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man ab und zu mit einem lieben Freunde zusammenkommt, | ist wunderbar. Nichts einfacher, .als daß sie sich heirathen. um ein Stündchen mit ihm zu verplaudern." I Begreifen Sie das nit?'

Es ist besser, man unterläßt es, man muß stets den I Annie schüttelte den Kopf. ~

Gesetzen des Anstands, der guten Sitte folgen," erwiderte kurz'Nein, er wird sie nicht nehmen! Er ist bin Goldfisch,

die Räthin und wandte stch zum Gehen. I jäger! Er hat mir selbst gesagt, daß er sich nichts aus ihr

Annie senkte schuldbewußt ihr Köpfchen und folgte der I bie 2T*rern

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bad wechselt das Wetter beständig. Es waren ein paar stille I roirb< Dabei steckt er tief in der Klemme, denn mit seinem eintönige Tage für das Mge Mädchen. Die Räthin litt am @e(be er halt ein biflerl schlecht. Eine Millio-

Brunnenrausch, fühlte sich unwohl und verließ ihr Zimmer I «erabe das, was er brauchen kann. Er wird nit nicht. Das Stubenmädchen mußte das Esten aus dem Nestau- bumm J unb ba§ ^jche Weiberl nehmen!" rant holen und man speiste zu Hause. Kaffee und Thee be- I ^ebt sie doch aber nicht keine Spur! Er wird sorgte Fräulein Brunner. I 0$ verkaufen!"

Annie hatte in dieser Zeit ein halbes Dutzend Briefe an IDu lieber Herrgott! Was wird nit Alles verkauft und ihre Freundinnen in Stettin geschrieben, fünf Meter Spitzen I graust auf der Welt selbst hübsche arme Mäderle und gehäkelt und die Kurliste von Anfang bis zum Ende durch- I schneidige arme Lieutenants. Und die Maare steht hoch im gelesen, wobei sie herausgefunden hatte, daßEr" im Offizier- I Preise. Uebrigens, was die Liebe anbetrifft, von der die Leute badehause am Quai wohnte und mit Vornamen Franz hieß. I |0 M Wesens machen, die fliegt zum Fenster hinaus, wenn Wie süß und poetisch schien ihr dieser Name, der ihr ganz I Noth und Sorgen an die Thüre klopfen. Das ist traurig fremd war. Sie flüsterte ihn ein paar Mal mit zärtlicher I Een Sie, aber leider wahr."

Stimme vor sich hin. Dann legte sie die Kurliste bei Seite I Annie seufzte schmerzlich auf, sie konnte das kaum mehr und horchte eine Weile auf das monotone Getröpfel des Regens, I anhören. Es war zu viel, zu viel!

das unablässig gegen die Fenster tippte. I Fräulein Brunner achtete in diesem Augenblick nicht auf

Es war auch zu langweilig heute. Mama lag mit ge- I pe< Sie war aufgestanden und hielt die Rumflasche gegen das schloffenen Augen auf dem Sopha und pflegte der Ruhe. I Licht.Schauen'« nur mal," sagte sie kopfschüttelnd, «der

Annie sprang ungeduldig auf und huschte aus dem Zim' I scheint nit mehr ganz klar, es muß etwas hineingekommen sein, mer, um Fräulein Brunner zu besuchen und einen kleinen I Ich will gleich andern holen!"

Plausch mit ihr abzuhalten. I Doch sie kam nicht dazu, denn das Mge Mädchen warf

Im Parterrestübchen des alten Fräuleins war es hübsch I ihr plötzlich beide Arme um den Hals und begann, übermannt und gemüthlich. Auf den Fensterbrettern dufteten Hyazinthen | von einem ihr ganz unerklärlichen Schmerz, leidenschaftlich zu und Krokus in buntgeblümten Porzellantöpfen. Die Hänge- I schluchzen. ,

lampe brannte und auf einem Ecktischchen summte der Thee- IMein Gott, was haben Sie nur, liebes Annerl? Was kessel; ein Teller mit frischgebackenen Oblaten (eine Specialität ist Ihnen denn?" rief Fräulein Brunner ganz bestürzt und sah Karlsbads) stand daneben. I ihr ängstlich in das erregte Gesicht.

