603

ä*16®481* ®mb d-m°4 Du gute, edle Seele I"

L0' 6urtI Schwere Krankheit und Un. Sänfte" ?e" ncS Vervollkommnung ringenden Menschen Aer'c Q S Reichthum und irdisches Glück, ?U °uch, daß man noch sehr unvollkommen war und noch reinere Wege wandeln muß, um gottgefällig zu werden. Leider stehst Du Deinem bisher ziemlich leicht« sinnigen Denken und Thun meinem Herzen nich? so nahe wie s°llte Curt, aber ich hoffe, daß auch Du noch den rechten Weg kennen lernen wirst."

H biefer schmerzlichen Stunde," ffik unb 303 °uf's Neue des kranken

Unkels Hand an seine Lippen.

{x. a "?ra/,ma9 Dir Gott Kraft verleihen, Deine guten Vor- Stimme ttuS3ufii^cen'" sagte der Commerzienrath mit lauter

Der Arzt zuckte mit den Achseln und sagte sehr ernst: Das kann man bei einer derartigen Verwundung nie voraus« sagen, bie Heilung kann drei bis vier Wochen, unter Um« ständen aber auch drei bis vier Monate dauern."

Traurige, sehr traurige Aussichten!« flüsterte Matthey.

Wie wird mein unglücklicher Onkel mit seinem regen Gerste und seinem an Thätigkeit gewöhnten Leben dieses Schmerzenslager überstehen!"

Es ist für ihn später eine recht liebevolle Pflege nöthia," entgegnete der Arzt,denn ein solcher Patient bedarf auch der Aufheiterung des Gemüthes. Vielleicht können Sie einen Theil dieser Aufgabe übernehmen, Herr Matthey. Am besten wäre es freilich, wenn außer der Krankenpflegerin noch eine gebildete Dame, vielleicht eine Verwandte, sich der Pflege und Unter« Haltung des Patienten später annehmen würdß."

"^i" Onkel und ich besitzen leider keine Verwandte, welche sich dieser Aufgabe unterziehen könnte," erklärte der Maler.

Nun, vielleicht finden Sie einen anderen Ausweg, es braucht ja nicht unbedingt eine Verwandte zu sein, die einen wichtigen Theil der Pflege der Patienten übernimmt."

Matthey setzte sich dann an's Fenster, um auf das Er« wachen des Patienten zu warten und verlor sich in ein schmerz« liches, trübes Sinnen, welches häufig durch besorgte Fragen an den Arzt oder Krankenpfleger unterbrochen wurde.

Nach fast zweistündigem Warten verkündete endlich der Arzt dem Maler, daß Commerzienrath Homberg aus feinem Schlafe m leidlichem Zustande erwacht fei und feinen Neffen auf einige Minuten empfangen könnte.

Eine große Erregung bemächtigte sich des Malers, schwan« kenden Schrittes trat er in das Krankenzimmer und sank mit schmerzlichem Schluchzen am Bette des Onkels auf einen Stuhl, j

»Welch' ein entsetzliches Unheil mußt Du ertragen, mein » armer Onkel?" seufzte Matthey dann und erfaßte die Hand i bes Kranken, um sie an bie Lippen zu ziehen.

Eine schwere, schwere Prüfung ist über mich verhängt," sagte der Commerzienrath mit schwacher Stimme,aber ich hoffe zu Gott, baß er mich in seiner Gnade wieder gesund werden läßt und dann läßt er mich vielleicht auch erkennen,

Der Maler verbrachte eine entsetzliche, schlummerlose Nacht und bereits früh um sechs Uhr lief er wieder nach dem Hause Hombergs.

Entschuldigen Sie, Herr Doctor, daß ich so früh störe," »x® t Weiche Maler, als er in das Vorzimmer trat,aber § hatte keine Ruhe mehr zu Hause, so sehr regte mich die &effer?einen Dnkelßund Wohlthäter auf. Geht es ihm

Kann ch Dir hier an Deinem Krankenbette oder in seinen geschäftlichen Angelegenheiten einen Dienst erweisen, so bitte ich um Deine Wünsche," frug jetzt Matthey

