plauderte, sogar den Strickstrumpf, den sie auf der ganzen Reise I noch nicht gewagt hatte, hervorzuholen, konnte sie hier in diesem Kreise nach Herzenslust handhaben, was ungemein zu ihrem l Wohlbefinden beitrug.

Als Dora schüchtern vom Weiterreisen sprach, wurde die Tante fast zornig und erklärte, die ersten vierzehn Tage brächte sie keine Wacht der Welt hier fort, Dora sei jetzt wirklich wie der ewige Jude und habe nirgends Ruhe und Rast.

Mit einem schweren Seufzer fügte sich die junge Dame in das Unvermeidliche. Der guten Tante den Grund ihrer Unruhe einzugestehen, vermochte Dora nicht, da jene jedenfalls ein derartiges Suchen nach einem jungen Manne für höchst unpaffend erklärt haben würde.

(Schluß folgt.)

Gein-innLWg-s.

Um Fenster in bewohnten Räumen, wo die­selben auch während des Winters geöffnet werden müffen, luft­dicht verschließen zu können, macht man von gutem Oelkitt lange Rollen von der Stärke eines Bleistiftes bis einen kleinen Fingers, je nach Beschaffenheit der Fensterrahmen, legt diese in den Spund aller vier Seiten des ausgehenden Flügels und schließt dann denselben mit sanftem Drucke. Es wird damit der Oelkitt dergestalt zwischen beide Rahmen gepreßt, daß dem Lustzuge jeder Durchgang gesperrt ist. Damit aber das Fenster auch geöffnet werden kann, ohne den gewonnenen dichten Schluß zu verlieren, bestreicht man vor der Manipulation denjenigen Spund, in welchem derselbe haften bleiben soll, mit Leinölfirniß und bestäubt die Seite der Rolle, welche sich beim Schließen des Flügels zwar an den anderen Rahmen fest anlegen, aber nicht ankleben soll, mit trockener Schlemmkreide. Zum lieber» flusse kann man mit dieser auch noch die Theile des anderen Rahmens bestäuben, welche beim Schließen des Fensters von dem Kitte berührt werden. Läßt man das Fenster einige Tage geschloffen, so wird die Kittaussüllung an dem mit Firniß be­strichenen Rahmen festsitzen, von dem anderen dagegen beim Oeffnen sich leicht ablösen und für die Folge den Zweck voll­ständig und dauerhaft erfüllen.

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Grauwollenes Kleid zu waschen. Nachdem da» Kleid vollkommen zertrennt ist, bereitet man eine Lauge au» etwa 8 Liter Regenwaffer und Vie Kilogramm Elainseife. Dieses Verhältniß wird geändert, je nachdem die Zeuge mehr oder minder schmutzig sind. Die über Feuer aufgelöste und gut durchgerührte Lauge vertheilt man gleichmäßig in zwei Gefäße und nimmt zu der einen auf je ein Liter Lauge einen Theelöffel Salmiakgeist- Wenn man die Stoffe in die Lauge thut, muß dieselbe noch so heiß sein, daß man mit der Hand nicht hineingreifen kann. Der Stoff wird mit ein paar Holz­löffeln niedergedrückt und bearbeitet, dann möglichst ausgedrückt und in der zweiten Lauge ohne Salimakgeist bearbeitet; diese Lauge muß aber schon so weit abgekühlt sein, daß man das Zeug fest ausdrücken kann, wobei aber keine drehende Beweg­ung beim Ausdrücken stattfinden darf- Run werden die Stücke zum besseren Trocknen durch drei bis vier weiche, trockene Handtücher gedrückt, bis sie fast keine Feuchtigkeit mehr fahren lassen. In keinem Falle darf man wollene Stoffe in der Sonne trocknen, weil sie sonst dicht und hart werden, sondern das Trocknen muß im Schatten bei mäßigem Luftzug geschehen.

