Ausgabe 
12.4.1894
 
Einzelbild herunterladen

16f

Mm an der Wand abgebildete, schöne Kwilecka voll glühender I Dann fiel fie auf ihre Kniee und verrichtete ein stilles R-munderuna betrachtet hatte. Gebet. Romans Brief hielt fie fest an das hochklopfende Herz

Die Schritte des gräflichen Paares hallten in den hohen, gedrückt, zwischen den gefalteten zitternden Händen. Nachdem leeren Prunkgemächern unheimlich wieder, während die Diener« I sie ihre Fassung wiedererlangt hatte, ging sie still, mit nassen, ickait, auf den Fußspitzen gehend, nachfolgte und ehrerbietig I aber von Seligkeit leuchtenden Augen zu den Eckern. Ein di? Befehle der gnädigen Herrschaft entgegennahm. I unaussprechlich glückseliger Ausdruck lag auf ihren schönen

Darauf betraten Beide ein kleineres Gemach, welches nach I Zügen, als sie der Gräfin Antonia Romans Schreiben hin- der schauerlichen Oede der großen Gesellschaftssäle einen un« reichte. , r .

gemein wohnlichen und heiteren Eindruck machte. Die Wände I Dar Antlitz derselben verklärte ein Heller Strahl der waren mit seidenen Tapeten bekleidet und mit glänzend polir- I Freude, als sie den Brief gelesen hatte, sie zog Jadwiga an

tem Eichenholz getäfelt. Einige moderne Oelgemälde, Still« I sich und küßte sie zärtlich.

leben und Landschaften in breiten, vergoldeten Rahmen, brachten I »Was hast Du, Antonia? fragte ungeduldig derGraf, pijßt jn die dunkel gehaltene Färbung der Wände. Ein großer I »Der Brief ist von Roman, wie ich sehe! Warum weint Jad« Bücherschrank mit S*öeTwt, ein Spinett mit ge« Liga, ist ihm etwas zugestoßen? Ist in Lygotta etwas Beson-

brechlichen Beinen und Verzierungen von Gold und Elfenbein, derer passirt?" , ...

mehrere Tische und Truhen von geschnitztem Holz, sowie sammt« »Rein, nichts, Stanislaw, aber Roman wirbt um die

3 bet tief« SanbnWffl der h°hm Sogmfenfet, man» W-rbung an »»b machst ,»-i Mensch«, bst sich ich« welcke über See und Park in die freundliche grüne Gegend I lange lieben, glücklich?

üinniiÄfAnnt?« und in denen breite weiche, gleichfalls mit I Dem Grasen wurden die Augen feucht, er blickte eine dilvklem^Samme^ bewaene ^Sitze angebracht waren, saß Jad« Welle in tiefer Bewegung vor sich nieder, dann faßte er nach miaa halb verborgen von den schweren Brocatvorhängen, an I dem Briefe und las. Einen Moment später flatterte das Blatt ihrem Stickrahmen. Reben ihr stand ein runder Arbeitskorb I zu Boden. Er ergriff Jadwigas ^eide Hände und schaute ihr an einem ganzen Dutzend Deckchen für die steifen, hochlehnigen willst Du ihn he'rathen? mßerte

Stühle in Gräfin Antonias Staatszimmern. I Sie sah zu ihm auf mit strahlenden Augen unv Msterie

teich mst'echl« SpLb-i'Ä9 we»n S tag«, in chtemSlnbli- «tfuto, b« strich

an ihrer herrlichen Gestalt herab und ein rubinrothes, seidenes I er zärtlich über ihr blondes Haar.Es wird uns schmerzen, Ueberkleid war mit einem juwelenbesetzten Gürtel um die ! Dich zu verlieren, sagte er,doch Deme erste Pfl cht ist es, Taille befestigt. Es war ein wahrer Prachtanzug; Gräfin I dem Manne zu folgen, den Dem Herz sich auserwählt, und S-U b'-m'L.r-ff-° b--B-stft. waten zwei Monate wenn Gäste auf dem Schlosse waren. an drei Uhr Nachmittags, als eine eie«

y« Srlltoh mit' >°-i I-Migm «ihn---» «chmm an

Laar des Mädchens, das in üppigen Locken, nur von einem I den Schloßhof rollte. Noch ehe das Gefährt vor dem Portal Nerlenreifen gehalten, über den weißen Nacken wogte. Sie I anhielt, sprang der junge Herr v Bielmski heraus und flog saß regungslos da, und während ihre Finger sich geräuschlos die Stufen zum Vestibül hinauf Von dort waren nur ein bewegten und die Nadel Stich für Stich durch die Arbeit fuhr, paar Schritte bis zum Familienzimmer der Kwileckis.

erblühten in ihrem Gemüth die schönsten Träume Ihr leise I Roman's Herz Hopfte ungestüm, als er vor der Thür

»3.bw.g°8emiessebt.%« äää JsÄSS Ä $ag «uf 5 lief «hem. Dann trat et hastig übet ble Stelle SDk et nnb Stunde auf Stunde waren ihr so lieblich entschwunden, I hier zu sehen erwartet hatte, war nicht da, dafür stand Graf daß sie kaum merkte, wie die Zeit verging. Unter dem ver« Stanislaw plötzlich vor ihm der eben wieder eine Wanderung ?hp[nben Einfluß ihrer Eltern hatte fie auch gelernt, die Ge« I durch alle Räume gemacht hatte. .

walt ihrer Empfindungen zu beherrschen, und in der licht« und IVäterchen, liebes Väterchen I rief Roman aus und liebevollen Atmosphäre, in der fie lebte, schien allmälig ihre I eilte ihm, vor Ausregung zitternd, mit ausgestrecklen Armen Nehmen SlSe ^nb l?« guter Roman, da bist Du endlich," erwiderte der

wältigte sie. Dann beschlich sie eine seltsame Bangigkeit, es Gras und küßte ihn herzlich- »Du bler!u fehlen ihr als wäre die beständige Ruhe und Heiterkeit ihrer I bei uns, nicht wahr, mein Sohn? Laß Dich doch einmal Seele etwas Unnatürliches, und nun erblickte sie schaudernd ordentlich ansehen, Dusiehst angegriffen aus, wir müssen Dich einen langen, langen Zug kommender einsamer Jahre vor sich, I tüchtig pflegen in Jutrofchin!

in denen sie allein und verlassen war, ohne ein Ende erschauenWo ist Jadwiga? sragte Roman. Bräutchen zu können ein endliches beglückendes und erlösendes Ende. -^tolga? - Versteht M -.w» Putchen

KWS-3SHK® ms

S'r'füt ft sWjMUübebtm Sseti! Ä In S» 6iW«, gemüWenSggotta mfebetfeh« 1 beSÄeWM f-l7 bi« mein Stage dtichlf I ®raf StanUlaw schien get*t, et eilte f° fchnest et