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Pracht und Glanz nicht imponirt werden könne, daß er durch Diamanten und Juwelen fast geblendet sein müsse. Sie wollte ihn durch Einfachheit und ihre eigene natürliche Lieblichkeit bezaubern. So hatte sie ein weißes Spitzenkleid gewählt, das in zarten Wolken von den Schultern herabfällt und die Arme völlig frei läßt. Durch das feine Spitzengewebe schimmert das zarte Milchweiß der herrlich geformten Büste. Nicht der geringste Edelstein ziert das duftige Gewand, desien Falten über der Brust und an den Seiten durch kleine Büschel Maiglöckchen und Heckenrosen zusammengehalten werden. Ein gleiches Sträußchen ist in dem hochfrisirten kastanienbraunen Haar befestigt. In ihrer keuschen Einfachheit sieht sie aus wie der verkörperte Frühling. Ihre großen Augen glänzen; das zarte Jncarnat ihrer Wangen vertieft sich; ihr frischer Mund lächelt- (Fortsetzung folgt.)
Mchenplanderei über Allerlei.
Von Eugenie Tafel.
Manches kommt einem in der Küchenpraxis aus dem Sinn, oder man kennt auch das eine und andere nicht, was nützlich und angenehm ist zu wissen; da ist denn die „Kochschule" so recht der Platz, Einzelerfahrungen auszusprechen und auszutauschen.
Beim Supp e koch e n möchte man immer wieder mahnen, die Knochen erst allein mit kaltem Wasser aufzusetzen und ganz langsam erhitzen, das Suppenfleisch, wenn es für den Tisch bestimmt ist, erst in das heiße, noch nicht kochende Wasser zu geben, damit die Suppe kräftig wird und das Fleisch nicht ausgesogen- Die Knochen geben dann, was sie von Kraft besitz n, dem kalten, langsam kochenden Wasser ab. Außer Spargel und Blumenkohl sind es von Gemüse Kohlrabi und Wirsingkohl, welche die Suppe schmackhaft machen, weit mehr als das eigentliche Suppengrün, was be- sonders zu beachten ist.
Gerste macht die Suppe kräftiger, Reis dagegen schwächer. Eine nahrhafte Suppe ohne Fleisch ist besonders von Gerste herzustellen, am besten mittelstarke Sorte, aus den Teller ‘/2 bis 3/4 Eßlöffel gerechnet- Die Gerste wird mit kochendem Wasser überschüttet, abgegossen, ein Stück Butter dazu gegeben, V2 Wallnuß groß auf den Teller gerechnet, langsam kochendes Wasser und Salz dazu gegeben. Blumenkohl oder in Ermangelung Wirsingkohl, Kohlrabi, etwas geschälte Kartoffeln (oder später im Jahr Sellerieknolle und Poree (Lauchstengel) in paffenden Stückchen), fast von Anfang an mitgekocht, recht langsam und lange. Etwas Liebigs Fleisch- extract macht die Suppe natürlich besser, und wenn dieser länger mitgekocht wird, dieselbe einer richtigen Fleischsuppe ähnlicher. Es ist das weit besser, den Fleischextract ordentlich mitkochen zu lassen, als ihn beim Anrichten oder erst auf dem Tisch, wie es häufig geschieht, an die Suppe zu rühren.
Recht empfehlenswerth ist auch „Nierensuppe". Kalbsnieren sind ein zu viel begehrter Artikel, aber Hammels- nierchen wohl überall, jetzt in der Hammelzeit, leicht und billig zu haben. (Natürlich muß man Nieren überhaupt gern essen.) Zwei Nterchen auf drei Teller Suppe gerechnet, geben eine so kräftige Suppe, wie sie nur irgend aus theuerm Fleisch herzustellen ist. Man kocht sie entweder vorher weich und gibt dann eine Einbrenn daran, oder, was vorzuziehen ist, es wird zuerst Mehl in Butter bräunlich gerührt, mit heißem Wasser abgelöscht, so viel als man Suppe braucht, Salz dazu und darin die Nieren weich gekocht. Dann schneidet man letztere in feine Schnitzeln, das Weiße inwendig weg und gtt sie wieder in die Suppe, welche nach Geschmack dünner oder dicker gemacht wird.
