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Die Antwort war eine stürmisch bejahende.
(Fortsetzung folgt.)
Merkwürdige Krauen
Vernrischtes
Ncdaction: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen.
Ein Schlauberger- „Sie wollen also unserm Sparund Vorschuß-Verein beitreten?" — „Ja, aber eigentlich nur
Sie nickten. „Papa hat noch immer war von Dir und In dieser grauenvollen Einsamkeit, von ewiger Nacht umgeben, da» schmeckt aut" ! hielten die Liebe, die Seligkeit, vereinigt zu sein, das unglück-
„Ach so, daher dar gute Gedächtniß. Nun, so sagt Papa liche Paar sür so viele Entbehrungen schadlos. Sier gebar nur, ich käme bald einmal wieder. Soll ich ihm denn auch Epponina zwei Söhne, erzog sie mit Sorgfalt, und zeigte sich für Euch wieder etwas bringen?" i nur so viel öffentlich, als nothwendig war, um kemen Verdacht
Die Antwort war eine stürmisch bejahende. | zu erregen.
Ein zweiter Versuch, mit ihrem Gemahl nach Rom zu gehen, wo seine Freunde, denen sie sich anvertraut hatten, sich
für Sabinus' Begnadigung zu verwenden versprachen, lief fruchtlos ab, und ihr Glück bestand darin, unentdeckt in ihren düstern Aufenthalt zurück kommen zu können. So vergingen neun lange Jahre. Endlich enthüllte ein unglücklicher Zufall
das Geheirnniß der verborgenen Liebe; — sie wurden ergriffen und nach Rom geführt. Der Zulauf des Volkes, um ste zu sehen, war außerordentlich; das Schicksal der beiden Gatten, ihre seltsame Verborgenheit erregte allgemeine Theilnahme. Sabinus, erschrocken und gebeugt, flößte blos Mitleid ein, indeß Epponinens entschlossene Haltung ihr die Achtung Roms erwarb. Sie führte ihre Kinder an der Hand, und warf sich mit ihnen dem Kaiser zu Füßen, um Gnade für ihren Mann zu erflehen. Vespastan schien gerührt; — dennoch sprach er das Todesurtheil über ihn. Nun ergoß sich Epponina in
Immer war es der edelste Beruf der Frauen, die wilde Kraft des Mannes durch Sanftmuth zu bezwingen, und den rohen Jäger und Krieger in die schöne Bahn häuslicher Tugend und geselliger milder, veredelter Sitte zu leiten. Daher, daß die Geschichte so vieler Frauen erwähnt, welche ihre heidnischen Gatten zur christlichen Religion, der wir vorzugsweise in Europa die Civilisation der rohen Völker verdanken, welche auf den Trümmern des römischen Staates von allen Seiten über die erschrockene Welt hereinbrachen. So war Chlotilde, , uua -a-p TüTm",/"
die den Fränkischen Chlodwig und sein Volk, Lidwina, welche Verwünschungen gegen den Kaiser, und warf sich selbst ihre die Böhmen, Gisela, die ihren Gemahl Stephan und durch Schwäche vor, um Gnade gefleht zu haben. Dieser Trotz ihn seine Ungarn, die Böhmische Dombrowska, die den Herzog reizte ihren mächtigen Feind noch mehr, und er ließ sie nut Milioslav und die Polen zum Christenthum gebracht. I ihrem Gemahle hinrichten, ohne zu ahnen, daß er ihr vielleicht
Vielleicht könnte diese Zahl noch vergrößert werden, wenn mit dieser doppelten Strenge den liebsten Drenst erwies, man die Geschichte recht aufmerksam in dieser Hinsicht durch- 2. Wanda, die Königin der Sarmaten.
ginge. — Jedes solche Beispiel wäre dann ein Beleg mehr ' B
zu dem, was Schillers heilige, ewig wahre Musik singt: Sie herrschte über Polen, und war durch ihre Schönheit
Aber mit sanft überredender Bitte i weit umher berühmt. Diese Reize, oder das Reich, das ste
Führen die Frauen den Scepter der Sitte, I besaß, erregten die Wünsche eines deutschen Fürsten Rlttiger.
