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Der Andere lachte 'unb sagte: „Gut, ich thu's! Lebe wohl!
Uttb wieber griff über’« Jahr Gottes warnende Hand zwischen die Streitenden. Gerhard Nedde wurde plötzlich schwer krank. Er ging auf sein Letzter. Zwei Wünsche hatte er nur noch: er wollte Erdmann sehen und sich mit Jan, dem alten Freunde, versöhnen.
Erdmann war bald zur Stelle, aber Pfarrer Geseniur fand bei Jan van der Bult auch verschlossene Thüren. Er er* klärte jetzt gerade heraus, er wolle nicht, wolle dem Manne nicht vergeben, der ihm die Gattin zu Tode geärgert; unser Herrgott mache jetzt nur jene böse That an dem Schänd* lichen voll.
„Schämen Sie sich solcher gottlosen Rede," erwiderte da aber der alte Pfarrer. „Unser Herrgott ist kein Gott der Rache, sondern ein Gott der Liebe, und an Ihrem Liebsten wird er Sie einst strafen, weil Sie den Freund haben sterben lassen unversöhnt in seiner letzten Roth!"
Diese Worte erschütterten wohl den starken Mann, aber trotzig im innersten Herzen drehte er sich herum und sagte: „Rein, Herr Pastor, ich kann’s nicht!"
Es war übrigens auch schon zu spät und das Weinen im Nachbarhause verkündigte, daß der Schnitter Tod die längst welke Blume gemäht hatte.
Erdmann erhielt in dem Rector Wollin einen guten Vormund, der ihn sogleich wieder nach der Hauptstadt schickte, um seine Lehrzeit zu vollenden, denn die Frau Gertrud stellte sich wie eine Unsinnige an, und die Feindschaft zwischen den Nachbarhäusern steigerte sich nun noch mehr.
Erdmann hatte während der Trauerfeierltchkeiten kaum an Jutta gedacht, erst bei der Abreise gestand ihm Ebert, daß er ihren Aufenthalt nicht habe auskundschaften können, da der Alte das Geheimniß, wie einst die Drachen verborgene Schätze, hüte.
Darüber vergingen fast drei Jahre und Erdmann beendigte seine Lehrzeit zur vollsten Zufriedenheit seines Meisters, der ihm zuredete, nach Italien, dem Vaterlande der Kunst, zu gehen, um sich dort vollends zum Künstler aurzubilden; er wolle ihm eine Empfehlung an Meister Guiseppe Bortruchi, dem ersten Bildhauer von Florenz, mitgeben. Das nahm der junge Mann gern an. Er kam unerwartet zu Lauterthal an, fand die Mutter sehr verändert und fast tiefsinnig, den Rector aber sehr besorgt um sie.
„Sonderbar," meinte der, „Deine Mutter ist die beste Frau in der Stadt bis — auf diesen unnatürlichen Haß gegen die Bults, den ich nicht zu fassen vermag!"
„Ich auch nicht!" entgegnete der Sohn erregt.
„Erdmann, das freut mich!" antwortete da der Rector. „Du bist nicht von der unversöhnlichen Art 1 Und welche schönen Zeugnisse Du aufzuweisen hast!"
„Machen Sie mich nur nicht hoffärtig, lieber Herr Vor* mund," lächelte Erdmann, „sagen Sie mir lieber, wo sich Ebert aufhält."
„Ebert ist auf dem Seminar in der Hauptstadt, Erdmann, und zwar seit gestern! Hätten wir gewußt, daß Du kämst, so hätte er noch einen Tag mit der Abreise warten können; er wollte Dich bei Herrn Luchesini überraschen!"
„Da haben sich unsere Züge gekreuzt!" sagte Erdmann.
Er reiste schon nach drei Tagen wieder ab. Das Grundstück Bults umschlich er wohl zwanzig Mal, aber von Jutta fand er keine Spur.
Traurig kehrte er nach der Residenz zurück, übrigens von der Mutter mit reichlichen Mitteln für Italien versehen.
Einer derjenigen sonderbaren Zufälle, die im Leben eine so große Rolle spielen, brachte es nun auch mit sich, daß Erdmann seinen Freund Ebert in der weitläufigen Residenz beharrlich verfehlte. Er mußte schließlich seine Reise nach dem Lande der Citronen antreten, ohne den Gesuchten gesprochen zu haben, tröstete sich aber zuletzt mit dem Gedanken, daß er ja an ihn schreiben könne.
