Ausgabe 
21.8.1894
 
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h ,Gewiß, liebes Kindl Ich habe schon meine Zeit ver­plaudert und der Arzt hat mir am Vormittag ein Sprudel, bad verordnet," versetzte lebhaft die Räthin und verabschiedete sich hastig, doch mit großer Wärme von dem Profesior, der * «Stift SS *»«* nb Vor M--bW°hm?-na«lmgt, trafen die Domen ihre liebenswürdige Wirthin im Vorgärtchen an, in dem sie eine Fülle von Blumen und blühenden Gewächsen zog und wo sich eine schattige Laube befand. Die Räthin verweilte noch ein wenig hier, um von ihrer Begegnung mit dem Professor, dem Sohne eines Jugendfreundes, zu erzählen.

V Annie ging sofort in'« Haus und stieg rasch die breite Treppe zum Oberstock hinan. In ihrem Zimmer setzte sie sich in die dunkelste Ecke und ließ den Kopf hangen. Wes, was der Professor über den Oberlieutenant gesagt hatte, schoß rhr noch einmal durch den Sinn. Aber was entrüstete sie sich so darüber? Was ging es sie an, ob er ein Don Juan war oder nicht? Sie kannte ihn kaum, und ob er wieder mit ihr tanzen oder sonst bei einer passenden Gelegenheit die Be kanntschast erneuern würde, war doch noch die Frage. Es war am Besten, nicht mehr an ihn zu denken. - wie Wicht von ihr, sich über einen ihr wildfremden Menschen zu erregen? Nachdem sie so weit mit ihrem Grübeln gekommen «ar,^lief sie zum Fenster, öffnete es, sah munter in den blühenden Gar- binab und lauschte dem Gesänge der Vögel.

Nach dem Mittagsmahl im Hotel blieben die Damen da- heim und tranken ihren Kaffee in der freundlichen Veranda vor dem Hause. Die Launen des Frühlings hatten das Wetter verändert und es regnete in Strömen.

°"'°Me Damen fanden an« balb * «*

^enssernische die sich ties in die dicke Mauer einsenkte, und konnten von hier aus den ganzen Eoneertsaal^bersehem Ann e M ÄS ü° Ä XS* Geellschast ringsum' Als dann die Musik^ begann unddie Töne durch den weiten Raum rauschten, lauschte sie mit trau menden Sinnen, wie in Andacht versunken, den wunderbaren ^^Doch plötzlich kam Leben in ihre reglose Gestalt und em Zucken bewegte das träumerische Gesicht. Sie hatte bishe mit in sich gekehrten, niedergeschlagenen Augen vor sich hin gesehen, aber jetzt war ein Paar in den^Saal gekoren, das ihre Aufmerksamkeit erregte und ihren Blick span« -. Bern thal und die Mexikanerin'. Sie hing zärtlich an seinem Arm und lächelte ihn verführerisch an. . .,

Wie schön sie war. Die großen Brillanten in ihren Ohren strahlten im Licht der Kronleuchter undihre schwarzen Augen sprühten um die Wette mit diesem Feuer- Im. Auge blick waren aller Anwesenden Blicke auf sie gerichtet und fo g

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fremben kchtten »«4 Saufe NM m«*1«« fi« ] Kfeffe't und ft SatHtabet Badrblall

hoben sich °°" Wem Md und M. | sie an einer Sätet« und be-d-chtele di,

menadenweg entlang, der weiter rn s Teplthm führte. I , arembe Gestalten zogen vor ihren Augen vorüber,

Die Räthin fchaute dem schönen Paare mit sichtlicher Be I Stratze ^6rem^ ^genmäntel und Plaids gehüllt und mit wunderung nach. Professor?" triefenden Schirmen ausgerüstet. Frauen und Mädchen, Hoch-

Fennen Sie dort d e Herrschaften, Herr ^roiepor ' * mit f(einen Schritten behutsam über den

fragte die Dame wißbegierig. , .. I aüsaeweicbten Boden. Dann und wann schlenderten auch ein

' 8 .Ich betuche Sartetab tu jedem Sommer unb »e h die Straße. Und jetzt nahte

Dame teil drei Jahren regelmäßig hier ungetroffen, erwi e I p aebiettrischer Schritt, der auf dem Pflaster wieder. er, während er feine goldene Becke.»«KE«. » Kt« er öfter Ma angelaugt war, verlang.

Mexikanerin, eine Lady Lucia Campello, Wittwe und unum I 9 rou6te wer kam, sie sühlte es an dem starken

schränkte Herrin eines colossalen Vermögens und derienige j f fimai*. Es war der Oberlieutenant Bernthal.

Stern der Badegesellschaft, welcher alle andern Sterne ver Pochen ihr H z blickte mit forschenden Augen

dunkelt. Sie ist eine gefährliche Zauberin, die mit raffinirter w igre gg in'b M M wiederholt um. Er Koketterie und anderen Künsten die Herrenwe t an sich lockt | i ö 9 mit übersponnenen Veranda Md zu ihren Wien zwingt, iratzdem sie vtelleicht nicht einmal -°"«>-J WM nach im Traum daran denkt, sich von Neuem zu vermählen. I leichte Tuch, das sie umgelegt hatte,

Wie können Sie das Alles so genau wissen, Herr Pro «^er um ihre Schultern zusammen, strich die braunen Locken, fessor?" lachte die Räthin A denen der Wind spielte, zurück und legte die Stirn in bk

Wenn man so viel Zeit und Gelegenheit hat, wie ch, nm Unb wieder durchzitterte ihr Innerer ein ungewisses LL-fttthL"ÄS1***d-m.

«W erwiderte

Sie uns von dem hübschen Offizier erzählen? i bl re

Nicht viel! Ich kenne ihn nur vom Ansehen. Er ver oiei - aber ganz warm und schön und das bischen

kehrt fast nur mit Offizieren und gilt als ein sehr W i schadet nichts," entgegnete das junge Mädchen. Manche Leute behaupten allerdings, er sei ein wahrer Don gen ^an bekommt nasse Füße und erkältet sich.' Juan und breche keck manches Mädchenherz. Doch wer so "Langeweile ist schlimmer als Erkältung," erklärte das

dies so genau wissen. Das Herz der reichen Mexikanerin mr y nur Mama, da klärt sich der Himmel schon

er übrigens schwerlich brechen, denn sie besitzt kein« und läßt ao^en. Wn?,

sich nur die Huldigungen des stattlichen Offiziers, der meines eln unruhiger Geist, Kind," seufzte die Räthin,

Wissens zum ersten Male in Karlsbad ist, gefallen ' Ausgehen entschloß. Annie eilte zu ihrer

Auf Annies Wangen kam und ging ein dunkles Roth, m ! i z um » J bie Mama Hut, Regenmantel und

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zu bleiben war unmöglich, denn der Regen rieselte schon wieder in großen Tropfen vom Himmel herab. -

6 Als die Damen noch überlegend in der Hausthür standen, kam die Hauswirthtn aus ihrem Parterrestübchen. und rieth ihnen, den nahen Stadtpark zu besuchen, wo heute Aden Concert sei und sie sich gewiß gut amüfiren würden.

Sie befolgten diesen Rath und erreichten bald das hübsche Etablissement, wo ein großer Theil der Badegesellschaft schon

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