Löschen die Zwietracht, die tobend entglüht, I Er warb um ihre Hand, sie schlug ihn aus, und er kündigte
Lehren die Kräfte, die feindlich sich hassen, -- b . Entschlossen führte sie ihre Völker ihm
, | Antrag, und sie antwortete ihm, daß ste als eine Kömgin
1. Epponina, die Gemahlin des Julius Sabinus. I ni$t die Selavin eines Mannes werden könne, der gewiß nicht
Julius Sabinus, aus einem edlen gallischen Geschlechte sie, sondern nur ihre Macht und H^rschast liebe. Rittigers entsprossen, hatte es versucht, das Joch der Römer abzuwerfen, Völker (vermuthlich weil sie sahen, um welcher Ursache willen und ein unabhängiges Reich in seinem Vaterlande zu gründen. | sie ihr Blut hätten verg eßen s°llen) empülten stch hierauf.
Der Ausgang entschied gegen ihn. Nicht alle gallischen Völker und er verlor sein Leben in diesem Aufstande. Wanda kehrte
dachten wie sein Stamm, viele trugen ohne Beschwerde die triumphirend zurück nach Krakau, — opferte den Göttern,
Fesseln der damaligen Beherrscher der Welt, und Sabinus' I und um ihre Untertanen vor einem zweiten, um Metw.llen
Vorhaben scheiterte an der zahmen Treue der Sequaner. Da | angefangenen Kriege zu bewahren — stürzte ste sich in ote er alles verloren sah, hatte das Leben nur darum noch einigen Weichsel.
Reiz für ihn, weil er es mit einer über alles geliebten Gattin zuzubringen gehofft hatte. Von ihr zu scheiden war ihm schwerer, als von Reichthum, Herrschaft und Ruhm. Die Liebe gab ihm den Entschluß ein, für die Welt zu sterben, und nur für Epponina zu leben- Verkleidet begab er sich nach einem Schlosse Singtones (Bängtes in Champagne); dort berief er seine Sclaven, gab sich ihnen zu erkennen, eröffnete ihnen sein Vor-
haben, sein Leben durch Gift zu enden, und entließ ste alle I dem Vorschuß-Verein I" bis auf zwei Freigelassene von erprobter Treue. Hierauf stieg I * •
er in die unterirdischen Gemächer der Burg hinab, und ließ I Sonntagsruhe. Landwirth: „Sehen Sie, dieses Huhn die Gebäude in Flammen aufgehen, um der Welt glauben zu | legt mir jede Woche sechs Eier, früher sogar sieben!" — Bemachen, daß sein Körper in denselben verzehrt worden sei. I kanntet: „Das wat jedenfalls vor Einführung der Sonntags- Jedetmann hielt die geschickt ausgesonnene List für Wahrheit, | ruhe!"
selbst Epponina wurde durch die Nachricht davon in die tiefste I * * *
Verzweiflung gestürzt. Diesen Schmerz konnte er ihr nicht Nationaler Geschmack. Rumäne (imCafe): „Kellerspaten; denn auch et mußte zur Bestätigung seiner Todes- e kann ich zu meiner Chocolade eine Salzgurke haben?"
Nachricht beitragen. — Endlich sandte er ihr den vertrauten * ♦
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sie fuhr fort, die trostlose Witiwe zu spielen, die sie kurz vorher * .
noch wirklich war. So zeigte sie sich am Tage vor ihren Auch richtig. Erzieherin: „Ist die Kuh em Sauge Bekannten, die Nächte brachte sie, von dem treuen Martialis chier?" — Die kleine Mitzi: „Die Kuh? O nein, aber das geleitet, in dem unterirdischen Gewölbe bei ihrem Gemahle zu. I Kälbchen!"


