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Wochen ist Hochzeit!" I tige Meisterin!" 1
»Mit Erdmann?" frug sie schüchtern. „Et, da arbeiten wir schon umsonst." entaeaneten die
„Thörin, mit dem Herrn Rentmeister Hähnel!" kräftigen Männer. „Aufgepaßt, eins, zwei, HLnHt Jutta sah diesen, der dabei stand, spöttisch an und sagte I ätzten zehn Mann ihre Brechstangen ein und der Werkmeister dann ebenso ruhig: „Gut, Vater, ich werde gehorsam und nicht I commandirte. Nach einer Viertelstunde war der Baum noch widerspenstig sein, ich werde nicht Nein sagen am Altäre, aber I keinen Zoll gerückt. Da hieß Erdmann zwölf Pferde holen, ehe ich dorthin gehe, werde ich diesen Leib zerstören, der den I Sie wurden an Ketten gespannt und angetrieben. Die Stein- Herrn Rentmeister gereizt hat, dieses Leben von mir werfen, I Bietzen halfen nach und der Baum war beseitigt.
welches ohne Erdmann für mich keinen Werth hat! Schleppt Jndeß hatte sich das halbe Städtchen an der Unglücks« Ihr mich zum Altäre, so wird Herr Hähnel nur eine Leiche I stätte versammelt; der alte Pastor Gesenius stand neben Jan tzeirathen!" und sprach ihm Trost ein, Mutter Gertrud aber sagte zu ihm:
„O, nur zu," spottete da der erbitterte Vater, „ich will | „Jan van der Bult, sehen Sie nun, wohin der Haß führt?
Dich schon bewachen!" I Gott selbst gibt Ihnen heute ein Zeichen: der Baum, bei dem
„O, Vater," entgegnete sie nun tief ernst, „kennst Du I Sie geschworen, ist nicht mehr! Er erschlug Euch fast Euer mich so wenig, daß Du denkst, ich hielt nicht Wort? Gott I Kind, denn ich will um Erdmanns willen, Euretwillen und weiß es, daß ich das thun muß I Mein Herz gehört Erdmann I auch zuletzt um meinetwillen wünschen, daß es noch lebt I und einen Andern will ich nicht zum Manne!" j Wollen Sie nun endlich verzeihen, wie ich längst verziehen
Jan van der Bult zuckte die Achseln und entgegnete: I habe?"
„Das werden wir sehen; kommt Zeit, kommt Rath!" I Da brach endlich die Angst um Jutta die Eisrinde dieses Als Erdmann nach Hause kam, warf er sich in den Sessel I starren Herzens und Jan van der Bült reichte weinend Mutter und klagte überlaut. Da trat Mutter Gertrud zu ihm und I ®er ®‘e Hand.
fragte: „Hat Bult Dich gekränkt, Erdmann? Er ist nicht so .., Kinder, wändte sich diese erklärend an den Pastor, schlimm, aber die alte Feindschaft hat das Gute in ihm er« I »"eben^stch schon lange, gerade wie wir uns haßten." stickt, gerade wie bei uns! Du, Du guter Junge, hast mich erst I wird Gott das liebe Mädchen auch bewahrt haben!" aus dem Schlafe geweckt! Was meinst Du, soll ich mal zu I antwortete der Geistliche und drängte näher an den Schau« ihm gehen?" j platz, denn jetzt waren die Trümmer des Brunnenhauses fort«
„Nein, nein, Mutter, es würde nichts nützen, vielleicht nur I geräumt. Erdmann war der Erste, welcher sich dem Brunnen schaden! Laß mich nachdenken!" i näherte und — da hing Jutta, zwar ganz durchnäßt und vor
„Kannst Du sie denn nicht aufgeben, Erdmann? Es gibt Frost klappernd, im Bassin, einer Ohnmacht nahe, aber sonst der braven und schönen Mädchen ja so viele, die es als eine I unverletzt. In das Bassin geschleudert, war sie der schmettern« Ehre ansehen würden, sich mit Dir zu verbinden." I ben Wucht der Balken glücklich entgangen.
„Ach, Mutter," rief er da, „wenn Du wüßtest, was Jutta | Erdmann nahm sie in seine Arme und trug sie in der mir ist! Sie ist mein Leben, mein Alles! Wenn Dich nun einst I Mutter nahes Haus.
