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Je mehr Lucie darüber sann und grübelte, je mehr setzte sich dieser Gedanke in ihrem Köpfchen fest und ihre blauen Augen leuchteten hell auf aus Freude, den schönen Fremdling bald wiederzusehen. Er hatte so gebrochen deutsch geredet, seine Gesichtsfarbe war dunkler als diejenige anderer Leute und feine Blicke flammten heißer.
„Bellarino nannte ihn Albrecht von Laffow," flüsterte Lucie, aber kein auch noch so flüchtiger Gedanke streifte dabei den ernsten Gutsbesitzer, der für sie schwärmte. Die jugend- liche Gräfin begann vielmehr für den schönen Fremdling zu schwärmen, der sich Leo genannt hatte. ,.D, wie werde ich ihn dann wiedersehen können, ohne merken zu lassen, daß ich ihn bereits kenne? Aber erkennen soll er mich doch wieder. Ich will morgen ein Vergißmetnnichtsträußchen anstecken, dachte dann Lucie, „das soll mein Erkennungszeichen sein. Wie seit, sam sich das trifft, daß ich gerade den Rahmen sür Thekla
i zum Geburtstagsgeschenk mit denselben Blümchen malte.»
Das Wasser brodelte im silbernen Kessel, das blaue Spiritusflämmchen züngelte ungeduldig hervor, aber des jungen Mädchens ganze Gedanken waren nicht bei der Theebereitung, sondern sie flogen hin zu dem geheimnißvsllen Fremdling, und jedes Wort, das er ihr zugeflüstert, grub sich in fangen I Lettern in ihre Seele.
Ö Fräulein Lucie, Theklas Geburtstag ohne Sie könnte I glaube, daß Ihnen eine mir sehr theuere Person nicht gleich.
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0 W?r ist es denn?°'Thekla sagte, es sei ein Ausländer.» leider Ihrer Enkelin nicht sonderlich.» tin KSÄÄ
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®l§"fJ.öötc einigermaßen er- ” „Sorgen Sie nicht, Frau Gräfin! Ihre Liebe und meine säE»?. M-rLs-r-E-= ßWENMMZ iSszaassess die ich beim Klange seines Namens erinnert weroe. lucie, iw k»»k-rk>are %ee der Gräfin! Sie befürchtet,
Du willst also die EinladungdesHerrn v°n Lass°w annehmm? > J stch in Bellartno gleich sterblich verlieben. Sie
Z""”3* SärÄjt, gtaurotnn@euf$enb ritt er dahin in dem milden, köstlichen Maien. Geigenvirtuo», wie ich schon sagte, und das Künstlervöllletn l» Zukunftsbilder stiegen aber bald lächelnd vor
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Smteit mit feinet Kunst eilten, »elfen wiltfe - den Renten Namen Sude., .
Ich werde morgen selbst kommen, um Lucie abzuholen, *
entgegnete die Gräfin bestimmt, „dann kann ich Thekla noch Jrizwischen stand die junge Gräfin Bergen, ein elegantes selbst Glück wünschen.» , L ü , _ _ . Schürzchen umgebunden, am Theetisch und bereitete gedanken-
„Aber, Großmama, welch' ein Wunder, lachte «ucle Do[I ben aromatischen Abendtrank; ihr war mit einem Male übermüthig. „Du sährst doch sonst nie am Abend aus! #(5Da dn Gedanke aufgestiegen, den sie nicht mehr los zu werden ist wohl gar der italienische Geigenkünstler Schuld daran. vermochte- Der interessante Fremdling und der berühmte „Vielleicht, mein Kind," nickte die Gräfin bedeutsam. — italienische Geigenvirtuo» mußten ein und dieselbe Person sein! „Bitte, geh' nur hinüber in das Speisezimmer und bereite mir - - -......
ben Thee; es wird Zeit sein.» c . .
„Adieu, Herr von Laffow, also auf Wiedersehen! sagte Lucie, reichte freundlich dem ernsten Manne die Hand und ging, während die Gräfin, sich an diesen wendend, sagte: „Sie ahnen nicht, Herr von Laffow, und dies Kind gleichfalls nicht, welch' einen Sturm von Kummer und Weh der Name Bellarino in mir erweckt- Ich - kannte einst einen Unglück, seligen Mann, der diesen Namen führte, aber er ist längst tobt unb dieser Geigenvirtuos könnte sein jüngerer Bruder sein. — O, Laflow, wenn auch er hier Unheil anrichtete! - Er, der Bellarino, den ich meine, war Schauspieler - doch ich erzähle Ihnen ein anderes Mal die traurige Geschichte. Lassen Sie sich heute nur gewarnt sein vor dem Italieners '
„Gnädige Gräfin, ich bedauere innig, daß Sie sich so beunruhigten, aber es wird wohl, was den Geigenvirtuos an» betrifft, ohne Grund sein, denn ich habe in der Residenz keine schlimmen Eigenschaften an ihm wahrgenommen, und sollte er sich dennoch als tollkühner Abenteurer entpuppen, so bin ich entschlossen, von meinen Rechten als Schloßherr energischen Gebrauch zu machen,» erwiderte Laffow.
„Davon bin ich überzeugt," entgegnete die alte.Dame und bot ihm bewegt die welke Hand, „ich irre mich aber wohl kaum, Herr von Laffow, wenn ich - in Ihrem Herzen zu lesen