Ochsenniere gibt auch gute Suppe, doch schmecken die Schnitzeln weniger fein- Dabei sei bemerkt, daß auch beim
Suppenfleisch, ein Stück Ochsenniere oder Leber mitgekochi, die Brühe wesentlich kräftiger macht-
Das Geheimniß guter Bratensauce ist die Milch. Fast jeder Braten gewinnt ungemein, wenn statt Wasser zur Sauce Milch genommen wird, am besten frische, ungekochte, noch besser freilich saurer Rahm, welcher die Sauce sämig macht. Aber auch Milch bindet die Sauce und macht sie ganz besonders schmackhaft, muß aber gut verrührt werden.
Bei allem Gemüse und grünem Salat muß man darauf achten, daß das Abwaschen rasch geschieht und nichts im Wasser liegen bleibt, wodurch den Gewächsen die beste Kraft entzogen wird. Diese Regel gilt bei allem Fletsch.
Ist das Fleisch nicht mehr ganz frisch, so wäscht man es, wenn nöthig wiederholt, in Wasser, welchem etwas übermangansaures Kali beigegeben wird, so daß es eine schwach- rothe Färbung bekommt; wenn dieselbe keine bräunliche Farbe mehr annimwt, dann ist das Fleich befreit von jedem Geruch. Fügt man dem Wasser zum Gemüsewaschen Salz bei, so kommen versteckt gebliebene Raupen zum Vorschein, und die grünen Blattläuse, welche beim trockenem Wetter häufig dem Salat anhaften, fallen zu Boden. Beides, Salat wie Gemüse, muß gleich auf einen Durchschlag kommen und wird zum Gebrauch leicht ausgedrückt.
Längeres Abkochen des Gemüses nimmt ihm gleichfalls den Hauptwerth; ein Ueberwall kochenden Wassers genügt, wenn es nicht gleich überhaupt mit dem Fett zusammengekocht wird. Die Ansicht, daß Gemüse durch Abkochen verdaulicher wird, ist als unrichtig nicht genügend bekannt. Er werden im Gegentheil die Nährsalze dadurch abgeschwächt.
Fast jeder Salat wird am besten zuerst allein mit gutem Oel vermischt und kann so stundenlang stehen, ohne zusammenzufallen, eingeschnittene Gurken ohne Brühe zu ziehen- Wenn nicht mit eigentlicher Mayonaisensauce begossen, mischt man Salz, Pfeffer, Essig oder Salatsauce ohne Oel angerührt, erst eben vor dem Gebrauch mit dem Oel getränkten Salat. Salat, wie manche Gemüse g winnen wesentlich durch Zugabe von etwas Zucker, ohne daß es süßlich schmecken darf, wenn das aber gewünscht wird, dann muß mehr Zucker genommen werden.
Dagegen gewinnen süße Speisen, auch eingemachte Früchte, durch Zugabe einiger Körnchen Salz. Auch die Haltbarkeit der Früchte soll dadurch erhöht werden. Wenn Konfitüren, sonst mit aller Vorsicht behandelt, doch oft nachher verderben, so ist zumeist der Grund darin zu finden, daß zugleich mit ihnen andere Speisen auf dem Herde kochen, was durchaus zu vermeiden ist. Wenn andere Dämpfe in das Eingemachte hineinschlagen, kann auf Haltbarkeit nicht gerechnet werden.
Beim Backen ist zu beobachten, daß Schneeschlagen wie Rühren rasch, aber mit leichter Hand geschieht, ohne jede Kraftanstrengung. Etwas Citronensaft ist förderlich bei beiden. Sobald aber Eigelb mit dabei ist, darf Citronensaft erst zuletzt beigefügt werden, handle es sich um süße Speisen oder um Gebackenes.
Bei Confect, das auf Papier gesetzt wird, das immer untadelig, rein und weiß sein muß, genügt nicht immer, Zucker zu streuen für das Loslassen. Man drehe das Papier nach dem Backen vorsichtig um und bestreiche die Rückseite mit warmen Wasser ziemlich naß, und nach wenigen Minuten wird sich das Papier ohne Mühe loslösen, so daß keine Spuren desselben an Macronen und dergleichen als häßliche Zugabe hängen bleiben.
Vevinifchtes.
Umschreibung. „Ei, woher haben Sie denn diesen Schirm mit dem schönen Griff?" — „Der ist mir gestern im Wirthshaus vertauscht worden." — „Ach so; nun, da haben Sie wohl keinen so schlechten Tausch gemacht?" — „Freilich nicht, denken Sie sich, welches Glück, ich hatte meinen eigenen Schirm zu Hause stehen gelassen."
Redaction: A. Scheyda, — Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Lhr. Pietsch) in Gießen,