Annie wurde von Fräulein Brunner auf das herzlichste |Nichts, nichts! Bitte, fragen Sie nicht!' schluchzte Annie, bewillkommnet und dann zum Sopha geführt, wo sie Platz I Sie konnte es nicht über sich gewinnen, die Wahrheit, zu ge­nehmen, Thee trinken und Oblaten essen mußte. I stehen.

Und nun plauderten sie miteinander nach Herzenslust von Dem klugen alten Zäulein blitzte Mancherlei durch den allen möalicken Dinaen Sinn, aber sie sagte nichts derart und war auch zu tactvoll,

5Die otte Junafrau kannte Alles, wußte Alles, sah Alles. I weiter zu forschen. Sie wartete ganz ruhig, bis Annie sich Als wenn sämmtliche Kurgäste in einem Glaskasten wohnten, wieder gesammelt und-ihre!Fassung w^dergefunden hatte Nim so genau wußte sie von jedem Einzelnen Bescheid. I war es Zeit, sie zu trösten- Und sie that es in ihr r sch ch

Aber freundlich und friedlich ging ihre Rede, sie ver- I ten Weise.

unglimpfte Niemand und sprach immer das Beste und dielAch,Kind, sagtesie ^bretch,manmußdas Wahrheit von Jedermann. nehmen, rote es ist und sich über nichts mehr wundern! Es

Das Gespräch kam auch auf Lucia Campello, den Stern kommt immer ganz anders, als man denk undwünscht Das

der BadeaefellsLatt I Beste ist, man macht sich keine trüben Gedanken und vergißt,

Sie wohnte früher ganz in der Nähe - im Bristol- was nit zu ändern ist. Sie sind noch viel r» mng. um Trüb-

Hotel," erklärte Fräulein Brunner,und ich sah sie jeden Tag. I sal M blasen- Und nun trinken Sie noch ein Täßchen Th ,

Sie ist ein bildsauberes, fesches Weiberl und hat zwei Millionen I das frischt die Nerven auf. , . .

Silber-Dollars. Solch ein Goldfischerl ist nit von Pappe - Annie blieb noch eine Weile, sie sah ehr verweint aus denn heutzutage gilt arm und schön sein nichts aber reich I und wollte sich so vor der Mutter nicht zeigen. Die g

und schön sein Alles! Sie hat auch eine ganze Schaar von brannten ihr förmlich- Sie lehnte ihren Kopf «egen das Verehrern und weiß stch vor Heiräthsanträgen gar nit zu I Polster und sah still zu, wie Fräulein Dünner ^s The g sch retten- Aber wissen Sie, Annerl, diese reichen Amerikanerinnen forträumte und die Jalousien schloß- .Als dre Thurmuhr zehn sind einmal auf unsere Offiziere versessen Da ist nun einer schlug, nahm sie rasch Abschied und eiltezu: Ruhe. Und kaum - ein schöner, stattlicher Lieutenant aus Budapest, der hat's hatte ihr Haupt das Kissen berührt, so sank sie in den Schlum ihr angethan. Sie macht gar kein Hehl daraus und I mer der Jugend und träumte selige Träume.

mit dem wird sie sich nächstens verloben." Der folgende Tag war ein Somt^ Der Regen hatte

Wer sagt das?" rief Annie und ihre sblauen Augen in der Nacht au gehört, ein heiterer Morgenbrachan und wurden dunkel vor Schreck- I die Sonne stieg im Osten aus einem Meer von Purpur und

Wer? Alle Welt! - Die Vögerle zwitschern es von den I Gold. Feierliche Glockenklänge schwebten durch die Luft und Dächern herab." weckten Annie aus einem tiefen, erquickenden Schlaf. Schnell

Aber das kann ja gar nicht möglich sein!" stieß Annie I sprang sie aus dem Bett und

angstvoll hervor. I Promenaden-Anzug legte sie an, sondern ein einfaches, schwarzes

Warum denn nit? Er ist arm und hat Schulden. Sie I Wollkleid mit schwarzem Perlenbesatz und ein weißes Bast- ist reich, sehr reich und kann dieselben bezahlen. Sie liebt I Hütchen mit hellblauem Band.

ihn und wenn er sie noch nit liebt, wird er sie lieben I (Fortsetzung folgt.)

ernen, denn alle Männer beten sie an. Die Macht des Goldes > -----------