wo üppige, dunkellockige Frauen sich auf niederen Ottomanen t strecken. Auch hier behauptet die weiße Hyacinthe das Feld. - Die Herrin dieses märchenhaften Raumes liegt nachlässig | graciös in einem Fauteuil von dunkelblauem Sammet. Sie weiß, der Contrast zwischen diesem Dunkelblau und dem Goldschimmer ihres Haares ist unübertrefflich. Ihre Toilette ver- räth die äußerste Sorgfalt — eine duftige Combination von Weiß und Himmelblau. Ein Büschel Vergißmeinnicht hält über der Brust die Spitzenfalten zusammen. Das Haar hängt im Nacken, nur durch eine goldene Spange gehalten, in seiner ganzen Fülle herab.
Vor ihr auf einem niedrigen Seffel sttzt Lord Rawdon. Er ist soeben erst gekommen. Auf seinem Antlitz spiegelt sich noch die tiefe Erregung des Wiedersehens.
Lola empfindet fast Mitleid mit ihm, der sichtlich vergebens gegen seine Leidenschaft ankämpft.
Doch nur einen Augenblick. Im nächsten schon ist ihr Entschluß gefaßt. Diesen stolzen Mann zu ihren Füßen zu sehen — welch' ein Triumph!
(Fortsetzung folgt.)
Gemeinnütziges.
Bezüglich der Behandlung der Spargelanlagen im Herbste ist es gewöhnlich üblich, das Kraut abzuschneiden, sobald es vollständig abgestorben ist. Sowie man das Kraut weggenommen hat, müssen sofort die Beete vertheilt werden. Bei größeren, besonders freiliegenden Anlagen, welche dem Winde ausgesetzt sind, oder abhängig liegen, mäht man jedoch das Kraut erst im nächsten Frühjahre ab, es kann sich der Schnee dann in der Anlage besser halten und dieselbe bei starkem Froste schützen. Außerdem hat dieses Verfahren noch den Vortheil, daß die Stangen, welche im Herbste nicht voll- ständig reif sind, noch nachreifen. Dagegen zieht sich im Winter bei abgemähtem Spargel viel Feuchtigkeit in den hohlen Stangen oder Strünke hinunter und schädigt die Wurzelkrone; Jnsecten gelangen ebenfalls leicht hinein. Wegen solcher Spargelfeinde ist es auch nothwendig, das Kraut tief aus der Erde herauszuschneiden und zu verbrennen. — Daß Früchte, sowohl wie Blüthen am Spargelkraut entfernt werden, sobald sie sich zeigen, ist wohl allgemein bekannt. Sie ziehen viele Nährstoffe an sich, die besser den Wurzeln als Reservestoffe zu Gute kommen.
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Die Roßkastanien sind ein nicht zu verachtendes Futtermittel. Anfangs werden sie zwar wegen ihres bitteren Geschmackes nicht gern gefressen, doch allmählich gewöhnen sich die Thiere, wie Schafe, Schweine und Rinder, daran. Um die bitter schmeckenden Bestandtheile zu entfernen, werden die Kastanien geschält, zerklemert, mehrere Tage in kaltem Wasser gehalten, welches einige Male erneuert wird. Dadurch werden die Kastanien den Thieren im Geschmack angenehmer, Ver- dauungsstörungen werden vermieden, die Milch erhält nicht den unangenehmen Beigeschmack, den sie sonst nach Kastanienfütterung hat. Man lasse die jetzt reifenden Kastanien von den Kindern sammeln und gebe ihnen sür einen Centner eine gewisse Belohnung.
