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1894
Äs.
Nr. 37.
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und hetabgewirthschaftete Familiengut wieder zu heben und wie die Mutter wünschte, durch eine „reiche Heirath" vor gänzlichem Verfall zu retten — aber er hatte sich noch zu rechter Zeit wiedergefunden.
Und nun nahm er sich vor, seine Sohnespflichten und auch die seiner Staudesehre zu erfüllen mit Aufopferung seiner selbst, sie sollten ihm über Aller gehen, über aller Lieben und Leiden. Et wollte tragen, war dar Schicksal über ihn vet. hängt, bis er sich daran gewöhnt oder bi» er darüber zusammenbrach. Und wenn er unter diesen Gedanken auch manchmal verzweifeln wollte, so tauchte dann Jadwiga» reine» Bild, umwoben vom Glorienschein der Entsagung, Beherrschung und der Opfermuthe», vor ihm auf und wurde ihm zum leuchtenden Leitstern.
Allmälig milderte sich auch der wilde, leidenschaftliche Schmerz um die verlorene Geliebte und wandelte sich in sanfte Trauer um. Frau von Btelinska wußte Romans resignirte Gemüthsstimmung vortrefflich für ihre Zwecke zu benutzen. So gelang es ihr endlich, ihn mit Bitten und Schmeicheleien, Zürnen und Thränen dahin zu bringen, daß er bei dem Grafen Kwilecki um die Hand seiner Tochter Spiridia anhielt.
Die Comteffe war, wie die meisten vornehmen Polinnen, nach französischem Muster erzogen worden. Sie war voll- kommen mit dem Gedanken vertraut, daß sie den einstmaligen Gatten nur au» der Hand ihrer Eltern empfangen durfte. Die Herzensgeschichte — der kleine Roman, wie Gräfin An- tonia sagte, — war vergeflen. Freilich — sie hatte sich eine lange Zeit furchtbar deshalb gegrämt und nur allmälig war das schwärmerische Verlangen, in ein Kloster zu gehen, von ihr gewichen. Run sollte sie Roman heirathen, es war Mama- sehnlichster Wunsch, es blieb ihr nichts weiter übrig, al« gehorsam zu sein. Keine junge Dame vom Stande hätte anders ß h Und war der ihr von den Eltern bestimmte Bräutigam nicht jung, schön und liebenswürdig? Sie kannte ihn von klein auf, er besaß ihre Achtung und ihr volles Vertrauen, er gefiel ihr viel besser, al» andere Herren ihrer Bekanntschaft. Da wäre e» doch eine rechte Thorheit, nein zu sagen.
Aber Spiridia liebte Roman nicht und sie hatte der Mama daraus kein Hehl gemacht. Doch diese lachte sie aus und erklärte ihr, daß Liebe zu einer glücklichen Ehe nicht un- bedingt nöthig wäre; sie znm Beispiel fände e» im höchsten Grade nndeltcat, wenn vornehme Leute verliebt ineinander wären und sich schnäbelten wie die Turteltauben. - Und die kluge und erfahrene Mama mußte dies besser wissen, denn sie war schon so lange glücklich verheirathet, und auch Spiridia würde gewiß auch ohne Liebe eine glückliche Frau werden.
(Fortsetzung.)
Die Glorie de» Feste» war aber der Tanz, da zeigte sich Alle» von der glänzendsten Seite. Während die jungen Edelleute dabei da» volle Feuer, die stürmische Gluth de» polnischen Nationalcharakters entwickelten, entfalteten die Damen die graciöse Schönheit ihrer Gestalten, den verführerischen Zauber und die natürliche, liebreizende Koketterie ihre» Wesen», Eigenschaften, die den Polinnen den eigenthümlichen, fast sinn- berückenden Reiz verleihen.
Beim letzten Mazurek wurde der bi» an den Rand mit perlendem Champagner gefüllte Atlasschuh der Braut herumgereicht. Die Herren tranken begeistert daraus, während die jungen Mädchen ein Hochzeitslied dazu sangen.
Es war ein überaus glanzvolles, fröhliches Familienfest, welches am St. Michaelstage in dem alten Herrenhause von Lygotta gefeiert wurde, aber nicht unter dessen Dache allein, sondern auch draußen unter den im Herbstgewande trauernden Bäumen, unter dem sternenbesäeten Nachthimmel.
Nur einem wollte die echte und rechte Hochzeitsstimmung nicht kommen trotz allen Glanzes, aller lauten Lust ringsum. Es war Roman v. Bielinska, der junge Ehemann. Er saß ernst und still an der Seite seine» lieblichen, ihm eben erst angetrauten Weibe» und au» dem Licht und Dust, der Freude flogen seine Gedanken in eine hoffnungsarme Zukunft hinaus. Er sah bleich und leidend aus und eine tiefe Melancholie war über sein ganze« Wesen verbreitet, welche selbst heute an seinem Ehrentage nicht gewichen war.
Nach der stirchtbaren Nacht, in der die Geliebte ihn verlassen hatte, da war er erst nach Stunden au« der schweren Ohnmacht erwacht, die ihn hülflo« zu Boden warf, Landleute fanden ihn auf, ganz verstört, mit gelähmten Gliedern im feuchten Morgenthau und brachten ihn mühsam nach Lygotta zurück. Dann hatte er viele Tage und Wochen im hitzigen Fieber gelegen, in dumpfer Geistesnacht, und der Arzt und Die trostlose, fast verzweifelnde Mutter fürchteten lange für sein Leben. Aber von dieser Krankheit erstand Roman al» ein anderer Mensch. Die heiße, schrankenlos begehrende Leidenschaft hatte der Vernunft und einem ernsten, festen Wollen Platz gemacht. Sie hatte ihn wohl auf Stunden vergessen lassen, daß vor der Thüre seine« Hanse« bereits der Untergang, da« Elend und die Noth des Lebens lauerten — daß er feine ganze Kraft daran setzen mußte, das verschuldete
Die Wallfahrt nach Czenstochan
Roman von Johanna Berger.
Unterhaltnngsblatt sum Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger)
Samstag, den 31. März.


