Ausgabe 
15.9.1894
 
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peinlich doch Rache genommen, chältnisse der Central-Commerz- ,nnt gemacht. Außerdem war es und sehr gefährlich, an Messens Director jetzt in dieser kritischen Nach längerem Nachsinnen erklärte . Messen die Hand reichend:Ver-

wagen, mich zu comprov Ihrem Mitarbeiter gewäl in meinem Leben bereit

Pohlmann fühlte, schlauen und gefährlic' seine Hände gerathe, stand sagte ihm a' brechen oder ihm

Der Bruch n bedeutend mit < Hill-ssen hätte d und die bedenk ' bank in versteh ja auch außerr Stelle einen Lage der Ban,

denn Sie haben mich ja zu '<<> diesen dunkeln Punkt

oegene Spiel mit diesem ,oren hatte und ganz in

4 kühl berechnender Ber­an mit Hillessen entweder und ihn gewinnen mußte, e aber für Pohlmann gleich« Katastrophe gewesen, denn

Im traulichen Geflüster saßen am Abend dieses Tages Professor Leonhard Galen und dessen Braut Carola im Pa­villon des Pohlmann'schen Gartens. Die Liebenden freuten sich ihres Glückes und plauderten von der Hochzeit und der Hochzeitsreise, die ungefähr Mitte September stattfinden sollte.

Wir reisen zuerst nach dem schönen Wien und dann nach Venedig, Florenz und Rom, Geliebte," sagte Galen mit seiner sonoren Stimme,und es wird mir eine große Freude sein, dann Dir, meiner jungen Frau, all' die Schönheiten und Kunstschätze dieser berühmten Städte, wo ich vor Jahren einen großen The« meiner Studien machte, zu zeigen."

Das ist ein herrlicher Gedanke von Dir, Leonhard," jubelte das junge Mädchen und strich dem Geliebten liebkosend mit der zarten, seinen Hand über das lockige, braune Haupt­haar.Wie werde ich an der Seite eines so kundigen Füh- rers, wie Du es bist, diese schönen Städte und deren Kunst­schätze erst kennen und bewundern lernen! Bei unserem vor­jährigen Aufenthalte in Italien habe ich wirklich von den Kunstschätzen nicht viel gesehen, denn Papa hatte große Eile, um nach Neapel zu kommen und den feuerspeienden Vesuv zu sehen"

Und als wir kaum zwei Tage in Neapel waren," fiel jetzt die in einer Ecke des Pavillons sitzende Frau Director Pohlmann ein,da erhielt mein Mann von seinem damaligen Mitarbeiter, dem Director Rustan, eine wichtige geschästliche Depesche, die ihn rasch nach Hause rief, und wir fuhren nun nach Deutschland zurück, ohne Rom und Florenz noch einmal gesehen zu bigfgt italienischen Reise, von welcher

mir bereits Ernst seltsame Dinge erzählte, eine Art Unstern gewaltet," bemerkte jetzt Professor Galen lächelnd,und es ist naher entschieden das Beste, daß wir unsere Hochzeitsreise nach Italien machen."

Ich rathe auch dazu," erklärte Frau Director Pohl- mann,denn im Herbst ist es in Italien noch am schönsten pt ganz Europa, und das sonnige Land der Citronen, der

ordnen." , , r ......

Schon gut, schon gut," entgegnete dieser befriedigt schmunzelnd und freundlich lächelnd, und zuvorkommend beglei- ' tete Hilleffen den Director Pohlmann noch ein gutes Stück auf dessen Wege nach Hause. Die beiden Männer schieden von einander wie die besten Freunde und Niemand außer ihnen selbst hatte eine Ahnung, daß sie nur durch Schuld und Leidenschaft und durch den materiellen Vortheil, aber nicht . durch wahre Freundschaft aneinander gefesselt waren.

deshalb Pohlmann pMh. , Messen die Hand reichend:ver­einigen wir uns also zum gemeinsamen Glücke, zur Rettung der Bank und zur Vermeidung einer großen Katastrophe. Carola muß Ihre Frau werden, mag es ihr auch Thränen kosten, dem Professor zu entsagen. Aber an eine plötzliche Aufhebung ihrer Verlobung ist nicht zu denken, Sie müssen mir vielmehr Zeit lassen, lieber Hillessen, die Sache zu

Kunst und Poesie ist ja so recht ein Reiseziel für junge Ehe- eute."

