Lehm vsrtheilt haben. Unter diese Masse mischt man noch 15 Gramm pulverisirtes Salz und 15 Gramm fein zerstoßenes Eisenvitriol und gießt alsdann noch so viel Milch zu, daß das Ganze die erforderliche Consistenz erhält. Dieser Kitt haftet fest in den Fugen und bekommt nicht leicht Sprünge und Riffe. — Außerdem wird ein Kitt empfohlen, welcher aus vier Theilen Lehm und einem Theil Borax besteht; letzterer muß, ehe er mit dem Lehm ver« mischt wird, in heißem Wasser aufgelöst werden. — Ein anderer Recept lautet: Nimm zwei Theile Lehm, 1li Theil gesiebte Asche, l/t Theil Kochsalz, */4 Theil Eisenfeilspäne und ‘/4 Theil gepulverten Alaun und knete dieses Alle» zu einer steifen Masse- Ein solcher Kitt wird sehr fest.
Die Behandlung des Goldfisches im Aquarium. Man füttert den Goldfisch am besten mit Ameisen« puppen, Weißbrot, Insekten oder feingehacktem Fleisch, man gebe aber nie zu viel von den Stoffen, denn es gehen mehr Äquariumfische an Uebersütterung als an Nahrungsmangel zu Grunde. Oblaten eignen sich nicht zur Fütterung, weil sie das Waffer trüben. Im Sommer kann man täglich füttern, im Winter sehr selten. Eine Hauptbedingung für dar Wohlbefinden der Goldfische im Aquarium ist das Vorhandensein von Pflanzen; find solche nicht vorhanden, so muß das Waffer öfter als sonst, im Sommer täglich erneuert werden; dasselbe darf nicht kalt sein und sollte annähernd die Temperatur des bisherigen haben. Man kann sich von dem Wärmegrade desselben durch Anwendung des Thermometers überzeugen. Wenn die Fischs häufig an die Oberfläche kommen und Blasen ausstoßen, so ist dies ein Zeichen, daß fie frisches Waffer haben möchten. Bei richtiger Behandlung werden Goldfische 10 bis 15 Jahre und darüber alt.
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Regenwürmer aus Blumentöpfchen zu vertreiben, wendet man am besten Senfmehl an, welches mit dem zum Gießen bestimmten Waffer vermischt wird. Die Würmer kommen darauf an die Oberfläche und können dann entfernt werden. Der Wurm selbst schadet der Pflanze verhältniß- mäßig wenig, aber die Canäle, die er sich gräbt, leiten das Waffer sofort aus dem Wurzelballen ab und führen leicht ein Austrocknen desselben herbei.
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Ausrarrgirte Filzhüte können mit wenig Mühe zu sehr niedlichen Deckchen als Unterlagen für heißes Geschirr, zu Lampentellern re. verwandt werden. Man lege die Hüte mehrere Stunden ins Waffer, knete sie durch, bis sie weich sind, recke sie nach allen Seiten zu einer geraden Fläche und hefte den Filz mit Drahtnägeln in kleinen Zwischenräumen unter fortgesetztem Ziehen auf ein Brettchen fest. Hier verbleibt er, bis er vollständig trocken ist. Herunter genommen, schneidet man ihn genau rund. Zierstiche, eine Spitze, Franse re- rings herum geben diesen Deckchen ein hübsches Aussehen.
Entfernen von Petroleumflecken aus Marmortischen. Die entstandenen Flecke bedeckt man 4 bis
Veonrischtes.
P e ch. Ein amerikanischer Redakteur hat zwei treue Abonnenten verloren und zwar auf folgende Weise: Ein Vater von zwei Zwillingen wünschte zu wiffen, wie er diese am Besten durch die Periode des Zahnens bringen könnte, und Nr. 2 bat um Auskunft, wie er seinen Obstgarten von einer Unzahl Heuschrecken säubern könnte. Der Redakteur ließ seine Antwort in die Rubrik „Briefkasten" einsetzen, verwechselte aber die Namen der Ansrager. So erhielt Nr. 1, der Besitzer von Zwillingen, die Antwort: „Bedecken Sie sie sorg« fällig mit Stroh und zünden das an, und sie werden die kleinen Quälgeister, die noch ein paar Sekunden in den Flammen umherhüpfen, schnell los sein." Die mit Heuschrecken geplagte Nr- 2 aber erhielt den Rath: „Reichen Sie ihnen ein wenig Kastoröl und reiben Sie die Kinnlade sanft mit einem Elfenbeinstäbchen."
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Deutlich- Fremder (Morgens im Hotel): „Wer hat denn vor mir in diesem Bett geschlafen?" — Wirth: „Ein Circusdirector." — Fremder: „Jedenfalls der Director eines Floh-Circus I"
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Der bescheidene Liebhaber. Frau (zum neuen Dienstmädchen): „Haben Sie einen Liebhaber?" — Mädchen: „Ja!" — Frau: „Was ist er denn?" — Mädchen: „O, gnädige Frau, er ißt nur, was übrig bleibt!"
Durch die Blume. A. (geldstolz): „Was meinst Du wohl, wie viel ich werth sei? " — B.: „Nun, 10,000 Mk." — A.: „Ha! Soviel ist allein mein Ring am Finger werth!" — B.: „Den habe ich auch dazu gerechnet."
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Commerzienräth (protzig): „Was ich bin, bin ich Alles durch mich selbst geworden!" — Besuch: „Das ist hübsch von Ihnen, daß Sie die Blamage allein auf sich nehmen!'
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Ein Philosoph. Cohn: „Warum weinst De?" — I Maier: „Ach, hier steht: Du bist gemacht aus Staub und wirst wieder Staub." — Cohn: „Nu also, was weinst De? Da machst De doch keinen Schaden!"
SichsMn: N. Schryda. — Druck und Verlag der Brühl'schm Druckerei (Fr. Thr. Pietsch) in Gießen.


