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nahe gebrochen. Als er von Ebert schied, war es ihm gerade, als habe er Alles verloren.
Das Treiben der Mutter gefiel Erdmann durchaus nicht, denn den ganzen Tag murmelte sie: „Auge um Auge, Zahn um Zahn! Mit dem Maße, damit Ihr messet, wird man Euch wieder messen! Wehe dem Menschen, durch welchen Aergerniß kommt!"
„Aber Mutter, höre doch damit endlich einmal auf," brauste nun eines Tages Erdmann auf. „Wie redest Du unchristlich. Wir sind doch keine Heiden und Gott ist kein Gott der Rache, sondern ein Gott der Liebe. Schäme Dich doch auch. Der Vater hatte auch wohl schuld, und seinen Tod hat er nicht vom Aerger gehabt, sondern von seinem Geschäfte, da er sich in jungen Jahren unnütze Entbehrungen auferlegte."
„Das verstehst Du nicht, Erdmann," entgegnete unbeugsam Frau Redde.
„O doch, Mutter, ich bin jetzt ein Mann!"
Dieses Gespräch fand am Fenster statt, an dem in dem» selben Augenblick Jutta vorüberging. Der Anblick regte aber Frau Gertrud auf und zornig begann sie über die Familie Bult zu schelten.
Da sprang Erdmann auf und hielt ihr den Mund zu.
„Willst Du mich tödten, Mutter, Deinen einzigen Sohn, so verfluche Jutta nicht; sie ist nicht verflucht, sie ist gesegnet, ist mir Licht und Sonnenschein! Hörst Du, Mutter, hörst Du?"
Damit stürzte er fort und zum Hause hinaus.
Blaß und zitternd stand die alte Frau da und zwei große Thränen fielen auf die Erde. Es waren die ersten feit dem Tode ihres Mannes, denen nun ein ganzer Strom derselben folgte; laut weinend warf sie sich auf das Sopha.
Als Frau Redde nach einer Stunde in das Atelier ging, Erdmann aufzusuchen, hatte ihr Gesicht die frühere eisige Ruhe verloren: es war wieder offen und klar wie vor ihres Gatten Tode-
In Werkstatt und Atelier wurde von zwölf Arbeitern eilig geschafft, aber den Erdmann traf die Mutter nicht.
„Er wird in seinem Cabinet sein, Frau Redde!" meinte der Werkmeister.
Auch das Atelier war leer. Aber halt, was war das? In der Mitte lag wie stets der hohe Holzblock, darauf stand ein Marmorstück, welches weiß unter der verhüllenden schwarzen Sammetdecke hervorschaute. Frau Redde hob die Decke herunter und stand erstarrt.
„Jutta," rief sie dann, „es ist Jutta van der Bult, wie sie leibt und lebt!"
Rasch dem alten Zorne folgend, wollte sie die Statue hinabschleudern, aber da war es, als hörte sie Erdmanns Rufe von vorhin in ihr Ohr schallen: „Willst Du Deinen Sohn tödten, Mutter?"
. Sie warf die Decke über den schönen Kopf und murmelte: „Rein, nein, hier soll wieder die Liebe einziehen. Ich habe ihn ja so lieb, meinen Einzigen. Wer hätte wohl einen besseren Sohn?"
Dann ließ sie sich in den Sessel nieder und murmelte: „Er hat sie doch nur als Kind gekannt- l Sollte er sie lieben? — Es ist kaum möglich. Aber wehe Dir, Jan van der Bult, wenn Du auch diese Beiden unglücklich machst, das wird Dir von dem da oben das Urtheil sprechen!"
Sie ging kopfschüttelnd und zeigte Erdmann ein freundlicheres Gesicht, als er zurückkehrte, erwähnte aber von Allem nichts.
Einige Tage hernach — es war nahe vor Weihnacht — sah Frau Redde Jutta über die Straße huschen.
„Jutta, Jutta!" rief sie da plötzlich. Das junge Mädchen stand wie verzaubert still, bis Frau Redde kam, sie umfaßte und in's Vorderstübchen zog. Hier flüsterten die Frauen lange Zeit und Jutta rief zuletzt: „Mutter, Mutter! O wie klingt das süß!"