Hier kannst Du mir manchmal eine Stunde die Zeit vertreiben helfen, wenn meine Genesung soweit vorgeschritten ist, daß rch längere Besuche erwarten kann," entgegnete Hom« berg-Aber in meinen sonstigen Geschäften kannst Du mir nichts helfen, denn davon verstehst Du nichts, und mein Pro« cunfi und der Kassirer werden inzwischen schon ihre Pflicht thun. Auch werde ich heute mit Beiden einige Worte sprechen, denn sie werden mich Nachmittags besuchen. - Noch ein ?°rt habe ich mit Dir zu reden, Curt, ehe Du gehst. Du

vielleicht Sorge wegen meines Testamentes. Dasselbe T für den Fall meines plötzlichen Ablebens längst gemacht, ^ein Universalerbe bist Du nicht, denn das große Vermögen würde ber ©einem Leichtsinn Dir nur zum Verderben ae« ^chen, ich habe aber dafür gesorgt, daß Du im Falle meines Hinscheidens eine Jahrespension erhältst, von der Du anständig leben kannst, falls Du es in Deiner Kunst zu keinen bedeutenden Leistungen bringen solltest." 8

r, Der Maler biß sich auf die bleichen Lippen und blickte scheu zu Boden. Auch letzt auf dein schweren Krankenlager f ber Onkel Homberg noch derselbe klar blickende und sicher entschließende Mann mit dem scharfen Verstände und dem guten Herzen-

| , "Ich befürchte übrigens von Deiner vorgestrigen Bitte baß Dich noch immer Schulden drücken. Indem rch hoffe, daß dieses Mal Dein Entschluß Dich wirklich zu ändern und Dich Deiner Kunst zu widmen, ein ernster ist, 10,111? nachmals sechstausend Mark auszahlen taffen, womit Du hoffentlich Deine drückendsten Schulden bezahlen und ohne Sorgen arbeiten kannst."

_ , ''Deichen Dank für diese unverdiente Güte, lieber Onkel, stotterte Matthey und drückte Homberg wiederholt die Hand.Ich weiß nicht, ob ich jemals im Stande fein werde, Dir für so viele Beweise einer väterlichen Huld recht zu bankem fuhr der junge Maler schwärmerisch fort,deshalb will ich zetzt auch den Versuch machen, Dir vielleicht schon heute eine kleine Freude, oder sagen wir besser eine Genug« thuung zu bereiten." ü

34 verstehe Dich nicht, Curt, rede deutlicher!«

Nun, ich darf Dir sagen, Onkel, daß bie verwütwete Varonin Hilda von Sassen, geborene von Hausen, sehr großen Antheil an Deinem klnglück nimmt und sich sehr freuen wird wenn sie von mir erfährt, daß Dein Befinden gute Hoffnung auf Genesung erweckt." * " 3

Sie hat mich also doch nicht ganz vergessen," rief der Commerzienrath und ein leichtes Roth verklärte auf einen Moment sein bleiches Antlitz!

Cie würde mir sogar einen Gruß an Dich bestellt haben, wenn, wie sie verlegen eingestand, sie Dich nicht einst schwer gekränkt hätte und erst Deine Verzeihung haben müßte bevor sie Dich grüßen lassen könnte."

Ich habe ihr nie gezürnt und habe ihr also ^deshalb

Das Fieber hat im schlimmen Grade bis heute Morgen vier Uhr angedauert, aber jetzt ist es, Gott sei Dank, über« wunden und der Kranke liegt in einem tiefen Schlummer. Sobald er aus demselben erwacht ist, dürfen Sie ihn sprechen."

Ich danke Ihnen für diese gute Botschaft, Herr Doctor," erwiderte Matthey und seine blaffen Wangen rötheten sich vorübergehend.Ich nehme also an, daß mein Onkel seiner baldigen Genesung entgegengeht."

Soweit ist es noch nicht mit der Besserung vorgeschritten," bemerkte der Arzt,denn die Wunde ist zu groß und tief und es können während ihrer voraussichtlich langsamen Hei­lung noch schwere Ruckfälle eintreten."

Die Wunde ist zu groß und tief!" seufzte Matthey wie in einem bösen Traume und sein Körper erzitterte dabei wie im Fieberfrost.O, mein armer, unglücklicher Datei!" . Sie noch nicht, Herr Matthey," entgegnete

Arzt tröstend,denn der Verlauf der Heilung der Wunde ist im Ganzen normal und wir dürfen, wenn keine schlimme Wendung eintritt, das Beste hoffen." w

Wann glauben Sie, daß die kritische Zeit der Heilung der Wunde vorbei fein wird, Herr Doctor?'

Wenn nun Alles gut geht, so wird sie in zwei Tagen vorbei sein, denn der Kranke ist jetzt fieberfrei."

"PkQ«roatltt Sie, daß mein Onkel vollständig genesen fCitt rottb ?