Ausgabe 
17.3.1894
 
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aber auch die Hecken und Gebüsche von Jahr zu Jahr ab. Der Landwirth will jedes Plätzchen nutzbar machen und räumt zäher mit dem minderwerthigen Gesträuch auf, was nicht nur in Bezug auf die Singvögel, sondern nebenbei gesagt auch im Interesse der Bienenzucht lebhaft zu bedauern ist. Ersatz ür hohle Bäume kann man durch Nistkästchen bieten, die Jedermann, der ein wenig zu zimmern versteht, selbst. her. stellen kann. Beim Putzen der Bäume können solche Kästchen Är Staare, Meisen, Bachstelzen rc. paffend angebracht werden. Dabei befestige man die Källchen für Metten au die kleineren Bäume in einer Höhe von 3 bis 5 Metern, an mittelgroßen Bäumen in gleicher Höhe diejenigen für Rothschwänzchen und zwar an jeden Baum nur eine Wohnung. Die Kasten für Staare kann man an großen Bäumen in größerer Anzahl und in einer Höhe von 7 bis 8 Metern anbringen. Also schützt und pflegt die Singvögel! *

Biwer und Spiegelrahmen zu reinigen. Gold- rahmen bedürfen von Zeit zu Zeit der Reinigung. Man überstreiche sie mittels eines Pinsels mit bestem Weingeist, dem man einige Tropfen Salmiakgeist hinzufugt, läßt die Rahmm"etnige Minuten « feil« und 1Mb«« tun ««f. gelösten Schmutz leicht mit dem letzt mit Regenwaffer ge- tränkten Pinsel ab. Der Rahmen darf nicht abgetrocknet werden, weil sich dadurch das Gold ablüsen würde, sondern er wird in die Nähe eines Ofens gelegt, nicht gestellt und muß unbewegt trocknen.

Wie empfangen wir die Singvögel? Allgemein hört man Klagen, daß die Singvögel ^er seltener, dasur Raupen und anderes Ungeziefer zum schaden der Garten und Gelder immer zahlreicher werden. Die Bügel vertilgen Ärerstaun^Mengen dieser Schädlinge. Eine Drossel verzehrt auf einmal die größte Schnecke. Ein Mann wmde in demselben Verhältniß eine ganze Rindskeule zum Mttag. brod essen. Auch das Rothkelchen ist höchst gesrätzig- Wurde man den Appetit dieses Bögelchens auf den Menschen über, traaen, so brauchte letzterer, um ihn zu stillen, täglich bei­spielsweise eine Wurst von 9 Zoll Umfang und 27 Fuß Länge! Man sieht hieraus, daß wir allen Grund haben, unsere gefiederten Sommergäste freundlich zu empfangen und ibnen eine behagliche Wohnstätte zu bereiten- Biele Vögel bauen gern in hohle Bäume. Gerade diese werden aber von Jahr zu Jahr seltener. Da sie gewöhnlich nicht ertragreich sind, werden viele umgehauen und machen Mgen Bäumen Platz Mit dem Verschwinden der hohlen Bäume verlieren aber viele Singvögel den ihnen von der Natur zum Nestbau angewiesenen Platz und werden, wenn ihnen kem Ersatz ge boten wird, von Jahr zu Jahr seltener. Ein andere,: Lieb'

Der neue Orden. Lehrer:Welchen Orden gründete

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Redactiqn: A. Schcyda. - Druck und Vcrlag der Brühl'schen Druckerei iFr. Lhr. Pietsch) in Gießen.

GEeinnützigsr.

Kartoffeln im Sandboden Zur Erzielung einer guten Kartoffel im Sandboden empfiehlt sich Mgolem Zuerst mit der Hacke 10 bis 15 Centimes tief, dann wird der Dünger durch Ecdübergraben mit dem Spaten bedeckt. Noch dem Schlagen der Pflanzlöcher wird in ledes etwas Jauche geschüttet und gleich nach dem Verlaufen dre Kartoffel ge­worfen und zugedeckt. # ,

Die Saattartoffeln lese man jetzt aus, dieselben sind an einem ttockenen nicht zu kühlen Ort ausiubewahren di Keime dürfen auch später nicht abgepfluckt werden,es h dies ein späteres Austreiben und eine geringere Ernte zur Folge.

