Ausgabe 
21.8.1894
 
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Genreinnütziges.

Aprikosen in Büchsen. Auf eine 2 Schoppen (11.) haltende Büchse wird/2 Pfund (250 Gramm) geläuterter Zucker gerechnet. Die völlig reisen Aprikosen werden in zwei gleiche Theile getheilt, die Kerne daraus entfernt, und die Büchsen gefüllt. Mit dem nun hinzugesügten geläuterten Zucker müssen die Büchsen 3/4 voll sein. Man läßt sie hierauf sorg­fältig zulöthen, 10 Minuten im Wasser kochen, nimmt sie dann heraus und stellt sie an einen kühlen Ort. Ganz auf dieselbe Art werden Pfirsiche, Mirabellen und Zwetschen be­handelt.

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Konservirimg frischer Gurken. Die zur Aufbe­wahrung bestimmten Gurken, selbstverständlich die besten fehler- sreiesten Exemplare, werden mit thunlichst langen Stielen von den Ranken getrennt, damit man dieselben daran aufhängen kann. Die abgenommenen Gurken werden mittelst Wasser und einer weichen Bürste von allem anhaftenden Schmutze gereinigt, und gut getrocknet. Hierauf bestreicht man dieselben vollständig mit gewöhnlichem Hühner-Eiweiß, so daß sich über die ganze Oberfläche eine dünne Schicht Eiweiß legt, die den Luftzutritt verhindert. Natürlich müssen dann, um ein Verderben hintan­zuhalten, die so behandelten Gurken an einem trockenen, luftigen Orte ausbewahrt und an den Stielen aufgehängt werden. Die Gurken werden lufttrocken und halten sehr lange aus. Um dann frischen Gurkensalat zu haben, werden selbe in frisches Wasser gelegt und aufquellen gelassen und schließlich nach üb­licher Art zubereitet und verwendet.

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Kleine Pfeffergurken einzumachen. Kleine, Höch- stens fingerlange Gurken werden gewaschen, abgebürstet, einige Stunden in Salzwasser gelegt, gut abgetrocknet und mit da- zwischcngestreutem Estragon, etwas Pfefferkraut, nach Belieben auch Perlzwiebel oder Chalotten und Meerrettig, etwas Salz, schwarzen Pfefferkörnern und Lorbeerblättern in große Glas­büchsen oder kleine Steintöpfe gelegt, mit abgekochtem und wieder ausgekühltem Weinessig übergossen, den man nach 2 bis 3 Tagen abermals aufkocht, ein Verfahren, das man noch einige Male wiederholt, worauf man die Büchsen fest zubindet und aufbewahrt.

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Brombeerwein. Eine größere Quantität sehr reifer trockener Brombeeren schüttet man in einen größeren Stein­topf, übergießt sie mit kochendem Wasser und läßt sie über Nacht an einem kühlen Orte stehen, zerdrückt sie den nächsten Tag vollends, streicht sie durch ein feines Sieb und läßt den Saft vierzehn Tage lang gähren. Alsdann fügt man auf je 4 Liter Saft 1 Pfund Zucker und </< Liter Cognac oder Rum hinzu, füllt die Flüssigkeit in ein Fäßchen, verspundet dasselbe und läßt es etliche Monate im Keller liegen, bevor man den Wein in Gebrauch nimmt.

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Käse taucht man zum Zwecke des Aufbewahrens in Essig und schlägt ihn in ein Tuch, welches in mit Salz und reichlich Pfeffer aufgekochtem und abgekühltem Waffer ausge­drückt worden ist.

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Weiße Flecken werden von polirten Möbeln entfernt, indem man eine Schaufel heiß macht und sie über die Flecken hält, bis sie verschwinden.

Der Werth des Bienenhonigs. Ein in vielen Fällen wichtiges Naturheilmittel ist der Bienenhonig, da er im hohen Grade auf das Wohlbefinden von Kranken und Gesunden einzuwirken vermag. Er fördert und stärkt nicht nur die Verdauungsthätigkeit und den Appetit treffend nennt der Volksmund darum den Honig einen Broddieb , sondern

ist auch der beste Vermittler des intensiveren LebensproceffeS und ein wichtiger Helfer zur vollen und schnellen Ausscheidung aller im Körper in Folge einer falschen Ernährung oder an­derer Einflüsse sich ansammelnden Krankheitsstoffe. Daneben ist der Honig eines der vornehmsten Genußmittel.

Um Theerffecken und Wagenschmiere aus Kleidern zu beseitigen, werden dieselben trocken mit ungesalzener Butter ausgerieben und in heißem Wasser nachgespült.

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Das Reinigen der Glasscheiben, mögen letztere noch so stark mit Kalkmilch angestrichen sein, geschieht auf leichte Weise unter Anwendung von Holzasche und lauwarmem Waffer. Die Scheiben werden mit einer Wurzelbürste ge­putzt.

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Ein Hellerbrennen des Petroleums erzielt man durch einen Zusatz von wenig Kampfer. Ein Stückchen von der Größe einer Haselnuß reicht für zwei Wochen. Man stößt den Kampfer fein und streut ihn in den Ballon.

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Um der Hauskatze den Vogelfang auszutreiben, fängt man einen Vogel und läßt diesen der Hauskatze mehr­mals in die Nase picken. Erfahrungsgemäß soll eine auf diese Weise behandelte Katze nie wieder einem Vogel ein Leid an- thun. ____________

V-vinischtes.

Zu folgsam.Nun, lieber Freund, wie geht» Dir denn in der Ehe? Bist Du mit Deiner Frau glücklich?" Nicht so recht, sie ist mit zu folgsam I"Aber dar kann Dir doch angenehm sein?''So? Wenn sie einem in der Kneipe nachläuft?"

Der self-made man, Sehen Sie, der Mann, wie er da reitet, ist vor zehn Jahren mit einem Paar zerrissener Hosen nach Berlin gekommen und jetzt hat er zwei Millionen." Aber ich bitte Sie, was fängt der Mann mit zwei Milionen anl"

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Au! A.:Höre mal, Deine Braut ist aber so kalt gegen Dich; sie umarmt Dich ja kaum!" B.:Ja, und doch noch zu behaupten, ich lebe in drückenden Verhältnissen!"

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Gedankenlose Höflichkeit, vr. A. (vorstellend): Ich erlaube mir, Ihnen meine Tante vorzustellen leider tief gebeugt durch schwere Schicksale ..." Dr. B. (sich verbeugend):Freut mich sehr."

Einst und Jetzt. Im Alterthum zahlte der Sohn

die Schulden des Vaters; im Mittelalter zahlte der Vater

die Schulden des Sohnes; in der Neuzeit aber werden die

Schulden weder vom Vater noch vom Sohn bezahlt.

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Höflich. Dame (zu ihrem Tischnachbar, der kein ein­ziges Wort gesprochen, beim Aufbruch von der Tafel):Ich danke Ihnen bestens, mein Herr!" Herr:Für was denn eigentlich?" Dame:Daß Sie mein Gehör so schonend behandelt haben,"

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Auch ein Grund. Madame:Wie, Sie wollen von uns fort, Anna?" Köchin:Ja, bei Ihnen wird viel zu fein gegessen; da denkt mein Schatz nimmer ans Hsirathen!"

Die Wißbegierige. Dame:Herr Professor, sagen Sie mir doch nur wie steht den eigentlich der Regenbogen von hinten aus?"

Redaction: A. Sch eh da, Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Thr. Pietsch) in Gießen.