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Zeit gießt man das Wasser klar ab, füllt es in Flaschen und benützt es bei der Wäsche.
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Honiglimonade. Ein liebliches, kühlendes, belebendes Getränk bereitet man sich, wenn man auf einen Eimer Wasser 500 bis 750 Gramm Honig nimmt, beides miteinander erhitzt, darauf im offenen Eimer angähren läßt — was man durch Zusatz von etwas Bierhefe schnell erreicht, — und gleich am ersten Tage nach eingetretener Gährung die Masse auf Mineral- Wasserflaschen füllt, diese gut verkorkt, verbindet und dann in einen kühlen Keller stellt. Nach acht Tagen ist das vorzügliche Getränk genießbar.
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Limonade für Kranke (bei Fieber). Zu anderthalb Liter kochendem Wasser gebe man den Saft (nicht die Schale) einer guten Citrone und entferne alle Kerne. Dies wird in eine Flasche gefüllt und dem Kranken mit etwas Zucker vermischt zum Trinken gegeben.
Blumenkohl ans eine künstliche Art zu schneiden. Diese Kunst soll nach Angaben eines englischen Gärtners darin bestehen, daß man nicht, wie gewöhnlich, den ganzen Kopf abschneidet, sondern ein etwa haselnußgroßes Stück nebst allen Blättern stehen läßt, wodurch sich zwei bis drei Mal ein neuer Kopf bildet und ein und dieselbe Pflanze zwei bis drei Monate lang Blumenkohl geben soll.
Das Verfahren, den ganzen Sommer, Herbst und Winter Kohlrabi zn ernten, ist sehr einfach. Man pflanzt auf gut zubereitetem, im Herbst gedüngten Boden im Frühjahr Kohlrabipflanzen aus. Sobald dieselben für die Küche gebraucht werden können, werden sie nicht ausgezogen, sondern man schneidet den oberen Theil des oberen Kopfes ab, da der untere Theil doch nicht zart ist. Man läßt nun die Pflanzen ruhig weiter wachsen. Nach kurzer Zeit wächst aus fast jedem Auge eine neue Knolle, oft sechs bis acht, ebenso gut und oft noch besser, als die erste war- Mancher Gartenbesitzer pflanzt Kohlrabi im Sommer zum zweiten und dritten Mal, aber oft kann man dann keine Pflanzen bekommen, oder die Witterung ist zum Anwachsen ungünstig. Für Jeden, der nur Kohlrabi für die eigene Küche pflanzt, ist deshalb obige Methode recht nützlich.
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Blumen knospen aufzubewahren. Man schneide die reifsten Knospen mit der Scheere ab, lasse ihnen aber einen Stiel von wenigstens drei Zoll- Das abgeschnittene Ende siegle man sorgfältig mit Siegellack zu, drücke etwas auf die Knospen, wickle eine jede einzeln in ein reines, recht trockenes Papier. Auf diese Art kann man sie ein Jahr lang aufbewahren. Sollen sie im Winter oder in einer anderen Jahreszeit blühen, so schneide man Abends das zugesiegelte Stück des Stengels ab und setze die Knospen ins Wasser, in welchem man etwas Salz oder Salpeter aufgelöst hat. Am andern Morgen sind die Blumen aufgebrochen und riechen ebenso schön wie frisch.
Um Bänder zu waschen, nimmt man 60 g Honig, 60 g schwarze Seife und 90 g Weingeist, rührt dieses gut zusammen, bestreicht mittels eines Schwämmchens den Stoff damit, spült ihn mit Wasser und überfährt ihn mit einem ganz heißen Bügeleisen, worauf die Bänder wieder Glanz und Seife erhalten. Um den Geruch der schwarzen Seife zu tilgen, kann man in das zweite Spülwasser etwas Wohlriechendes thun.
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Gelbe Streifen in der Wäsche zu verhindern. Manche Stoffe bekommen, trotz des sorgfältigsten Spülens beim Trocknen gelbe Streifen. Ein sicheres und dabei einfaches und billiges Mittel dagegen ist, den Stoff vor dem Aufhängen kurze Zeit in lauwarmes Salzwasser zu legen- Damit
beugt man dem Jneinanderlaufen von Farben vor. Eine Hand voll Salz genügt für ein Kleid.
