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m M ?^nMch blickte die kleine Gräfin der Freundin nach; I Fräulein «ucie? Richt eine Silbe, daß Sie fich freuen würden die Worte derselben hatten in ihrem Herzen einen gewaltigen I wenn uns dar «eben wieder zusammenführte?" Sturm erregt, die schmalen Hände sanken mit sammt den Ver- I Er kniete noch vor ihr und sah ihr feuria in die gchmeinnicht in den Schooß und Lucie sagte halblaut vor sich I sanften Augen, welche bei der Frage unwillkürlich aufleuchteten
»Ach ja, dar wäre wunderschön, ich möchte so gern ein- I „Ach ja, ich - ich würde mich vielleicht freuen/ wennich mal in die ^elt hinaus. I Sie Wiedersehen würde, aber ich glaube er nicht, denn ick
„Und wer hindert denn die liebliche Wafferfee daran?" | komme nie aus Bergenhöhe himrus; Großmama liebt dar frug eme wohllautende Männerstimme schmeichelnd; „ste braucht I Reisen nicht." 008
ja nur den Zauberstab zu schwingen, um hinauszufliegen in die I „Nicht doch, ich gebe die Hoffnung nicht auf; hier biete Ferne und sich von den Sterblichen huldigen zu lassen." I Blümlein sind mir eine Gewähr, daß ich mich nicht täusche"
Zuerst war Lucie erschrocken zusammengefahren bei den I Und er zog die Vergißmeinnichtblümchen an die Lippen Worten des Fremden, glühende Röthe färbte das zarte Ge« I stand dann auf und verneigte sich tief vor dem jungen Mäd« sichtchen, verwirrt suchte sie die zu Boden gefallenen Vergiß« I chen, welches dahin eilte durch den Wald wie ein aufaefcheucb- meinnicht wieder auf. Aber dennoch fürchtete sie sich nicht, denn I te6 Reh.
der Fremde blickte gar nicht finster, sondern im Gegentheil sehr I »Ei, welch' ein reizendes Kind," murmelte der Fremde freundlich in ihr Antlitz; jetzt kniete er sogar vor ihr nieder, I bewundernd ihr nachsehend. „Es ist doch Alles weise ein« um ihr beim Aufheben der Blumen zu helfen. I gerichtet vom Zufall Wäre das Rad meines Wagens nicht
„Darf ich's wagen, der holdesten Fee meine Hülfe anzu- I zerbrochen und hätte ich dadurch im Dorfe nicht einen unfrei« bieten," lächelte er von Neuern und fein Auge flammte seltsam. I willigen Aufenthalt gehabt, so wäre ich nie dieser süßen Wald«
„Ich - ich danke Ihnen, mein Herr," stammelte Lucie blume, diesem blauäugigen Vergißmeinnicht begegnet! - In verlegen, „es waren nur einige Blumen, die mir entfielen —" I °tes Mädchen könnte ich mich beim Himmel für eine Weile
„Vergißmeinnicht," meinte er halblaut, bedeutsam, „das I ™ 1 vielleicht gar heirathen, wenn sie reich genug
Blau Ihrer schönen Augen spiegelt sich in den zarten Blüthen." I Wer: mag sie Mn?" —-
Lucie war noch so völlig ungewandt in den gesellschast« I r(,nhp® S. ”e inbe& ben Schloß süh«
lichen Formen, daß sie auf dieses etwas starke Compliment I SJb<SP2P8’ umwenden, weil sie meinte
keine Antwort fand, sondern nur eine verlegene Verbeugung I %te 00J oä^8 unb
machte und davoneilte; doch schon im nächsten Moment hatte ™ be8®Kff£8 tiefaufathmend stehen. -
der junge Mann sie eingeholt und bat mit eindringlicher, fremd« I "5” ^0», murmelte sie erregt, „wer mag es ge-
ländisch klingender Stimme: „Holde Waldfee, fliehen Sie doch n? $ätte bo5) ,neine Blumen nicht geben nicht, ohne mir armem Sterblichen ein Andenken zurückzulassen! I ' ... „ . ,
Nur ein einziges dieser süßen Blümlein! - Seien Sie barm« rtT. £em Zimmer und meldete,
herzig!« I als er die junge Dame sah: „Frau Gräfin haben befohlen,
Lucie blieb stehen, noch immer tief verwirrt und blickte Comteß zu benachrichtigen, daß Herr von Lossow gekommen scheu zu ihrem Begleiter auf; er war schön, fein schwarzes I ‘ H^^'Huften sind im Wohnzimmer.
