Ausgabe 
22.11.1894
 
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so spannend ist, und man auf den Ausgang der Geschichte - nicht bis morgen warten kann, so ist dies eine Unart, welche | sehr schlimme Folgen nach sich ziehen kann- Eltern, deren s Kinder diese üble Gewohnheit haben, sollten jeden Abend und jeden Morgen das Licht untersuchen, um festzustellen, wie lange dasselbe brannte und die Ungehorsamen zur Rechenschaft ziehen. Größte Strenge ist hier nöthig; denn wer einmal diese Unart angenommen hat, kommt sehr schwer von ihr los und kann bald nicht mehr einschlafen, ohne ein Buch in der Hand zu haben- Der Schlaf vor Mitternacht ist überaus werihvoll. Wie leicht wird aber derselbe einem spannend ge­schriebenen Buche geopfert. Ja, das Gelesene verfolgt den Schläfer im Traume, beschäftigt seinen Geist oft die ganze Nacht hindurch und hindert ihn am Ausruhen. Immer und immer wieder treten die packenden Gestalten vor das geistige Auge. Zerschlagene Glieder, müde Augen, ein schläfriger Geist, zu spätes Ausstehen, Unlust zur Tagesarbeit und, vor allen Dingen, Schädigung der Gesundheit, find die Folgen. Wie leicht auch kann der Lesende anbrennen, wenn er beim Lesen einschlief und das Licht oder die Petroleumlampe umwarf. Ihr Eltern, tretet darum mit aller Strenge gegen diese Un­art auf, und Ihr Kinder, gehorchet euren Eltern!

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Eine hübsche Idee. Eine in England sehr ver­breitete Sitte, die des Jahres über den Kindern im Haus viel Abwechslung bereitet nnd zu Weihnachten tausend Kindern große Freude macht, besteht darin, daß größere und kleinere Kinder, auch Erwachsene in dazu extra angefertigte Bücher, in England sogenannteScrap Book»" alle möglichen Bilder, Abbildungen, Ausschnitte aus illustrirten Zeitungen u. dgl. einkleben, um das so am Ende des Jahres zu einem reich­haltigen Bilderbuche gewordene Buch zur Bertheilung für arme oder kranke Kinder an Krankenhäuser, Waisenhäuser oder dergleichen senden. Die Bücher selbst find, um ein Be­schmutzen beim Einkleben zu vermeiden, bereits gummirt, so daß die einzuklebenden Bilder und Ausschnitte nur anzu- feuckten find. Einzuklebende pasiende-Ausschnitte und Farben­drucke finden sich im Laufe des Jahres, wie man in jeder Familie weiß, eine Unzahl, und die Kinder, welche mit Her­stellung eines solchen Buches beschäftigt sind, bemühen sich schon auf alle mögliche Art und Weise, schöne Sachen zu finden. Die Sitte ist auch in Deutschland nachahmenswerth.

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Verwendung alter Schwämme. In jedem Haus­halt werden Wasch-, Bade- und Fensterschwämme gebraucht, die Anschaffung ist theuer und die Haltbarkeit kurz. Um die Reste der verschiedenen Schwämme noch nützlich zu verwerthen, sammle man dieselben; wenn eine Anzahl beisammen find, werden sie gründlich gewaschen und in ein Säckchen eingesüllt, welches man von weißer, grober Baumwolle mit dicken Nadeln gestrickt und oben zugenäht und mit einem Aufhänger ver­sehen hat, und ein sehr dauerhafter Schwamm zu Fenster­putzen ist fertig.

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Um in Töpfen Epheu von besonderer Größe und Frische der Blätter zußziehen, pflanzt man die Stöcke in Moos, das man mit etwas Wald- oder Lauberde vermischt. Wenn sich das Moos setzt, muß frisches aufgelegt werden. Im Zimmer müssen die Blätter entweder durch Begießen oder Abwischen mit einem feuchten Schwamm von Staub rein ge­halten werden. Wenn der Epheu gut gedeihen soll, darf man das Begießen nicht vernachlässigen, besonders braucht er im Sommer viel Waffer.

