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Gottes Finger.

Erzählung von C. von Falkenberg.

(Schluß.)

So verging der Winter. Die Liebenden sprachen sich oft im Vorstübchen bei Mutter Gertrud, und als nun der Frühling in Sicht war, konnte man sich auch hier und dort treffen. Allerdings hatte es Erdmann sehr verstimmt, daß Juttas Vater seinen Besuch ebenfalls nicht angenommen und jeden Annäherungsversuch vereitelte.

Desto öfter trafen sich die Liebenden an der Eiche und manches Brieflein ging durch diesen seltsamen Postkasten hüben nach drüben, von drüben nach hüben.

Aber der Verräther schläft nicht und das Auge der Eifer­sucht blickt scharf!

O nein," schrie da Bult zornig,so ist es nicht! Aber den Schleicher, den Erdman«, den soll der Teufel holen! Nein, ich halte mein Wort und wenn ich Jutta an den Haaren zum Altar ziehen soll!"

Nun, nun," begütigte ihn der Rentmeister,das verhüte der Himmel! Ich denke, es läßt sich noch Alles im Frieden schlichten! Binnen Kurzem bin ich Rentamtmann und dieser Titel, dieser Ansehen wird Fräulein Jutta wohl mit ihrem Schicksal versöhnen!"

Dabei versprach er dem zornigen Mann, ihn zu begleiten, wenn er Jutta und Erdmann, die sich an der Eiche träfen, überraschen würde.

Es war ein wundervoller April-Abend, als Jutta mit Erdmann unter der Eiche zusammentraf.

Weißt Du, Jutta," sagte Erdmann, nachdem sie auf dem Steine Platz genommen,daß ich große Hoffnungen auf die Kunst-Ausstellung in der Hauptstadt setze? Ich habe zwei Kainin-Friese in schwarzem Marmor und eine Statuette der Pomong in carrarischem Marmor ausgestellt; werden meine Werke preisgekrönt, so versuche ich es noch einmal, trete vor Deinen Vater hin und halte um Dich an!"

Da brauchen Sie sich keine Mühe zu geben," klang hier die Stimme Bults verbtffen hinter der Eiche heraus,Sie sind ein Redde und bekommen Juttas Hand nie, hören Sie, nie! So wahr Gott der Allmächtige lebt, ich halte Wort, es sei denn, daß diese Eiche nicht mehr stände und vom Wind fortgeweht wäre!"

Dabei riß er Jutta rauh empor und schrie:Komm' heim, Mädchen! Du bist hier am falschen Orte!"

Aber Erdmann blieb trotzdem gelaffen.

Es ist gut!" sagte er kalt.Jutta, wir sehen uns wieder! Jan van der Bult, jetzt ändere ich meinen Sinn und sage Ihnen: So wahr Gott lebt, ich hole mir Ihre Tochter, denn Sie vergewaltigen unsere heilige Liebe."

Das findet sich!" lachte Bult höhnisch und stieg die Stufen hinab; der Rentmeister aber, der diese Gelegenheit be­nutzen wollte, dem Herrn Steinmetzen eins auszuwischen, lächelte höhnisch und sagte:Diese Blume ist nicht für . . ."

Er vollendete nicht, denn er erhielt von Erdmann einen Stoß und flog die Stufen hinab. Dort lag er zu Bults Füßen, welcher kalt sagte:Stehen Sie auf, Herr Rent­meister!"

In den Bart aber murmelte er:Der ist ein ganzer Mann, aber ein Redde! Rein, nein, es bleibt bei meinem Ent- schluffe!"

Als sie zu Hause waren, blieb er gegen Juttas Erwar­tung ruhig und sagte nur:Höre mich, Jutta; was ich jetzt

Der neue Rentmeister Asmus Hähnel, ein noch junger, aber total verlebter Mann, der sich nicht im entferntesten mit Erdmann meffen konnte, hatte es verstanden, sich Bults Gunst zu gewinnen.

So kam ein Ränkeschmied in das Bult'sche Haus und rasch war der Rentmeister Bults erwählter Günstling, der bald eine Parthie Tricktrack, bald Schafskopf mit ihm spielte. Der Rentmeister verstand es meisterhaft, das heiße Eisen zu schmieden. Er benutzte leine gute Stunde und fing bei dem alten Herrn an, behutsam zu sondiren, und fand ihn auch nicht abgeneigt, in eine Heirath mit Jutta zu willigen.

Heirathen muß das Mädel ja doch einmal!" meinte der Vater lächelnd.

Allerdings, und ich werde sie auf den Händen tragen!" versicherte der Rentmeister.

So machen Sie sich bas Mädel geneigt!" lachte Bult. Ein gewandter Mann versteht das!"

Von diesem Tage an erwies Hähnel Jutta alle möglichen Aufmerksamkeiten, aber das junge Mädchen blieb kalt wie Eis. Run schöpfte der Arge Verdacht und schlich ihr auf Schritt und Tritt nach, wobei es ihm gelang, nicht nur ihre Rendez­vous mit Erdmann an der Wodanseiche und bei Mutter Ger­trud im Stübchen zu entdecken, sondern auch den Platz aus­zuspüren, wo sie ihre Briefe an Erdmann verbarg. Ein solches Briefchen zeigte er dann Jan Bult eines Tages vor. Dieser gerieth in eine gewaltige Aufregung, als der Arglistige ihm das Alles zeigte und heuchlerisch hinzusetzte:So hoch ich die Ehre schätze, lieber Freund, die Sie mir mit einer Verbindung zwischen Jutta und mir anweisen, so leiste ich doch gern Ver­zicht, wenn Sie anderweitig gebunden sind!"

le ließ mhüllen, Dieses gemacht, mehrere beiden Stellen hängen, aren in rr drei Pfund lgrweise anderes in Fol- Wiegen i, wenn mb ein ibt alle ser Ge-

1894.

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Anterchaltnngsblatt zrrirr Gietzsner AnzeiKev (Genspal-Anzergev)

Donnerstag, de« 15. August.