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feSoüSstil
Dienstag, de« 25. December.
Weihnachten!
Nun wieder stieg mit tausend Kerzen Herauf die hochgeweihte Nacht, Und wieder kündet allen Herzen Sie ihre heilte Zaubermacht. — Von neuem strahlt durch'» Erdendunkel Von Bethlehem der hehre Stern; Er grüßt mit seinem Lichtgefunkel Die Christenheit in Nah' und Fern'! Und das Gedenken sel'ger Zeiten, Noch einmal kehrt es hold zurück, Es will die Brust uns sehnend weiten, Erinn'rung an entschwund'nes Glück. — Noch einmal winkl's wie Märchenfl,mmer Auf Flügeln der geweihten Nacht;
Des Festes gold'ner Strahlenschrmmer Hat uns das Glück zurückgebracht I Jetzt schweigt des Tags verworren Tosen, Em stiller Friede ist genaht, Er schüttelt lächelnd seine Rosen Auf unfern rauhen Pilgerpfad. — Die Liebe webt froh ihre Kreise Nun um den grünen Tannenbaum — E« klingt in un» die alte Weise, Wach wird der Kindheit gold'ner Traum! Willkommen denn in deiner Schöne, O Christi Fest, so wunderbar — Laut grüßen dich der Glocken Töne, Bewegt grüßt dich der Gläud'gen Schaar. O, breite deinen vollsten Segen Weithin durch alle Lande aus, Und dein Symbol glänz' allerwegen Sieghaft im Zeitensturmgebraus I
B. Neuendorff.
Der Schuldige.
Criminal-Novelle von W. Roberts.
(Forriegung.)
Sollte die Baronin noch kommen? Dieser Gedanke gab dem Unglücklichen neue Kraft, denn jetzt würde fich sein Schicksal entscheiden.
7 Er schritt nach der Thüre und öffnete dieselbe zuvor- i kommend. Seine Ahnung hatte ihn nicht betrogen, denn et war wirklich die Baronin van Soffen, welche mit freundlichem Gruße, aber auch in sichtlicher Verlegenheit eintrat.
„Entschuldigen Sie gütigst, Herr Matthey," sagte sie dann nach der ersten Begrüßung, „ich wollte nur fragen, ob Sie in der letzten Woche das Bild meiner Tochter fertig gemalt haben?"
"3<5 bitte um Ihre gütige Nachsicht, gnädige Frau, das Bild ist leider noch nicht fertig, denn ich war in letzter Zeit ganz außer Stande, arbeiten zu können."
™ das bedauere ich sehr. Waren Sie krank, Herr Matthey?' ■
„Krank?" erwiderte der Maler traurig. „Ja, krank bin ich, aber nicht im Körper, sondern in der Seele. Ich fühle mich ganz elend und unglücklich und habe Niemand, dem ich mich anvertrauen könnte, und besitze noch weniger eine Person, die mir in dieser Seelenpein beistehen möchte"
„Das ist ja entsetzlich," bemerkte die Baronin. „Haben Sie denn keinen Verwandten, keinen Freund, dem Sie sich anvertrauen können?"
„In dieser Angelegenheit besitze ich keinen Freund," antwortete der Maler mit einer solchen tiefen Traurigkeit, daß das edle Herz der Baronin davon tief ergriffen wurde.
„Falls Sie glauben, daß ich Ihnen helfen kann, so bitte ich darum, mir Ihr Vertrauen zu schenken," sagte sie dann in herzlichem Tone.
„O, Sie wollten die Barmherzigkeit, die engelgleiche Güte haben, mir zu helfen, gnädige Frau," rief Matthey wie ein Ertrinkender, dem sich eine rettende Hand bietet, und sein ganzer Körper zitterte vor Aufregung.
„Wenn Sie mir Ihr Herzeleid anvertrauen wollen, so bitte ich, mir darüber zu schreiben," entgegnete jetzt die Baronin sanft abwehrend, „denn ich kann nicht länger hier verweilen. Ich hatte in der Erwartung, daß das Bild fertig sei, meine Tochter und die Gouvernante hierher bestellt, ich sehe aber, daß sie nicht gekommen sind. Das beunruhigt mich und ich muß noch Hause gehen."
„O, darüber können Sie sich beruhigen, gnädige Frau," sagte der Maler und zwang sich zu einem Lächeln, „denn die Baroneß und die Gouvernante waren bereit» vor einer Stunde hier und sind erst nach längerem Warten wieder fortgegangen, weil die Gouvernante glaubte, daß ein Mißverständ- mfe vorliege oder daß die gnädige Frau verhindert wordeu sei, zu kommen."
„Ich war allerdings wegen eine» traurigen Anlaffe» verhindert, zu verabredeter Zeit hier zu sein," entgegnet« die