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Aufbewahrung des Obstes. Heuer, da die Obst- ernte wieder eine so reiche ist, lohnt es sich, dasselbe aufzubewahren und zu überwintern. Die hierzu dienenden Räumlichkeiten, ob Keller oder Kammer, sollten möglichst auf der Nordseite des Hauses liegen, um durch den stetigen Temperaturwechsel weniger beeinflußt zu werden. An deM Wänden, auch im inneren Raume werden Lattengerüste bissszur Decke aufgestellt, deren Fächer bequem zu überseheiMnd und mindestens 75 Centimeter bis 1 Meter Zwischenraum besitzen. Die Lattenflächen werden zuvor mit frischem, glatten Lang
stroh dünn bedeckt und dann erst mit Früchten, belegt nachdem sie einige Tage an der frischen Luft zum Abdünsten ausge- breitet waren. Rauhschalige Sorten, wie Reinetten, müssen sofort nach dem Pflücken in die Aufbewahrungsräume gebracht werden, da sie schnell welken. Je weniger Schichten übereinander liegen, um so besser wird sich das Obst aufbew^hren lassen und sollen auf ein Quadratmeter nur ungefähr 25 bis 30 Klg. Obst untergebracht werden. Die Temperatur des Raumes, der vollkommen dunkel und trocken sein muß, soll höchstens + 6 Grad Reaumur betragen. Von großer Bedeutung ist eine gute Ventilation. Bei trocknem, nicht zu kaltem Winterwetter muß stets in den Mittagsstunden gelüftet werden. Bei eintretender lang anhaltender Feuchtigkeit ist es empfeh- lenswerth, Chlorkalcium auszulegen. Genanntes Salz legt man auf Brettern mit Rillen aus, die von ihm abforbirte Feuchtigkeit kann hier leicht als abfließendes Wasser aufge- fangen und entfernt werden. Oftmalige, aber vorsichtige Untersuchung des Obstes, wobei alle schadhaften und angefaulten Früchte schleunigst entfernt werden, ist ferner nothwendig, um größeren Verlusten vorzubeugen.
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Hase in schwarzer Sauce. Den in zwetfingerbreite Stücke geschnittenen Hasen bringt man mit 300 Gramm Butter, einigen Lorbeerblättern, Pfeffer und Salz, */< Liter Rothwein, */4 Liter Wasser, 20 Gramm Liebigs Fleischextract, und 40 Gramm schwarzem Brode in eine Kasserole und läßt bei geschloffenem Deckel Alles eine Stunde dünsten. Hieraus nimmt man die Hasenstücke heraus, gießt V. Liter Rahm zur Sauce, läßt diese mit 40 Gramm Zucker und womöglich auch mit etwas Hasenblut äufkochen, treibt die Sauce durch ein Sieb, schöpft das Fett davon, läßt sie nochmals auskochen und schüttet sie über die auf einer Schüssel zierlich angerichteten Hasenstücke. _____________
Vermischtes.
Kasernenhofblüthe. Unteroffizier (zu einem recht mageren Rekruten): ,,Mensch, Sie sehen ja aus wie ein Abreißkalender am 31. December!" — ♦ • •
Erkannt. Bauer (der soeben sein Gehöft versichert hat, zum Versicherungs-Agenten): „Was krieg' i' jetzt, wenn'z nächste Woch' scho' bei mir brennt?" — Versicherungs-Agent: „Nun, da können Sie schon drei bis vier Jahre Zuchthaus kriegen!" ♦ *
Ein edler Gatte. Sie (vor einem Confectionsge- schäft): „Ach, Oekar, ich hätte nur ein Ideal: kaufe mir dieses grünseidene Kleid!" — Er: „Aber, was fällt Dir ein, liebe Elise, ich werde Dir doch nicht Deine Ideale rauben!" —
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Doch etwas. Förster (zu seinem Nebenmann, der auf einen Hasen geschossen): „Na, getroffen?" — Lieutnant: „Das zwar nicht, aber — aus seiner früheren Richtung hab' ich ihn doch geschlagen!" —
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Das artige Fritzchen. Tante: „Hier, Fritzchen, hast Du ein Stück Kuchen. Nun, was muß man sagen?" - Fritzchen: „Ich bitte noch um eins."
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Naiv. Gerichtskassenrendant (bei Auszahlung des Zeugengeldes): „Haben Sie etwas versäumt?" — Fräulein (verschämt): „Jawohl... ein Rendez-vous!" * ♦ ♦
Hyperbel. Chef (zum Commis): „Gehen Sie nicht so verschwenderisch um mit dem Streusand. Sie denken wohl, ich hab 'n Rittergut in der Sahara?"
Redaction: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schcn Druckerei (Fr. Lhr. Pietsch) in Gießen.