Mama, Du sprichst mir aus dem Herzen," entgegnete Carola,denn mögen die Schweiz, Norwegen und Schweden landschaftlich auch noch so schön sein, so üben sie doch nicht ren Zauber auf Herz und Gemüth aus wie Italien und ich könnte mich so leicht nicht dazu entschließen, meine Hochzeits­reise nach dem Norden zu machen."

Nun, so sind wir ja über den Plan der Hochzeitsreise vollständig einig," erklärte der Professor Galen,und wenn Carola und ich recht schön bitten, so setzen vielleicht Vater und Mutter Pohlmann auch bald den Tag der Hochzeit fest."

Sehr gern wird es geschehen und auch bald, lieber Pro­fessor," gab die Dame verbindlich zurück,ich will noch heute oder morgen mit meinem Manne Rücksprache nehmen, an welchem Tage die Hochzeit stattfinden soll "

Wir bitten aber auch nunmehr um die officielle Anzeige unserer Verlobung," meinte jetzt Carola leise schmollend,denn Director Rustan ist nun schon beinahe drei Monate tobt und Papa treibt die Rücksicht in diesem Punkte wohl etwas zu weit, daß er die officielle Bekanntmachung unserer Verlobung wegen des Todes des Freundes so weit hinausgeschoben haben will. Es kommt mir diese Verzögerung fast wie eine Schrulle Papas vor, denn eine Verlobung ist doch schließlich nur eine stille Feier für die betreffende Familie und ein Act der gesell­schaftlichen Convenienz gegenüber der Außenwelt."

Herrn Rustans plötzlicher Tod ist dem Papa sehr, sehr zu Herzen gegangen," erwiderte Frau Pohlmann, blickte aber erstaunt auf die Tochter, die heute in einer gewissen, an ihr sonst nicht zu beobachtenden Erregung die Frage der osficiellen Bekanntmachung ihrer Verlobung erörtert hatte, und dann warf die kluge Frau auch einen prüfenden Blick auf das Antlitz des Professors Galen, um vielleicht aus dessen Miene zu lesen, ob er im Herzen unwillig über die Verschiebung der osficiellen Verlobungsanzeige sei. Aber Proseffor Galen zeigte wie immer sein ruhiges, heiteres Antlitz, nur fiel es Frau Pohlmann auf, daß er kein Wort zu der von Carola angeregten Frage sagte. Wollte dieser feinfühlende Mann dadurch seinen Wunsch nicht aufdrängen oder beabsichtigte er damit, die Empfindungen des Directors Pohlmann in Bezug auf das schmerzliche An- denken des so plötzlich aus diesem Leben gerissenen Freundes, des Directors Rustan, zu schonen? Carolas Mutter wußte sich aber in die Gedanken des mit ihrer Tochter heimlich ver- lobten Mannes zu versetzen und sagte alsbald:Ich denke, daß die officielle Verlobung in den nächsten Tagen angezeigt wird, es ist ja nur noch eine Formsache, gegen welche der Papa nichts mehr einzuwenden haben kann, nachdem er mit freudigem Herzen bereits seine Zustimmung zu Eurer heim­lichen Verlobung gegeben hat. Ich werde, wie ich schon be- merkte, lieber Herr Professor, noch heute Abend oder spätestens morgen mit meinem Manne über die Angelegenheit sprechen und sicher wird er Alles zu Ihrer und Carolas Zufriedenheit anordnen. eflor Sanfte freundlich für diese Zusage und Carola umarmte zärtlich die Mutter, denn besser vermochte das junge Mädchen ihre Freude und ihren Dank gar nicht auszudrücken. , , . .

Auf dem Kieswege des Gartens laut werdende Schritte zeigten jetzt an, daß Jemand nahte, und als Galen und Carola sich umblickten, bemerkten sie Ernst, welcher, ein Buch in der Hand, langsam näher kam. c

Der junge Referendar sah ziemlich bleich und geistig an­gestrengt aus. . ...

Du wirst jetzt des Arbeitens und Studirens ja gar nicht mehr müde, Ernst," begann die Schwester liebevoll.Hat es denn eine so große Eile, daß Du Dein zweites Examen machst« Komm', setze Dich zu uns und lege das Buch weg."

Kind, in Deinem Glücke kennst Du den Ernst des Lebens nicht," erwiderte der Bruder fast feierlich,und weißt nich, daß man als Mann voll und ganz arbeiten muß, um em schönes, ein achtungswerthes Ziel zu erreichen und in seinem männlichen Bewußtsein befriedigt zu werden. Und so lange

wenn Sie wagen würden, den Inhalt dieses Scheine» der Welt bekannt zu machen? Sie können es aber auch gar nicht