Haar und der Schnurrbart paßten gut zu der bräunlich ge« g[[Br(2um Luciens Lippen. - tönten Hautfarbe, und wenn er lächelte, blitzten herrliche weiße I uon Lassow, Theklas Bruder, kam recht häufig zu Zähne zwischen seinen Lippen hervor. I Qlten aber Lucie machte sich nichts aus diesen Be«
„Ich bin keine Fee," sagte das junge Mädcken sckeu I man sprach sehr gelehrt von Politik, Landwirthschast „und ich weiß nicht einmal, wie Sie heißen mein Herr Aber I »nb Wetter, und all die Dinge, welche das junge Mädchen Me, lassen Li??ich nach'^aufeT brnTSrogmSma »reist schwel«
mich zum Abendbrod." I 9en° dabei, das blonde Köpfchen auf die Arbert geneigt, ihren
»Die glückliche Großmama, welche solch' ein Kleinod be« "Erlichen Gedanken nach hängend. Sie
hütet. Nein, meine Gnädigste, den Namen, welchen ich führe, SÄop$n
mag ich nicht nennen, oder sind Sie zufrieden, wenn ich Ihnen I ebeL na<$ Schloß Bergenhohe trieb,
sage, daß ich Leo beiße?" I daß ein einziger Blick ihrer blauen Augen ihm mehr galt, als
' 8 bin Äl« we Sucie Miv, .Md ich lüge ol1’ “Ä
nun auch meinen Rufnamen bei: ich heiße Lucie." I -. Unmuthlg zupfte sie denn auch jetzt das graue Kleid zu«
„Lucie," wiederholte er sinnend, „wie lieblich das klingt; I Len ;^u. au^ ben unb freiste die Handschuhe
ich werde den Namen nie vergessen, wenn ich Vergißmeinnicht I öb' ^/^ bEüiging.
sehe. Aber nun, Fräulein Lucie, seien Sie barmherzig, geben k ^b'^on Aufbruch begriffen, vor
Sie mir einige dieser süßen Blümchen!" 39 9 I b?m kfauletu*1 ber, »[ten Gräfin und wandte sich hastig um,
Sie «Huberte, ein unbeftomt« GeM «UberrielJ ihr, & «bÄÄfln fob” W "M“e M &Ä AS"?!. ®»Lfi d°4 gebrungeue <W fei«
»redteff wen n«» I tl”em (“l™' bmMbhnben Volbari umrahmt«, ron SBinb
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,. r. ®8 f®Qr ber et^. ^.a.ttb/“6' den das junge Mädchen er« I Tugenden des Characters und Herzens ersetzte.
M- Erschrocken zog sie die schlanken Finger zurück und sagte: „So sehe ich Sie doch noch, Fräulein Lucie!" sagte er,
«&Un @ e ba' weln 5err? Wenn meine Großmama es herzlich ihre Hand schüttelnd. „Das freut mich doppelt, denn wußte. „ I nun kann ich meine Einladung zu Theklas Geburtstag bei
„Ich hu^igs der Schönheit," rief er überrnüthig, „wozu Ihnen selbst ausrichten." 9 9 8
ä?«b68 ®*ttma äU missen — ich sage es ihr nicht Luciens Antlitz heiterte sich auf; wenn auch der Aufent«
Ä .. , _ I ^lt in Schwarzendorf nichts Besonderes bot, so war es doch
rnfft. nA^.;rr?tten mären Lucie über diese Keckheit nahe, sie I immerhin eine Abwechslung und so ries sie herzlich: „Ach ja,
ßett Fä muk"nttn"si^b ^bben Sie wohl, mein I wenn es Großmama erlaubt, komme ich sehr gern zu Theklas
Se,\«eÄÄ&«S.rt für«, I U"Su? “ » * *-«• *»* “