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Motten im Klavier. Seine Woll- und Filztheile bieten den günstigsten Brutplatz für Motten. Die Reinigung de» Klaviers ist mindestens einmal im Jahre vorzunehmen.

Künstlicher Beilchenvuft. Prof. Tiemann und Dr. P- Krüger haben einen künstlichen Veilchenduft aus dem Citral,

einem Bestandthelle der Eitronenöls, hergestellt. Die Herstellung» Methode wird von den Erfindern, die den entdeckten Stoff Zonon" benannt haben, noch geheim gehalten;Zonon" soll einen ungemein starken Veilchengeruch entwickeln.

Falscher Caviar. 2 bis 3 schöne Häringe werden gewässert, von Haut und Gräten befreit, gewiegt mit ganz fein gehackter Zwiebel und Citronensaft untermischt und mit frischer Butter auf Weißbrod gestrichen.

Riffe an Steingut und Thonröhren dichtet man mit einer Mischung von 2 Theilen schwarzem Schmiedeharz und 1 Theil Asphalt, welches über mäßigem Feuer flüssig ge> macht auf die betreffende Stelle aufgetragen und mit naßge» machter Hand beigedrückt wird. Die Stelle muß vorher gut angewärmt werden und vollkommen trocken sein.

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Flöhe bei Hunden vertreibt man, wenn man mit einer harten Bürste, auf die man etwas Terpentinöl tropft, den Hund abbürstet, und das Lager, bei welchem öftere Er« Neuerung des Strohes und Sauberkeit unbedingt nothwendig ist, mit einigen Tropfen besprengt. Der Geruch wird die lästige Plage des Ungeziefers vertreiben und fernhalten.

Vermischtes.

In einem Gebirgsdorfe. Wirthin:Grüß Gott, wünscht der Herr etwas zu speisen: einen schönen Schöpfen­braten, oder eine Ente, oder ein junges Henderl, einen Kalbs­braten, oder Forellen oder" Tourist:Ich danke liebe Frau, aber ich bin zu erschöpft, um heute noch etwas genießen zu können. Ich möcht am liebsten zu Bette " Wirthin: G'seg 's Ihnen Gott, gnä' Herr, daß Sie nix zu essen begeh­ren wir haben eh nix im ganzen Haus."

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Ein besorgter Gatte.Liebes Käthchen, komm', gehen wir auf die andere Seite der Straße. Hier nebenan ist ein Modemagazin und der Arzt hat Dir, wie Du weißt, jede Aufregung verboten!" *

Zerstreut. Der Herr Professor kehrt Nachts von einer Gelehrten-Gesellschast heim und isi noch ganz mit den dort ge­führten Gesprächen beschäftigt. So geschieht es, daß er sehr zärtlich das Kerzenlicht au?küßt und dann seiner Frau gewissen- hast das Löschhörnchen über die Nase stülpt worauf er zu­frieden zu Bette geht.

Wort gehalten. Student:Sie bekommen schon Ihr Geld aber diesen Monat kann ich Sie nicht bezahlen!" Schneidermeister:Das haben Sie ja auch vorigen Monat gesagt!" Student:Na,.hab'ich also nicht Wort gehalten?"

Merkwürdiges Pech. Junggeselle:Ich war von jeher ein Pechvogel! Alle die Mädchen, die ich aus Liebe bei» rathen wollte, haben viel zu wenig Geld gehabt!"

Falsch verstanden. Professor (vor einem Kranken zu seinen Hörern):Dieser Fall, meine Herren, ist nicht hereditär die Eltern dieses Manne» sollen leben und gesund sein." Der Kranke (sich bedankend):Sie auch, Herr Professor, Sie auch!"

Gutes Gewissen. Richter:Angeklagter, Sie sind jetzt entlassen ... der wirkliche Dieb ist ermittelt!" Leh­mann:Nu, seh'n Se, Herr Richter, ick hab' nter doch gleich jedacht, bet ick unschuldig bin."

Redaction: A. Scheyda. Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen.