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E^sündigst Dich an Gott I" sagte dann seine fromme Frau;unser Herrgott wird uns doch nicht mehr auflegen^ als wir tragen können. ®ib Acht, Mann, er legt Dir noch Schwereres auf, damit Du ihn erkennen lernst I" ,

Dann brummte der Rosenbauer in den Bart und grng an seine Arbeit.

Mehrere Tage seit dem Brande des Rosenhofes war« verflossen- Großen Schmerz über den Verlust Tonis empfände» noch der Rosenbauer, besten Frau und Loni, und kein» v», ihnen ahnte, auf welche seltsame Weise Toni aus den Hände» der Zigeuner errettet werden sollte- Denn merkwürdigerwerst sollte Mr. Shellock die Ursache der Entdeckung des geraubt« Knaben werden. t

Wie schon mehrere Male, machte der Engländer auch M wieder Ausflüge in die Gegend des Küchel und schien bobet die Kost des dortigen Wirthshauses ganz exquisit zu finde»- Joseph mußte natürlich den Engländer auf seinen Ausflügen begleiten. £, , ,

Müde waren Beide eines Abends in das Wirthshaus zu« Küchel" gekommen. Mr. Shellock redete gewöhnlich, tei» Wort, wenn er nicht mit Joseph ganz allein war, so daß Die Jäger, die heute im Küchel vollzählig versammelt waren uns es hoch hergehen ließen, auf den für halb verrückt gehalten seltsamen Engländer wenig Acht gaben, während sie sich Wj* eifrig unterhielten. Mr. Shellock verspeiste mit gutem Appem sein Abendbrod, rauchte darauf feine Cigarre und las da seine englische Zeitung, die ihm stets nachgeschickt ward, bekümmerte sich in der That wenig um die Herren Jäger, zuletzt bis auf zwei schwer bezecht fortstolperten-

(Fortsetzung folgt.)

Aber schon in der nächsten Nacht kam ein neues Unglück in der Gestalt des tückischen Zigeuners Gigo über den Rosen­hof. Leise hatte der Zigeuner sich bei der allmälig nachgelaste- nen Wachsamkeit des Gesindes bis an die Scheune des Rosen- Hofes schleichen können und in der dunklen Mitternachtsstunde flammte es dort plötzlich mehrere Male hell auf. Kurze Zeit nachher fchrie man im ganzen Dorfe:Feuer, Feuer! Der Rosenhof brennt I"

Während alle Bewohner des Rosenhofes beherzt nach der Scheune zum Löschen eilten, Bauer und Bäuerin, Knechte und Mägde, schlich eine dunkle Gestalt in das Wohnhaus. Es war Gigo. Tonis Kammer hatte er längst erspäht; ein Knebel war dem Knaben schnell in den Mund gesteckt, seine Hände und Füße gefesselt und dann wurde der Knabe von dem Zigeu­ner mit Blitzeseile fortgeschleppt.

Hell auf flammten Ställe, Scheuer, zuletzt das schöne Wohnhaus des Rosenhofes, Strassers Stolz und Freude. Das Vieh hatte man mit Mühe vor den Flammen gerettet, auch die schwere Eichentruhe mit dem Gelde des Rosenbauern.

Da schrie der schwer heimgesuchte Mann plötzlich überlaut auf:Mein Sohn, mein Toni!" und stürmte wie ei» Rufender durch Feuer und Flammen in das Haus. Beherzte Männer folgten, fanden den Knaben aber nicht. Doch war das Bett, darin er gelegen, noch warm. Erleichtert eilten Alle hinaus in dem guten Glauben, der Knabe fei wohl draußen bei der Mutter. Al» er aber auch hier nicht gefunden ward, I da rief der Bauer, bald vor Wuth brüllend, bald vor Schnurz weinend, aus:Toni, Toni, mein Kind!»

Aber nur die Berge antworteten als Echo dem Rose«- bauer, als wollten sie ihn in feinem großen Unglück äffen. - Toni, des Rosenbauers Sohn, aber war und blieb verschwunden.

Endlich berichtete der Dorfwächter, daß er gleich nach Ent- I stehung des Brandes einen in den Wald eilenden Zigeuner bemerkt habe, der eine Last getragen; er habe ihn aber nicht anhalten können. Nun war es ja klar, wo der Knabe ge- I blieben! Der Bauer erinnerte sich der harten Züchtigung Gigo» und - brach vor Angst, Zorn und Schmerz ohnmächtig zu- fammen. Als der arme Mann wieder zum Bewußtsein kam, war bereits Joseph mit den Nachbarn auf der Suche nach dem Knaben, aber keine Spur von demselben war zu finden. Vrv- I geblich war es, daß der Rosenbauer eine Belohnung von fünf- I hundert Gulden für die Wiederbringung des Kindes aussetzte I und daß die Landespolizei sich der Sache energisch annahm. | Niemand entdeckte den Aufenthalt des Kindes.

