Ausgabe 
28.4.1894
 
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Gr ist der Sohn des Amtmanns Reißner aus Harpstedt, | Vater!" erwiderte der Student.

So, so! Was ich sagen wollte: wenn Du heute den | Doctor mitgebracht, die Stelle eines Rentamtmanns auf Hennig, stedt, dem Gute des Grasen von Schwalb, wäre Dir wohl nicht entgangen, aber so ist es eben nichts."

Weither zuckte die Achseln.

Nun, zu Tische sehen wir uns wieder!" erwiderte der Vater und ging in den Laden. r IE

Weither aber zog ein bitterböses Gesicht, stampfte leise wie im Zorn mit den Kanonenstieseln auf, rauchte sich die lange Pfeife wieder an und stieg die Treppe zum blauen Zimmer hinauf, wo sich auf dem Plüschteppich der Freund mit den beiden großen Hunden abbalgte.

(Fortsetzung folgt.)

GeimesnnÄtziges.

Unkrautfreie Gartenwege. Um zu erreichen, daß Gras und Unkräuter mannigfaltigster Art nicht mehr auf Gartenwegen aufkommen, dieselben in so lästiger Weise über­wuchern können, empfehlen diePomologischen Monatshefte , folgendes Verfahren einzuschlagen. Wenn im Sommer der Boden stark ausgetrocknet ist, werden die Gartenwege rein abgekehrt, festgestampft und mit heißem Steinkohlentheer über- zogen, ähnlich, wie die Pappdächer man damit bestricht. So lange, bis der Theer völlig trocken geworden ist, dürfen die betreffenden Wege natürlich nicht betreten werden. Ist dieses der Fall, sind die Wege hart geworden, so überstreut man dieselben alsdann mit einer dünnen Sandschicht.

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Zur Rettigcultur wird am meisten bevorzugt der Münchener (Sommer- und Herbst») Bierrettig, reinweiß im Fleisch, welchen man von Anfang April bis August aussäen kann. Obwohl bei gutem Samen ein Ausschießen nicht zu befürchten, ist es doch nöthig, die Pflänzchen rechtzeitig aus» zudünnen; sie folleu nicht enger als in 30 Centimeter gegen­seitiger Enifernung stehen bleiben. Gut gedeihen alle Rettigs nur im lockeren, humusreichen und kräftigen, nicht zu trockenem Boden, am besten sagt ihnen im Herbst umgegrabener Gras» hoben zu. Wegen des ausgeprägten und doch milden, appetit­erregenden Geschmacks wird der genannte Rettig vorzugsweise zum Bier genossen. Zu starke Düngung schadet ihm, da er durch dieselbe leicht knotig und^holzig wird.

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Eine weitze, harte Kruste setzt sich vielfach oben an den Blumentöpfen an. Unrichtige Behandlung der Topf­pflanzen ist die Urfache. Man sehe darauf, daß die Pflanzen in nicht zu großen Töpfen stecken; nur dadurch wird in Folge der Möglichkeit des Durchsickerns des Waflers ein Sauer­werden der Erde, welch' letzteres eigentlich die harte Kruste verursacht, vermieden. Zu häufiges Gießen kann jedoch manchmal auch die Ursache dieser Erscheinung sein. Die Töpfe reinigt man mit einer steifen Bürste unter Anwendung von Wasser mit Salpetersäure vermischt.

Beim Gt-tzen der Topfpflanzen halte man sich an folgende Grundregeln. Gieße nur dann, wenn die Pflanze wirklich Bedürfniß nach Wasier zeigt, d. h wenn die Erd- schicht bis auf eine Tiefe von 2 bis 4 Centimeter ausgetrocknet ist. Man soll aber in dieser Beziehung nicht zu weit gehen und die Pflanze zu lange ohne Wasier lasien, was allerdings nicht selten vorkommt. Ist das Unglück aber einmal ge­schehen, so gieße man mit großem Bedacht, zuerst nur wenig und mit ganz warmem Wasser, bis sich die Pflanze wieder erholt hat.

Buxbaum schadet den Hühnern, da in den jungen Trieben thatsächlich Giftstoff enthalten ist. Es sei also davor gewarnt!

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Mostrich-(Senf) Bereitung. Man nehme t'/z Pfund gepulverte Weizenstärke, 2 Pfund Wasser und 6 Pfund schwachen Essig, erhitze das Gemisch im Dampfbade bis zum gleichmäßigen Kleister, dann werden 2V2 Pfund Senfmehl, 1 .Pfund Zucker, 2i/2 Pfund schwacher Essig, 4 Gramm Kardamom und 2 Gramm gepulverte Nelken hinzugefügt und das Ganze durch einen feinen Durchschlag getrieben. Nach zwei Tagen kann der Mostrich gebraucht werden.

Vermischtes.

Der Begeisterte. Herr (der sehr stottert, in der Apotheke hnpermangansaures Kali verlangend):Hpp Hyp" - Profisor (Mitglied des Ruderclubs, in großer, plötzlicher Begeisterung):Hurrah!"

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Doppelt hält besser. Modistin:Diesen Hut müssen Sie jedenfalls nehmen, mein Fräulein; er steht Ihnen sehr gut. Das Facon ist auch sehr modern und, beliebt. Außerdem macht er Sie um mindestens zehn Jahre jünger!" - Alte Jungfer:Ach bitte dann geben Sie mir gleich zwei!"

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Schief ausgedrückt. Gnädige Frau:Sie geben also Tanzunterricht!" - Tanzlehrer:Gewiß, Tanz- und Anstandsunterricht!" Gnädige Frau:Bitte, den Anstands- Unterricht können Sie sich bei meinen Töchtern ersparen; den hat keine von ihnen nöthig." *

Eine Frage zur Zeit.Es gibt keine Kinder mehr I" klagte eine Mutter, als eines ihrer Kinder eine altkluge Be­merkung machte.Hast Du denn an uns acht nicht genug, Mama?" fragte ein anderes.

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Geringe Meinung. Ein Student erhascht beim Glückgreifen am Silvesterabend den Verlobungsring. Junges Mädchen (zum Vater des Studenten):Ihr Sohn hat den Ring gegriffen." Vater:Unsinn, wenn der einen Ring greift, so ist es sicher ein Häring."

Sauber und alt.Siehst Du, wie sauber ich bin! Ich halte mir sechs Zahnbürsten." -Das glaub' ich schon, für jeden Zahn eine Bürste."

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Guter Trost. Husaren - Wachtmeister (beim Verlassen eines Städtchens zu seiner Geliebten):Aber so wein' doch nit, Rest! Tröst' Di nur; der liebe Gott wird mi nit ver­lassen; ich krieg' schon wieder 'n anderen Schatz!"

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Auch ein Urtheil. Mama:Ach, dieser Assessor Lehmann, bin ganz entzückt, wirklich ein prächtiger Mensch! Tochter (geringschätzig):Aber Mama, ich bitte Dich. Der Mensch ist ja schon längst verlobt."

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Moderne Dienstboten. Hausfrau:Wieviel be­anspruchen Sie Lohn?" Dienstmädchen:Bei der Frau Räthin hatte ich nur dreißig Thaler." Hausfrau:Nun, das wäre mir recht---" Dienstmädchen:Ja,

aber ich habe dafür von Frau Räthin auch Klavierunterricht bekommen, wenn Ihnen das auch recht wäre, so könnten wir's ja fest machen."

Redaction: A. Scheyda. Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Thr. Pietsch) in Gießen.