Ausgabe 
27.2.1894
 
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Druck und Verlag der Brüh-l'schcn Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen.

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Bei Frost graben. Man dulde nie, daß das Garten­land betreten wird, wenn es naß ist, denn es ballt sich dann fest zusammen und es bleibt kloßig und fest ein ganzes Jahr hindurch- Deshalb ist es auch fehlerhaft, schweren Boden mt Herbste umzugraben bei offenem feuchten Wetter. Mit aus­gezeichnetem Erfolge läßt sich dagegen bei leichtem Frostwetter graben. Fast jeder Winter hat eine größere Reche milder Frosttage, an denen man das Land ohne Schaden betreten und mit scharfem Spaten die leichte Frostdecke ohne Muhe durchstechen kann. Der Boden durchlüftet und durchfriert gründlich, zerbröckelt und wird mürbe. - Frost ist für ieden fchweren, bindigen Boden das allerwerthvollste Verbefferungs« mittel, das man so ausgiebig, wie nur irgend möglich, darauf einwirkeNjlaffen sollte.

Gegenmittel bet Vergiftung von Hühnern, Gänsen Enten durch Petersilie, Herbstzeitlose» Kaffeesatz rc. ist saure Milch und Essig im Trinkwaffer.

Milchreis mit Apfelmus Der Reis wird in kaltem Waffer abgegoffen und, nachdem der Reis noch zweimal mit heißem Waffer abgebrüht worden ist, wird er mit etwas Salz in die kochende Milch gethan und hierin weich gekocht. Das aus den Aepfeln, Zucker und Zimmet bereitete Apfelmus wird über den Reis gethan und wird ein sehr schmackhaftes Essen, welches gewöhnlich ohne Beilage gegeben wird.

Ob bei Nachtfrösten int Frühjahr die Knospen der I Obstbäume erfroren sind, kann man leicht ersehen, wenn man I sie quer d. h. von der Seite aus, durchschneidet. Zeigt der I Durchschnitt auf seiner Fläche schwarze Punkte, so i|t es mit der Freude aus. * #

Das Rosten der Gartengeräthe wird der- I mieden durch einen einfachen Fettfirmß, welcher dem Sauer- I stoff der Luft den Zutritt verwehrt. Zu diesem Behufe schmilzt man 3 Theile Sp-ck mit 1 Theile Harz (Pech) zu- sammen und trägt die Mischung mit einer Büste oder einem Lappen auf. * , I

Pftanzen in Moos zn ziehen. Fülle die Blumen- töpfe mit Moo», lasse die Pflanzen darin wachsen, wobei man wie bei Erde verfährt und nur das Moos von Zett zu Ze t zusammendrückt. Viele Pflanzen wachsen in demselben weit besser als in der Erde. Kalthauspflanzen, dte in der Erde nicht treiben wollen, kommen in Moos sehr gut fort.

Behandlung der Erdbeeren. Aeltere Erdbeer- I standen leiden oft sehr unter der schädlichen Verlängerung des Wurzelhalses oder Strunkes, welcher schon tm Laufe eines Wahres die Erdoberfläche überragt und nun, je mehr Blätter I die Pflanze treibt, immer länger wird. Eine solche Pflanze wird schwach und unfruchtbar. Man muß daher im Frühling sorgfältig die Erdbeerbeete untersuchen, die Pflanzen entweder anhäufeln oder aber, was noch besser ist, fo viel Composterde und Mist auftragen, daß die Wurzelhälse davon bedeckt werden. Wer die Sache bis zur Blüthe versäumt, darf auf kernen Fall mehr mit der Hacke häufeln, denn alles Hacken der Erd- beeren während der Blüthe wirkt schädigend auf die Fruchtbarkert. I

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Trinkwaffer zu Prüfen. Um sich von der Güte des Trinkwassers zu überzeugen, fülle man e»ne Vz-Llterflasche dreiviertel voll Waffer und thue einen Eßlöffel voll besten reinen Zucker hinein, verkorke die Flasche fest und stelle sie an einen warmen Ort. Zeigen sich nach 3648 Stunden keine weißen Flocken, ober ist das Wasser nicht milchig ge­worden, sondern klar gebliebdn, so ist es gut.

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Zvjsche zu conserviren Der Fisch wird geöffnet, auf feinen fleischigen Theil Zucker gestreut und zweibtsdrei Tage horizontal gelegt, damit der Zucker gehörig eindringt. Auf diese Weise kann man Fische lange Zeit vollkommen frisch und gut schmeckend erhalten, wie eben gefangene. Lachse, auf diese Weise vor dem Einsalzen und Räuchern behandelt, haben einen weit angenehmeren Geschmack und ist ein Eßlöffei voll Zucker für einen 2 bis 3 Kilo schweren Lachs hinreichend.

Vermischtes.

Die Richtige. A.:Freund, kannst mir gratuliren; habe mich verlobt I" - B.:So, hat sie wA? A.: Geld nicht, aber Verstand für Zwei, sag 'ch»Dir! - 3.: Nun, dann gratulir' ich Dir zu dieser passenden Partie!

Ein fleißigerArbeiter" Herr:Aber Junge, das ist doch unverschämt, so spät Abends noch zu betteln! Betteljunge:Ja, Herr, bei den schlechten Zeiten muß man eben Ueberstunden machens *

Bosh'afte Frage. Lehrer:Also Du willst nicht wissen wie viel 2 mal 2 ist (zählt ihm mit dem Stock fünf auf).' Weißt Du's jetzt?" Schüler:Das war eins zu viel!" , .

Blaues Blut. Baron:Wie kannst Du nur fo un- geschickt fein und mich schneiden!" - Barbiergehtlfe:Ich wollte nur mal sehen, ob blaues Blut käme.

Galant. Dame:Und wo soll ich das Recept bereiten I lassen, Herr Doctor?" - Arzt:Natürlich nur in der Engel-

Apotheke, meine Gnädige!", ,

Kurz und gut. Lieutenant:Sagen Sie mir einmal, Witzmann, was ist das für ein Zeichen, wenn am Verschlüsse des Rohres die Pulvergase entweichen? Witzmann.Ein sehr schlimmes Zeichen, $err Lieutenant!"

Auch eine Abbitte. Ein Bauer wird wegen Belei- digung de» Schultheißen zu zwanzig Mark Buße verurtheilb Außerdem erhält er die Auflage, am nächsten Sonntag nach I der Kirche auf dem Kirchenplatze, dem Versammlungsorte der

GemeÄmitglieder, vor dem Schultheißen öffentlich Abbitte zu leisten. Dies thut er wirklich und zwar mit folgenden Wor- ten:Daß i de Schultes g'schimpft Han, fell rfch wahr, daß

I er aber a braver Ma' isch,,sell mueß i sage.

Fortschritt. Arzt (zum Reconvalescenten): «Nun waren sie heute spazieren, Herr Schlaucherl; wie geht- mit den Beinen?"Gut, gut, lieber Herr Doctor; wieder I drei Wirthshäuser weiter gekommen, wie gestern-

Im Zweifel. Prinzipal (der seinen kranken Commis | besucht):Zwei Aerzte und all' die Flaschen und Gläser! | «Diener, wie können Sie sich bei Ihrem kleinen Salair aber I eine so kostspielige Krankheit leisten?"

Es wär' so schön gewesen. Erster Student (zu seinem Stubencollegen):Was hast Du denn da ? Einen , Brief von Damenhand?" Zweiter Student (seufzend). Ach ja aber leider von meiner Wäscherin, bte null . 1 Gelb!"