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Zur Vertilgung der Fliegen im Stalle ließ ein Gutspächter die Säulenköpfe mit Zeitungspapier umhüllen, welches mittels eines Bindfadens festgebunden wurde. Dieses Papier wurde nunmehr mit Vogelleim, der, warmgemacht, dünnflüssig ist, bestrichen. In derselben Weise ließ er mehrere große Bogen Packpapier an eine Holzleiste nageln, auf beiden Seiten mit dem Leim bestreichen und an verschiedenen Stellen des Ställes, wo die Fliegen am meisten auftraten, aufhängen. Der Erfolg war ein durchschlagender, die Papiere waren in einem Tage mit unzähligen Fliegen besetzt. Unter drei Pfund Fliegenleim ließ er zum Anlocken stets ein Pfund Syrup für 20 Pfennig mischen. — Diese Verttlgungsweise dürfte sich jedenfalls auch für Küchen eignen. — Ein anderes Recept, welche sich gegen dieselbe Plage richtet, besteht in Fol« gendem: Alle Arten Fliegen, namentlich aber die Stechfliegen in den Ställen, werden in einer Nacht total vertrieben, wenn Chlorkalk auf einem Brett int Stalle aufgestreut und ein Fenster etwas offen gelassen wird. Der Geruch treibt alle Fliegen zum Fenster hinaus. Dem Vieh aber ist dieser Geruch nicht schädlich.
Vermischtes.
Der Neugierige. Präsident: „Sie bitten, die Sache auf acht Tage vertagt zu haben, weil Ihr Anwalt erkrankt ist." — Angeklagter: „Jawohl, Herr Präsident I" — Präsident: „Sie sind ja aber auf frischer That ertappt worden. War wird da Ihr Anwalt zu Ihrer Verteidigung sagen können?" — Angeklagter: „Ja, Herr Richter, darauf bin ich eben selber sehr neugierig."--
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Mißverständnis Braut: „Hast Du Dich jetzt definitiv entschlossen, wohin wir die Hochzeitsreise machen, Karl?" — Bräutigam: „Wie ich Dir schon sagte, nach Italien . . . eben habe ich den „Bädeker" bestellt!" — Braut (verschämt): „Ach, Karl, wollen wir nicht lieber allein fahren?"
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Seine Antwort. Gattin: „Aber, Theodor, schäme Dich, jetzt um Mitternacht kommst Du erst aus dem Wirths« hause heim! Ich habe bis jetzt noch kein Auge zugemacht!" — Gatte (lächelnd): „Aber liebes Kind, denkst Du denn, ich hätte eines zugemacht?"--
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Er kennt sie. Frau (morgens): „Was wartest Du noch?" — Mann: „Ich möchte das neue Dienstmädchen sehen, von dem Du solche Wunderdinge erzählt hast, es wird ja wohl gleich eintreffen ?" — Frau: „Damit hat's doch Zeit b!s Mittag!" — Mann: „Hm, wenn sie dann noch da ist!"--
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Boshaft- Sonntagsjäger, den erlegten Hasen triumphierend in die Höhe haltend: „Der erste Hase, den ich in dieser Saison erlegt habe! Aus Freude darüber möchte ich etwas Wohlthätiges ins Werk setzen." — Förster: „Gründen Sie doch ein Krankenhaus für angeschossene Treiber."
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Eheliche Schädellehre. Phrenologe: „Wir sehen an diesem interessanten Kopf zunächst eine charakteristische Erhöhung, das Merkmal der Gattenliebe." — Bauer: „Jo, jo, da hat mir gestern meine Alte mit dem Besenstiel eini aufi g'haut."
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Käsernenhofblüthe. Feldwebel beim Einexerziren der Rekruten: „Kerls, Ihr seid so dumm, daß ich nicht mal Eure Namen behalten kann."
Redaction: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Thr. Pietsch) in Gießen.


