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dort drunten im Süden und — lieben anders al» die kühlen Nordländer." . ,
Die rauschenden Aecorde, die Theklas schlanke Finger auf dem Flügel erklingen ließen, erstickten Bellarinos fernere Worte, doch ihr Lächeln bewies dem Italiener, daß sie ihn verstanden habe und keineswegs über feine Kühnheit zürne.
(Fortsetzung folgt.)
Gemeinnütziges.
Ueber den ungünstigen Einfluß, den das Zerschneiden der Saatkartofleln auf ihre Entwickelung ausübt, ist man wohl kaum mehr im Zweifel. Es wurde schon früher durch zahlreiche Versuche der Nachweis geliefert, daß nur die in jeder Hinsicht vollkommensten Saatkartoffeln, und zwar in ihrer un- gestörten Vollkommenheit, d. h. also ungeschnitten, als Saatgut Verwendung finden sollten. Jedenfalls empfiehlt es sich, mit dem Zerschneiden der Kartoffeln vorsichtig zu sein und dasselbe recht frühzeitig vorzunehmen, die zerschnittenen Stücke dann sorgfältig zum Abtrocknen an einem luftigen, aber frostfreien Ort, nicht zu dicht übereinander aufgehäuft, aufzubewahren und sie wiederholt umzuwenden, damit die Schnittfläche gehörig ein- trocknet. — Man schneide größere Kartoffeln stets vom Gipfel- zum Nabelende längs durch, so daß sich von den sogenannten Gipfelaugen an jedem Stücke wenigstens drei befinden; nur auf diese Weise kann man zufriedenstellende Erfolge erzielen.
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Die amerikanische Winterkresse, Barbara praecox, verdient auch in Deutschland volle Beachtung. Sie wird im Vorsommer und Sommer, wie der Spinat, in Reihen gesäet, und gedeiht in allen Lagen, am besten aber in nicht zu stark besonnten. Sie gibt im ersten Frühjahre schon einen feinen, zarten Salat. Im Herbst find die Beete mit verrottetem Dung zu decken, dann treibt sie im Frühjahr viel früher und gibt zarte Blätter. * »
Der Kanarienzüchter hat darauf zu achten, daß sich keine Spatzen in der Nähe der Vogelstube einnisten und durch ihr unmelodisches Kreischen den Kanarienvögeln ein böses Beispiel geben. *
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Frische Fische erkennt man an den Kiemen; sind dieselben nicht mehr schön roth, so lasse man den Fisch utt» berührt. Der Betrug des Beschmierens der Kiemen mit frischem Blut wird leicht erkannt durch Abwaschen. Alte Fische verrathen sich auch durch den fauligen Geruch.
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Unbrauchbaren Honig zu verbessern. Honig, welcher zu lange oder an einem unzweckmäßigen Orte aufbewahrt wurde, bekommt öfters einen schlechten Geschmack und Geruch, der ihn zum Genuß unbrauchbar macht. Durch folgendes Verfahren läßt sich Honig sehr gut reinigen. Man stößt 400 Gramm Holzkohlen etwas grob, wäscht sie einige Male, nimmt auf 3 Kilo Honig 6 Liter Wasser, setzt ihn alsdann aufs Feuer, um ihn mit den Kohlen 1/2 Stunde kochen zu lassen. Ist dieses geschehen, so läßt man den Honig mehrmals durch einen reinen Filtrirsack laufen, bi» er hell und klar wird. Durch diese Behandlung verliert der Honig seinen üblen Geschmack und Geruch, so daß man ihn zu Syrup und zum Einmachen der Früchte gebrauchen kann.
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Rindfleisch zn räuchern. Da» Fleisch wird dem Rinde noch warm entnommen, sogleich in einem innigen Gemenge von 32 Theilen Kochsalz und 1 Theil gepulvertem Salpeter herumgewälzt, in eine Blase gesteckt und heißen Rauchdämpfen ausgesetzt. Oder man zertheilt da» Fleisch in
2V2 bis 4 Kilogramm schwere Stücke, taucht sie in siedendes Wasser, zieht sie sofort wieder heraus, reibt sie stark mit einem Gemenge von Kochsalz und Salpeter, dann mit Kleie ein und setzt sie heißen Rauchdämpfen au».
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Roßhaare zu reinigen. In einer hinreichenden Menge Wasser, dem man Pottasche zugesetzt, werden die Roßhaare tüchtig gekocht, wobei man sie mit einem Stabe fleißig umrührt; dann spült man sie mit einem Siebe oder einem ausgebreiteten Tuche mit reinem Wasser gut nach und trocknet sie.
Vermischtes.
Der Ursprung einer Suppe. Leute, die wissen, was gut schmeckt, halten die Ochsenschwanzsuppe für eine der größten Delicatessen. Wenig bekannt dürfte aber den meisten von ihnen sein, wie diese Suppe zum ersten Mal gekocht worden ist. E» geschah die» während der französischen Revolution. In der Schreckensherrschaft des Jahres 1793 verloren viele französische Eselleute in Paris ihr Hab und Gut und wurden an den Bettelstab gebracht, der Hunger starrte ihnen nicht selten ins Gesicht. Da bemerkte ein solcher Edelmann, daß die Schlächter der Stadt die Häute der Schlacht- thtere in die Gerbereien sandten, ohne vorher die Schwänze zu entfernen. Dort hieb man dieselben ab und warf sie als werthlos bei Seite. Der Edelmann erbat sich darum von den Gerbern mehrere dieser verachteten Anhängsel und bereitete sich daraus eine Suppe, die ihm so ausgezeichnet mundete, daß er sein Geheimntß einem Anderen mittheilte, durch den dann diese Suppenart bald allgemein bekannt und beliebt wurde.
Der böse Vetter. (Das Töchterlein in Begleitung des Vetters und des kleinen Schwesterchens.) Mutter: „Lisbeth, — warum bist du so roth?" — Kl. Schwesterchen: „Der Vetter Gustav macht ihr immer so angstl" — Mutter: „Wie so?" — Kl. Schwesterchen: „Er sagt immer: sie sei zum Anbeißen!"
Gut qualifizirt. Elsa: „Du hast Dich verlobt - was ist denn Dein Bräutigam für ein Mann?" - Mimi : „Ein außerordentlich ordentlicher außerordentlicher Professor!'
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Schlechter Trost. Der kleine Karl (der heulend zur Tante kommt): „Tante, der Papa hat mich aber furchtbar durchgeprügelt!" — Tante: „Sei ruhig, liebes Kind, Pcha meint'» nicht so!"
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Empfehlend. Hausfrau (zu dem stellesuchenden Dienstmädchen): „Was ist denn in diesem Bündel? SieMben da wohl gleich Ihre Sachen mitgebracht?" — Dienstmädchen: „Das sind meine Zeugnisse!"
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Lakonisch. Schlittschuhläufer zum Eispächter: „Wann ist das Eisfest?" — „Sobald das Eis fest ist."
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Wehmüthige Freude. Familienvater (der von seiner Familie an den reichbesetzten Geburtstagstisch geführt wird): „O, Du grundgütiger Himmel, müßt Ihr mich — beschummelt haben!"
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Braut: „Ich weiß nicht, es ist ein eigenthümliches Gefühl, wenn man so recht verliebt ist; die ganze Welt steht Einem sympathisch gegenüber!" — Bräutigam.: „Gewiß, ich sage Dir, ich könnte alle Mädchen küssen!"
Siebaction: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Thr. Pietsch) in Gießen,


