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Um Tauben an den Schlag zu gewöhnen, gibt es folgendes, sich sehr bewährendes Mittel: Man nimmt Backofenlehm, groben Sand, Anis, Wicken, Honig, Menschen- harn und Häringslake, mischt Alles wohl durcheinander, läßt diese Masse sieden, erkalten und setzt sie den Tauben einige Tage vor, bevor sie ausgelasien werden. Sie lieben diesen Geschmack so sehr, daß sie stets an den Ort zurückkehren, roo ihnen solcher Genuß in Aussicht steht.
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Die Mäuse und Erdratten werden schädlich durch Abfreffen und Abnagen der Wurzeln. Man fängt sie, außer durch Fallen, durch inwendig glasirte Töpfe weg, die man bis an den Rand in den Boden eingräbt. Die Mäuse fallen hinein und können an den glatten Wänden nicht wieder entschlüpfen. „ ,
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Ziegenkäse. Im Riesengebirge bereitet man Weichkäse aus Ziegenmilch in der Weise, daß man die Milch erwärmt und Lab zusetzt, um sie zum Gerinnen zu bringen; sodann I trennt man die Molken von dem Bruch und bringt letzteren in Formnäpse, welche man 24 Stunden hindurch an einen warmen Ofen setzt, wiederholt wendet und mit Salz bestreut. Dann trocknet man die Käse zwei bis drei Tage und bringt sie in den Keller zum Reifen. 100 Ktlogr. Milch geben etwa 18 Kilogr. Käse.
GenrsinirÄtz!ges«
Um die Hühner vor dem Fliegen über den Garten- zaun, was sie namentlich im Frühjahre gern thun, abzuhalten, empfiehlt es sich, gut eine Handbreit oberhalb der Zaunspitzen einen Draht zu ziehen, so dünn, daß ihn die Hühner von unten nicht sehen. Derselbe wird an beiden Enden, bei sehr langen Zäunen auch in der Mitte ein oder einige Mal an eigens hierfür angebrachte Ständer befestigt und straff gezogen. Letz- tere müssen oben etwas nach derjenigen Seite geneigt sein, von welcher die Hühner kommen, damit diese, bevor sie mit den Klauen die Zaunspitze ergreifen können, gegen den Draht fliegen. Die Hühner haben nämlich die Gewohnheit, nicht in einem Fluge von unten über den Zaun hinweg zu fliegen, sondern sich erst auf den Zaun zu setzen und dann mit einem zweiten Satz von dort nach der anderen Seite hinunter zu fliegen. Der Draht verhindert dies.
VI.
Als Weither nach langer Krankheit zu einem neuen Leben erwachte, saßen Reißner und die Mutter an seinem Bette und begrüßten beide mit Rührung seine Genesung.
Der Kranke sah bleich und abgezehrt aus, fast wie ein I Todter. Matt reichte er Beiden die Hand und sagte:
„Ich lebe und wollte doch so gern sterben!
Da fing Reißner an, ihn zu trösten: „Fasse Dich, Werther, armer Junge! Giebt es doch der schönen Mädchen
1 Er nickte und setzte hinzu: „Aber nur eine Laura ! Hast Du bei Sophie Glück gehabt? Ich vermuthe es, weil "" ^Reißne/rief: „Ja, ich bin Sophiens Verlobter! Wollte Gott, ich sähe Dich auch so!"
„Ja, Reißner, gab er darauf zuruck, „wenn ich nicht Werther wäre, ich habe fo etwas von der Hundetreue in meinem Charakter, ich kann Laura nie, nie vergeßen!"
O, ich könnte ihr fluchen!" fiel nun die Mutter heftig ein "..Sie ist es, die mir den Sohn raubt!"
Da richtete sich der Kranke rasch auf: "Mutter, beste Mutter, sage das nie wieder, fluche ihr nicht! Dein Fluch träfe nur mich! Ich wünsche Gottes Segen aus sie herab,
Dan? übermannte ihn die Schwäche. Er Zehnte sich zurück und murmelte: „Wer kann dasür, Mütterchen! Es war mein Verhängniß! ES mußte so kommen! Ich bin.so müde io müde' Ach! wer — doch — ewig schlafen konnteI
Er lchnte'sich zurück und regelmäßige Athemzüge ver- kündeten seine Genesung. „ , . , ...
„Gerettet!" triumphirte Doctor Kugler, der eben eintrat. — (Fortsetzung folgt.)
Sagte ich er nicht, daß es schwer halten würde, ein so treues | d.-chs
den Wald. |
Die Kälte trieb ihn wieder empor. A.
„Hui," schauderte er zusammen, da er ohne Oberrock I war, „selbst meine Thränen gefrieren! O, unseliger Tag! I Nomen est einen! ich heiße ja Werther und mir wird- gehen wie dem armen Veilchen:
Und sterb' ich dann, so sterb' ich doch
Durch sie, durch sie, Zu ihren Füßen doch!"
Er declamirte es mit hohlem Pathos und stürzte dann bewuMo ihn Gröhlmann und der Amtmann Busch. Sophie war nämlich gleich zu Frau Helbrg geeilt und hatte ihr den Vorsall mitgetheilt. Da ihr Gatte aus dem Rath- hause war, sandte die erschrockene Frau gleich Gröhlmann binter Wertster her. Auch der eben angekommene Amtmann W «"■ dm» b°Id°M>d»-n °h»tm
SLlimmes. In Pauls Schooß barg der Bewußtlose jetzt das Haupt, während Gröhlmann Leute mit einer Trage herbeihalte. Paul war ein guter Mensch. Heiße Thränen fielen aus den armen bewußtlosen Freund hernieder und seine Lippen
mein Gott, laß es nur ein gutes Ende nehmen!"
Endlich war der Transport des Ohnmächtigen besorgt. Werther lag in einem erwärmten Bette, an dem die betrübten Eltern Platz genommen; auch der alte Hausarzt, Doctor Kugler, ein erfahrener Herr, war längst bei der Hand.
„Ein harter Starrkrampf!" meinte er. „Wir müssen b6S Während'der Nacht kam der Kranke zu sich, aber nur um in ein heftiges Delirium zu verfallen. Ost rief er im verzweiflungsvollen Tone:
Doctor'Kugler constatirte ein starkes Nervenfieber.
Vermischtes.
Ein selbstloser Freund. Lean: „Mir ist die Wahl gestellt, entweder ein armes Mädchen zu heirathen, welches ich liebe, ober eine reiche Frau, die ich nicht liebe. Was wurdest Du thun?" — Alfred: „Die Liebe ist das Salz des Lebens, mein Freund. Ohne sie ist Alles eitel. Die Liebe, die wahre Liebe, schafft Reichthum aus der Armuth, Freude aus Schmerz, den Himmel aus dem irdischen Jammerthal." -Jean. „Genug, ich werbe das arme Mädchen nehmen, welches ich liebe." — Alfred: „Brav gesprochen und wie etn Mann! Apropos, möchtest Du mir vielleicht die Adresse der reichen Frau geben, die Du nicht liebst?"*
Heiliger Hubertus. Erster Sonntagsjäger (dessen Pulver alle geworden): „Hast Du noch Munition» Zweiter: „Schnaps habe ich noch, aber keine Wurst mehr!
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Schmeichelhaft. Berliner (zu seinem Verwandten, der ihn besucht hat): „Willst Du heute Abend nich! mal in den Zoologischen Garten gehen?" - Besuch: "Wozu? M
I fühle mich bei Euch zu Hause ja gerade so wohl!
Siebaction: A. Scheydg. - Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei Er. Thr. Pietsch) in Gießen,