„Ja, ja, Du schönes, liebes Kind! Der Haß soll vergessen sein!" flüsterte dagegen die alte Frau. „Hörst Du, das soll sein Weihnachtsgeschenk sein!"
Die Mutterliebe war stärker gewesen, als der Haß, denn am Weihnachtsabend, als der Baum brannte und Erdmann seinem Mütterchen bescheert hatte, da führte die alte Mutter — Jutta herein und sagte: „Weil Du sie denn so sehr liebst, Erdmann, so will ich nichts gegen Eure Ehe haben; aber Jan van der Bult ist von hartem Holz."
„O Mutter," jubelte dagegen Erdmann, „die eine Hälfte ist besiegt, sollte die andere unerbittlich sein? Rein, Gott wird uns helfen!"
Und jubelnd umarmte und küßte er Jutta, und bald prangte ihre Statue, die als ein wahres Meisterwerk bezeichnet werden durste, auf der Commode der Wohnstube.
(Schluß folgt.)
Um schnelles Mästen der Kapaunen und Hühner zu bewirken, nehme man Erbsen und zwar solche, die sich doch nicht zum Kochen eignen, quelle davon so viel, als auf zwei Tage verfüttert werden kann, in Salzwasser ein und gebe dem Geflügel davon sehr reichlich; sobald die gefütterte Portion verdaut ist, beginne man die Fütterung von Reuem. Dem Geflügel muß hierbei stets viel frisches Wasser zur Verfügung stehen; es wird hiervon nicht nur fehr bald fett, sondern das Fleisch gewinnt auch an Wohlgeschmack. Gänse bekommen durch diese Fütterung besonders große und schöne weiße Lebern- Die französischen Geflügelmäster mischen gepulverte Holzkohle unter das Futter, wobei sich das Geflügel ebenfalls sehr schnell mästet.
Das Alter der Gänse. Untersucht man einen Gänse- flügel genau, so findet man an dessen äußerem Rücken, dicht an der größten Schwungfeder, zwei kleine, schmale, spitze, sehr harte, ungeheuer feflsttzende Federn. An der größeren derselben kann man das Alter der Gänse erkennen. Nachdem die Gans das erste Lebensjahr zurückgelegt hat, zeigt sich auf der äußeren Seite dieser Feder quer über dieselbe eine Rinne, welche so aussieht, als wäre sie dort mit einer dreikantigen Feile eingeritzt.' Mit Ende des zweiten, dritten, vierten u. s. w. Jahres zeigt sich alljährlich neben der ersten je eine Rinne mehr, so daß man nach der Anzahl dieser Rinnen das Alter der betreffenden Gans stets mit unfehlbarer Sicherheit ablesen kann.
Papageien das Schreien abzugewöhnen. Man legt ein dickes, schweres Tuch neben den Käfig und ruft dem Vogel jedes Mal, wenn er zu lärmen anfängt, ein und dasselbe Wort in gleichem Tons zu und bedeckt plötzlich mit dem Tuchs den Käfig. Sobald der Papagei zu schreien aufhört, muß man sofort das Tuch abnehmen und Zuruf und Verdecken jedes Mal wiederholen, sobald er schreit. Der Vogel merkt dadurch, daß die genannte Procedur für ihn eine Strafe ist und wird nach wiederholtem Versuch sicherlich das störende Geschrei einstellen.
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Als Mittel gegen den Bandwurm bei Hunden, Schafen u. s. w. empfiehlt Dr. Lentz den Genuß der Früchte der Hundsrose. Die Kerne derselben sind mit scharfen Härchen maffenhaft besetzt; diese stechen den Bandwurm an, halten sich an seinem Körper fest und quälen den Schmarotzer derart, daß er bald darauf.stirbt und sammt Kopf abgeht.
Selbstbereitung guten Fleckwaffers für Leinen- zeua. Wein-, Obst-, Kaffee- und dergleichen Flecke entfernt man aus Tischzeug, Schmutz- und Schweißflecke aus Leibwäsche am besten durch folgendes selbstbereitetes Fleckwafler: 1 Kilo Glaubersalz, 1 Kilo Soda und 1 Kilo Chlorkalk werden in einem Steintopf mit 14 Liter Regenwasser sechs bis acht Ta-s lang auf eine mäßig warme Stelle des Herdes gesellt und täglich mit einem hölzernen Stabe umgerührt. Rach dieser