(Fortsetzung folgt.)
Gemeinnütziges.
Zur Vertilgung der Schneiten streut man in Frankreich in den Gartenbeeten oder Feldern zahlreiche Häufchen von Weizenkleie. Die Thiere sind sonderbarer Weise so begierig auf dieses Material, daß sie alle Grünkost vor der Kleie verschmähen und sich an den gestreuten Häufchen in großer Zahl einfinden, wo sie mit leichter Mühe gesammelt werden können. Versuche damit wären jedenfalls nicht uninteressant-
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Coneerttücher, wollene Kinderkleider und der* artige Sachen reinigt man am besten, ohne diefelben zu zertrennen, folgendermaßen: In einen kleinen Napf wird Benzin gegossen, das betreffende Stück darin leise gedrückt und hin» und hergezogen. So oft die Flüssigkeit verduftet, gießt man frische darauf, bis der Gegenstand sauber ist, oann kann derselbe gleich geplättet werden. Selten ist für ein Concerttuch oder Kinderkleidchen mehr als für 15 Pfg. Benzin nöthig und die Arbeit ist daher viel preiswürdiger und müheloser, als das Zertrennen und Waschen.
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Fehlbrut. Die Henne wird oft erst gesetzt, nachdem sie schon acht bis vierzehn Tage gluckst und sitzt. Solche Thiere stehen in der Regel in der letzten Zeit auf, weil die Zeit zu lange gewährt hat, und die Brutlust schwindet. Nimmt man sie vom Neste oder geht sie weg zum Fressen, so lockt sie in der Regel schon den Jnngen. Dies ist das sicherste Zeichen, daß das Thier zu spät gesetzt wurde. — Man setze die Henne also gleich in den ersten Tagen, wenn sie sich brütig zeigt, und zwar erst einen bis zwei Tage auf zwei bis drei Eiern oder Porzellaneiern.
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Durchfall bei Hühnern Ein vorzügliches Mittel gegen Durchfall ist eisenhaltiges Wasser, welches auf folgende Art hergestellt wird: 1 Kilogramm Eisenvitriol wird in 10 Liter Wasser gelöst, i/2 Liter dieser Lösung wird durch 10 Liter Wasser verdünnt und dieses den Hühnern von Zeit zu Zeit zu saufen gegeben. Die verdünnte Lösung färbt sich gelb, hat einen zusammenziehenden Geschmack und wird von den Thieren im Stalle genommen, während freilaufende Thiere frische« Wasser aufsuchen. Die Excremente färben sich schon nach einigen Stunden dunkel bis schwarz und zeigen sich bald ganz fest.
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Um das Grauwerden angeschnittener Würste beim längeren Liegen zu verhindern, bestreicht man die Schnittflächen recht sorgfältig, möglichst dick und fest mit bestem Schweineschmalz. Da« Schmalz, das am anderen Tage wieder sorgfältig entfernt wird, kann man wieder verwerthen.
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Reeept zu Wachholderliqueur. Man löst 2Vz Kilogramm Zucker in Wasser syrupähnlich auf, bringt diese Zuckerlösung zum Sieden, wobei der Schaum immer abzuschöpfen ist, und gießt die abgesottene Flüssigkeit in ein großes Steingutgefäß, in welches man vorher 5 Liter besten Kornbranntwein und 1^2 Liter grob gestoßene Wachholderbeeren gethan hat- Hierauf wird das Gefäß gut verschlossen (verkorkt). Man schüttelt nun jeden Tag da« G-fäß ein paar Mal tüchtig hin und her; nach sechs bis acht Tagen filtrirt man den Liqueur auf kleinere Flaschen ab, die man gut verschließt. Durch das Alter wird dieser Liqueur immer feiner- ♦ » ♦
Ein die Arbeit des Sensen- und Sichelnschärfens auf wenige Minuten abkürzendes Verfahren findet seit längeren Jahren in Frankreich statt. Man legt dort die Schneidwerkzeuge eine halbe Stunde vor Gebrauch in ein Wasser, dem man 1/2 Grad Schwefelsäure beigemischt hat; ein Ueberstreichen mit einem weichen Sandsteine genügt, um die