Der Dornbauer machte ungeschickt genug eine trese Ver- I beugung und ging dann mit dem Intendanten fort. Der Prinz I aber gebot Mutter Anna tiefstes Schweigen, besonders gegen Joseph, über die Angelegenheit, nahm Abschied und stieg dann I in den Wagen, in welchem die beiden Herren des dritten Ge- fährt- mit Platz nahmen und mit dem Prinzen nach Hohen- I Schwengau fuhren, während der Intendant und der Dorn- I bauer in dem zweiten Wagen nach Fissen ablenkten.

Joseph ahnte natürlich nichts von dem hochwichtigen Er- eigniß. Als er aus dem Walde zurückkehrte und in das Häus­chen trat, sah man von fern nur noch die Staubwolken, welche die Wagen aufwirbelten. , .

Am andern Tage kam aus Fissen em Verwalter nach dem Dornhofe und übernahm ganz in der Stille dre Leitung des­selben; das Gesinde blieb, denn der neue Herr, versicherte der Verwalter, sei gut; dagegen ward dem ganzen Gesinde bei Strafe sofortiger Entlassung das Versprechen abgenommen, über den Wechsel der Herrschaft bis zum 15. Juli des Jahres fchwei- gen zu wollen. Ganz ebenfo ward der Dornbauer, welcher in der Stadt blieb, verpflichtet.

Die ersten Julitage waren herangekommen. Auf viele Frosttage im März, April und Mai war eine gewaltige Dürre im Juni gefolgt. Der Rosenbauer sah außer seiner schönen Saat auch die ganze Weinernte durch Nachtfröste und Dürre zu Grunde gerichtet. Das war ein trostloser Anbuck für den stolzen Mann. Da ward eines Tages noch ein Unglück an- gemeldet; der Brunnen vor dem Thore des Rosenhofes war versiegt I - Entsetzen ergriff bet dieser Hiobspost den sonst so festen Rosenbauer; laut wehklagte er, als er das Unglück mit den eigenen Augen sah, und unwillkürlich mußte er an seine eigenen Worte denken:Eher wird der Brunnen versiegen, ehe ich meine Tochter einem Knechte gebe!»

Die Bäuerin hatte jetzt ihrem Manne gegenüber viel zu trösten und zu dulden; wenn sie auch auf die große Eichen­truhe voll Werthpapiere, Gold und Silber hinwies, Martin Strasser jammerte stets über feine verdorbene Ernte und feinen versiegten Felsenbrunnen und hielt sich als ganz besonders von

geben will, was bleibt uns dann anders übrig, als für den Joseph einen Bauernhof zu kaufen?» [

J , O, diese Güte, Herr Prinz!" stammelte die alte Frau. Wie"sollen wir Ihnen das danken!» ,

Der Prinz lächelte und sagte:Ihr Sohn hat ernst mehr für mich gethan, als ich für ihn thun kann. Er hat mir in Feindesland mit eigener Gefahr das Leben gerettet und dafür werde ich dem wackeren Manne wohl auch eine Wohlthat er­weisen dürfen! Herr Intendant, ist Alles besorgt?

Jawohl, Königliche Hoheit!» erwiderte dieser. , Dann laßt den Dornbauer rufen!" befahl der Prrnz.

Der Intendant eilte sogleich hinaus, um dem Lerbzäger den Auftrag zu geben. Währenddem unterhielt sich der Prrnz mit Mutter Anna auf das Leutseligste.

Fünf Minuten fpäter stand der Dornbauer, den Hut vor- legen in der Hand hin und her drehend, vor dem Prrnzen rn der kleinen Stube der Mutter Ropp.

Wie hoch schätzt Ihr Euren Hof mit Allem, was dazu gehört?" frug der Prinz den Dornbauer.

Auf dreißigtaufend Gulden, Herr ! entgegnete dieser. , Wollt Ihr mir den Hof für diefe Summe verkaufen?

Aut^dan/fahrt sogleich mit, meinem Intendanten nach Fissen und macht die Sache vor entern Notar ab, das Gew erhaltet Ihr dort ebenfalls sofort! Gehabt Euch wohl, Herr Intendant, vergessen Sie die besonderen Bedmgungen nicht, die in den Kaufvertrag ausgenommen werden sollen.