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Bei Bergiftnng von Hühnern, Gänsen und Enten durch Petersilie, Herbstzeitlose, Kaffeesatz und anderes ist ein Gegenmittel anerkanntermaßen saure Milch und Essig im Trinkwasser.

Vermischter.

Ein Menschenfreund. Bureauchef:Na wollen Sie noch immer nicht heirathen, Müller?" Beamter: Ehe ich Zulage kriege, nicht; leider wollen Sie diese immer noch nicht befürworten I . ." Bureauches:Sie sehen, daß ich Ihr Bestes will, Müller!"

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Ein noblerGatte. A.:Was hast Du denn Deiner Frau zum Geburtstag geschenkt" B.:Ich hab' ihr was für Weihnachten versprochen!"

Das Wichtigste. Ein Weib erbettelt von der Frau Amtsrichter ein getragenes Kleid für ihre arme Tochter, die ganz ohne Verdienst fei und gar nichts mehr zum Anziehen habe. (Nach acht Tagen). Amtsrichterin:Nun, hat das Kleid Ihrer Tochter gepaßt?" Bettlerin:O, ausgezeichnet! Sie hat sich gleich damit photographiren lassen!"

Die Puffärmel. Man hat sich den Kopf zerbrochen wie die Frauenwelt eine so häßliche Mode, wie die hohe«! Aermel sind, adoptiren konnte. Ganz einfach: Keine Frau liebt es, von der Seite oder über die Achsel angesehen zu werden und das ist bei den neuen Puffärmeln in der That unmöglich.

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Steigerung. Baronin:Jean, pfeifen Sie doch nicht so abscheulich und dazu noch solche Gassenhauer." Jean: Aber gnä' Frau, beim Stiefelputzen können S' doch keine Rhapsodie von Liszt verlangen, die kommt später, wenn ich's Silber putz'!"

Der wird gut. Onkel:Nun, was hast Du mit dem Groschen gemacht, den ich Dir schenkte? Natürlich vernascht!" Der achtjährige Emil:Bewahre, lieber Onkel, dafür habe ich mich rastren laffen!"

Ein junges Huhn. Gast:Also heut gibt's mal endlich junges Huhn mit Reis! Darauf habe ich lange ge­wartet !" Wirthin:Ja, es ist uns aber auch recht schwer gefallen, das alte, treue Thier zu schlachten!"

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Folgende Geschäftseröffnungs-Anzeige ent­nimmt das Echo einem amerikanischen Blatt:Einer unserer würdigen Mitbürger hat sich soeben nach dem Süden begeben, um einen Gold- und Silberladen zu eröffnen. Das ganze Anlagecapital der Braven besteht in einem Brecheisen.

Vorbehalt. Frau (zu dem neugemietheten Kinder Mädchen):Ich hoffe, daß Sie Liebe zu den Kindern haben werden meinen achtzehnjährigen Sohn schließe ich natürlich aus."

Für die Kinderstube. Die zehnjährige Helene kommt aus der Schule zurück und kramt vor ihrem sechs­jährigen Brüderlein ihre Weisheit aus, was sie Alles über die Entstehung und den Nutzen der Gewitter gelernt hat, u- A. berichtet sie auch, daß dieselben die Luft von schädlichen. Dünsten reinigen. Einige Tage später gibt es ein starkes Gewitter; das Brüderchen fragt:Papa, wird jetzt die Luft gereinigt ?" * *

Zerstreut. A.:Gratulire zur Verlobung, Herr Professor!" Professor:Zur Verlobung? Warten Sie 'mal ... A.:Nun ja, es steht doch im heutigen

Morgenblatt!" Professor:So, das habe ich noch nicht gelesen!"

Redaction: A. Schcyda. Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Shr. Pietsch) in Gießen.

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