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Beide reden sie gleichzeitig an, während sie neben ihr hergehen — Gerald rechts, Arno links. Sie antwortet nicht, sondern lächelt nur. Das kann Keinen beleidigen. . . .
Die Oper ist aus.
Die früheren Freunde und jetzigen Nebenbuhler haben die Baronin in ihren Wagen geleitet und sind von ihr, geschickt wie immer, gleichmäßig freundlich verabschiedet worden. Jetzt gehen sie finster zusammen die Straße entlang.
Beide schweigen.
„Gerald!" ruft plötzlich Lord Rawdon ungestüm, „ich muß Dir etwas sagen."
Sein Antlitz glüht, seine Augen funkeln.
Baron Gerald blickt lebhaft auf. „Auch ich will mit Dir sprechen."
„Ich habe mich nie mehr in einem Menschen getäuscht, als in Dir. Du hintergehst mich."
„Ich Dich?"
„Du mich."
„Wieso?"
„Ich hielt Dich stets für meinen Freund."
„Habe ich mich Dir je anders bewiesen?"
„Ja. Du drängst Dich zwischen mich und die Frau, die ich liebe.. Du folgst mir wie ein Gespenst. Wenn ich mit ihr spreche, redest Du ste an. Wenn sie mir ein Zeichen ihrer Neigung gibt, kommst Du mit Deiner Eifersucht dazwischen. Das dulde ich nicht länger."
„Halt ein! Hör' mich an, bevor Du weiter sprichst!"
(Fortsetzung folgt.)
Gemeinnütziges.
Ueberwinterung der zum Samentrageu bestimmten Gemüsearten. Die meisten Kohl-, Wurzel- und Knollengewächse tragen im ersten Jahre keinen oder doch nur unvollkommenen Samen; will man von diesen Gewächsen dennoch Samen ziehen, so ist es nöthig, nachstehendes Verfahren, welches sich sehr gut bewährt, anzuwenden. Im Herbste, wenn Nachtfröste zu befürchten sind, wähle man die schönsten der zur Samenzucht geeigneten Samen aus, nehme sie vorsichtig mit dem ganzen Wurzelballen aus der Erde und setze sie in Töpfe, gieße sie gut an, und stelle ste an einen hellen frostfreien, trocknen Ort, an welchem auch nach Belieben Luft zugelasien werden kann. Wer nicht Töpfe zur Hand hat, oder nehmen will, bringe die Pflanzen in der angegebenen Weise in den Sand oder leichte, nicht zu trockene, auch nicht zu naffe Erde, jedoch so, daß sie aufrechtstehsn und sich gegenseitig nicht berrühren. Erde oder Sand sollen stets gleichmäßig feucht erhalten und das Lüften wie auch das Reinigen der Pflanzen nicht verabsäumt werden. Hier bleiben dieselben zum April, wo ste dann herausgenommen und in das vorbereitete Beet gepflanzt werden. Werden die Pflanzen auf die angegebene Weise mit Vorsicht und Aufmerksamkeit behandelt, so bleiben die Herzen wie sämmtliche Wurzeln gesund; Erdflöhe und anderes Ungeziefer können den Herzblättern dieser Pflanzen nichts anhaben; denn dieselben sind hart, während die im warmen Keller überwinterten weich und zart sind. Eine solche Behandlung der Gemüsearten, welche als Samenträger bestimmt find, werden stets guten, vollkommenen und keimfähigen Samen tragen und anstatt daß man über Ausarten derselben zu klagen braucht, wird man stets schönere, besiere und schmackhaftere Gemüsearten ernten.
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Umgraben des Gartenlandes im Herbst. Die Vortheile, welche das Umgraben vor dem Winter bewährt, sind besonders folger de: Das Land wird durch den Frost fruchtbar gemacht. Ferner wird dadurch viel Ungeziefer, das sich im Herbst in die Erde verkriecht, an die Oberfläche ge-
I bracht und durch den Frost vernichtet- Dabei empfiehlt es sich, dem Federvieh freien Zutritt zu dem umgegrabenen Lande zu gestatten, denn gerade dieses vertilgt dann eine große Zahl des Gewürmes rc. Auch werden durch das Umgraben viele Unkräuter zerstört. Die meisten Gartengewächse lieben, ebenso wie die meisten Feldfrüchte, einen gelagerten Standort. Im Frühjahre bleibt dann nur noch übrig, das im Herbste umgegrabene Land.mit der Hacke „klar" zu machen.
Aufbewahrung der Bouillon. Man hat gefunden, daß sich Fleischbrühe, in eine Flasche gefüllt und letztere locker mit Baumwolle verstopft, lange vollkommen gut erhält.
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Um Kastanien als Fleckseife zu benutzen, schält man die reifen, abgefallenen Kastanien und zerstößt den weißen Kern in einem Mörser. Das so gewonnene Mehl wird auf die Flecken der Wäsche gestrichen und diese schwinden beim Waschen gänzlich. • ♦ ♦
Petroleumstecken. Man entfernt dieselben aus farbigen Stoffen am besten mit Töpferthon, der zu einem dicken Brei mit Waffer aufgelöst und auf die Flecken aufgelegt wird. Nachdem die Masse getrocknet ist, bürstet man sie sauber aus. ___________
Vermischtes.
Anknüpfungspunkt. Er: „Sieh' nur, wie herrlich die Gebirgskette im Glanz der untergehenden Sonne leuchtet!" — Sie: „Ach, die Halskette, die Du mir versprochen hast, würde noch viel schöner leuchten!"--
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Tusch. Zwei auf dem Kriegsfuß stehende Studenten- Verbindungen einer kleinen Universitätsstadt treffen sich in einer Bierkneipe. Durch Bemerkungen und beständiges Fi- xiren Seitens der Randalia fühlte sich die Platonia provocirt und schickte den Piccolo zu den Gegnern, mit dem Auftrag, diesen zu sagen, sie wären „dumme Jungen". — „Aber meine Herren," ruft darauf ein Randale den Platoniern zu, „wegen einer solchen Bagatelle wäre es wirklich nicht nöthig gewesen, Ihren Senior herüber zu schicken!"--
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‘Deplacierte Redensart. Herr: „Ich möchte gern einige Meter Stacheldraht." — Kaufmann: „Bedaure, der ist vollständig vergriffen."--
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Aufrichtig. A.: „Wie viel Cigarren rauchen Sie täglich?" — B.: „Das kommt darauf an, wie viel Bekannte ich des Tags über treffe!"--
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Glück im Unglück. Alter Knabe (der bas Podagra hat): „Herr Gott, bin ich froh, daß ich kein Tausendfüßler bin 1"--
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Vorsichtig. „Tante, ißt Du gern Pfeffernüffe?" — „O ja, mein Kind!" — Dann will ich meine Düte doch lieber dem Onkel Fritz zum Aufbewahren geben!"
Vom Kasernenhof. Sergeant: „Pimpel, Sie haben so wenig Ahnung vom Parademarsch, wie 'ne saure Gurke vom Billardspielen. Und dabei trägt der Mensch noch eine Brille!"
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Der neue Zimmerherr. Klavier-Virtuos (mit langen ungekämmten Haaren): „Na, Kleiner, warum schaust Du mich so neugierig an?" — Söhnchen der Quartierfrau: „Nicht wahr, Sie sind der Vater vom Struwwelpeter?"
Rcdaction: A. Schryda. — Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen.
Nr. 124.
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