Jemand von dem Vater hätte reißen wollen?" I Hier spielte sich nun auch die letzte rührende Scene des
„Es wäre ihm nicht gelungen!" I ganzen Familienstreit-Dramas ab, denn der alte zitternde Bult
„Siehst Du? — Nein, ich hole sie mir heimlich, fahre I küßte zuerst fein Kind, dann Erdmann und legte die Hände
mit ihr nach England, lasse sie mir antrauen und komme mit I ber Beiden ineinander, indem er sagte: „Laß mich Du zu Dir
ihr als Frau zurück. So soll es sein!" | sagen, wie in der Jugend, Du braver Erdmann. — Werdet
„Amen, Gott gebe seinen Segen dazu, ob's schon nicht I glücklich, meine Kinder! — Und nun, Mutter Gertrud, nun,
recht sein mag!" Herr Pastor, sind Sie zufrieden?"
Damit wandte sie sich kopfschüttelnd ihren Geschäften Den braven Arbeitern und Knechten, die die Pferde so wieder zu. I rasch gebracht, schenkte Bult 100 blanke Thaler, gerade so,
* * I wie Erdmann Wort hielt.
| Und was that um diese Zeit der Herr Rentmeister Hähnel?
Es war der 26. April 1864, der den Bewohnern dieser | Bei der Nachricht von der Verlobung, welche blitzschnell
Gegend ewig unvergeßlich bleiben wird, denn es entstand mäh« I die Stadt durcheilte, hatte sich der arglistige Mensch noch zur rend der Nacht ein Orkan, wie ihn die ältesten Leute nicht rechten Zeit aus dem Staube gemacht, denn später stellte sich erlebt hatten. j ein großes Defizit in der ihm anvertrauten Kasse heraus.
Erdmann ließ eben gefügte Sandsteinplatten, welche der I „Ach, da habe ich mir eine schöne Suppe eingebrockt," Orkan umgeworfen, in Sicherheit bringen, da erscholl ein un« rief bei dieser Nachricht Vater Jan, „ich habe für den Schuft geheurer Krachen, begleitet von einem Doppelgeschrei: der j für tausend Thaler bei der Rentenkafle der Hauptstadt gut« Sturm hatte die Wodanseiche umgeworfen und diese hatte das | gesagt!"
Brunnenhaus, den damaligen Zankapfel zwischen den Reddes I „Macht 'nen Strich durch, Vater!" lächelte Erdmann, und Bults, zerschmettert. I „Besser tausend Thaler verlieren, als solchen — Schwieger«
Da stürzte jammernd der alte Bult herbei. I sohn gewinnen I"
„Jutta," schrie er wie wahnsinnig, „Jutta, mein Kind!" „Hast Recht!" lachte der Alte.
Erdmann hörte den Ruf und war schon an seiner Seite. I Und Jutta? —
„Wo ist Jutta, Herr Bult?" frug Erdmann. I ®8 ist wohl unnütz, zu versichern, daß ihr Glück nun
„Da drinnen!" jammerte der Alte ganz gebrochen. - vollständig war, besonders als ihr Verlobter am Tage darauf „Wenn sie noch lebt!" ” in der Ausstellung den Ehrenpreis, bestehend in einer großen
„Barmherziger Gott!" rief er und stürzte zurück. „Rei« ff’S Vater Jan erklärte, daß er
mers, Rammer, Lüders," - es waren drei riesige Stein« T Ä solchen Schwiegersohn sei. So verschmerzte er metzen, welche im Hof hantirten, — „ruft alle Mann herbei b Ä” <» . o , r
und bringt Brechstangen mit! Schnell! Schnell!" e. J» H<"Wt des jungen Paares in Lauterthal ge«
Sie waren in der Minute am Platze, Jan van der Bult mehr ^Volksfest ^als?ne FamiliMeie?^ "" Rasens & ohnmächtig auf dem oben hervorsprießenden I Am Tage nach der Hochzeit kamen dann Werkleute und
Nun bürt" wirb I rissen die Mauer im Garten ein; beide Gärten wurden ver«
Jhr ficrettet 6 i ' " einigt und Jan van der Bult verschrieb sein Eigenthum seinem
3t **1 Schwiegersohn. Dieser ließ den Lauterbrunnen wieder frei
stWer ist denn da drinnen? fragten die Männer« • legen, und nachdem der Eichenstumpf ausgerodet war, eine