(Htte notbwendiae Gartenarbeit. In vielen GegeMn wurden im vergangenen Jahre wkder die Blätter d«-r Stachelbeeren und Johannisbeerensträucher von Jtaupen J&SSISV nicht reif werden konnten

Es ist eine'kleine grüne Raupe mit schwarzen Streifen, die Raupe der gelben Stachelbeerblattwespe (Nematjus ventucosu^ Klug). Da die Larven sich im Boden verpuppen, muß im sy>än die Erde unter den Stöcken, so weit die Aeste reichen, etw?5 bis 6 Centimeter tief weggischafft und neue (Compost.) Erde dahin gebracht werden. Die weggeschaffte Erde wir t man um die darL enthaltenen Larven zu vernichten, in die S-nkarube Ferner ist sowohl im Herbst als iM Fruhiahr W?!üe Erde unter^ den Stöcken eine handhohe Schicht Gerber, lohe oder Holzasche aufzustreuen. *

Dünauria der an Häusern stehenden Wein­stöcke. Dieselben leiden oft Mangel an Feuchtigkeit- Es ist Inf,»? nut sie bin und wieder zu begießen. Zum Düngen nimmt ^man Kompost, bereitet au» guter Erde, Latrinendünger 7nd Lviehdung, dieser wird im Frühling um die Wem- slöcke einqegraben. Eine solche, alle zwei Jahre wiederkehrende Düngung^ wird die Fruchtbarkeit begünstigen. Zum Begießer der Wernstöcke kann man das Waschwasser (Sersenwasser) oder auch Spülwasser au» der Küche benutzen.

Ist an den Kübelpflanzen, Lorbeer, Oleander rc-, etwas zu beschneiden, zu stutzen, so besorge ,etz, dies Geschäft io lange sie noch am geschützten Winterplatz stehen. Mit dem Verpflanzen ist zu warten bis April, wenn es in dem vergangenen Monat Augusts versäumt wurde.

Vermischter.

Logisch. Köchin:Von den zwölf Eiern, die ich neulich bei Euch kaufte, waren sechs davon fau l Eier- Händlerin:Liebes Kind, davor kann ich doch nichl Jerade, wie es faule Menschen jiebt, jerade so jiebt e« och faule Eier. Det is eben Naturgesetz" * ,

Ein süddeutscher Geschäftsmann ist zum Be- such in Berlin. Einer Verabredung gemäß soll er sich mit einem Freunde um 9 Uhr Abend» im Löwenbräu zusammen- finden; der Letztere wird aufgehalten und kommt erst gegen 10 Uhr. -Entschuldigen Sie, Verehrtester, eine dringende Angelegenheit ist schuld an meiner Verspätung. Habe ich Sie lange warten lassen?" -Nun, antwortete der Bayer, zehn Liter sind indessen verflossen." *

Bettler.Freundlichkeit. Hausfrau:Geld werde ich Ihnen nicht geben, aber ich will Ihnen Arbeit geben. - Bettler:Danke sehr! Wenn ich von Jemandem hören sollte, der Arbeit sucht, werde ich ihn herschrcken.

G u t g e s a g t. In Berlin hielt vor Jahren der Super­intendent B. den Confirmationsunterricht ab. Unter den Kindern befand sich auch ein Junge, welcher schon g«q der Höhe moderner Bildung stand. Derselbe warf nun einmal ein :Aber, Herr Superintendent, mein Vater W uns Kindern immer noch, daß wir vom Affen abstammen. B sah ihn an und entgegnete:Liebes Kind, hier haben wir.unr mit Deinen Familienangelegenheiten nicht zu beschäftigen.

Kraftbewußtsein. Schmiedemeister (zu seinem kleinen Lehrling):Nu Junge, so schlag doch zuP - Lehrling Ach, Meester, ick habe de Courage nich! Son Ambo» lou so theuer sind!"

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