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Abschied zu nehmen. Krau March athmet erleichtert auf, als sie die Tochter vollständig gerüstet für die Reise erblickt. Während der letzten halben Stunde hatten die trübsten Ge­danken ihr Hirn durchkreuzt. Lola's Verlangen, gleich nach der Hochzeit den Baron Gerald sprechen zu wollen, war zu seltsam gewesen. Voll tiefer Besorgniß blickt sie in die theuren Züge. Sie sind bleich, aber ruhig.

(Fortsetzung folgt.)

Das Ilaschen.

Ein Wort an die Mütter.

Zu den verschiedenen Willenstrieben, die der Mensch mit zur Welt bringt, gehört auch der Nahrungstrieb, desien Be­friedigung der Mutter oder Wärterin des Kindes obliegt. Diese kann nun aber in richtiger oder, wie es leider sehr oft geschieht, in verkehrter Weise erfolgen. Da schreit vielleicht ein Kirchlein aus dem Grunde, um von seinen Geschwistern in den Garten mitgenommen zu werden. Und was thut die Mutter? Sie gibt ihrem Liebling Süßigkeiten, um den Schrei­hals zu beruhigen. Und siehe da, es hilft I Solche Extra- Mahlzeiten, die so häufig den kleinen Magen gründlich ver­derben, leiten aber den natürlichen Nahrungstrieb des Kindes auf falsche Wege. Die Süßigkeiten haben so gemundet, daß recht bald wieder Appetit darauf vorhanden ist; natürlich be­friedigt ihn die Mutter in ihrer Herzensgüte. Das Kindchen ist aber mit der Zeit durch fein Wachsthum schon so weit gekommen, daß es selbst gehen, selbst seine Wünsche befriedigen kann, während es früher schreien mußte. Und so hat das Kind nach und nach, ohne daß es auffällig geworden wäre, etwas gelernt, nämlich das Naschen.Ach, dies liebliche Wesen, wie zierlich es seine Händchen schon selbst in die Zuckerdüte steckt! Es ist kaum nennenswerth, was sich der Kleine nimmt, kann also nichts schaden! Mit den Jahren legt sich das ja und schwindet ganz I" So oder ähnlich tröstet sich wohl manche Mutter ganz sorglos. Aber ich sage Dir, Mutter, wenn Du so denkst, dann denkst Du ganz verkehrt und falsch! Mit ganz besonderem Nachdruck muß dafür ge­sorgt werden, daß den Kindern nur die nothwendige Nahrung für Geist und Leib zu Theil wird. Alles, was darüber ist, ist auch hier vom Uebel- Wie man schon vom Geiz sagt, daß er die Wurzel alles Uebels ist, so könnte man auch vom Naschen sagen, daß es eine Wurzel ist, aus der sich »ach und nach verschiedene andere schlechte Gewohnheiten entwickeln. Man hüte sich daher doch, dem Wunsche der Kleinen nach diesem oder jenem Leckerbiffen zu genügen. Willst Du Deinen Liebling durchaus beschwichtigen, nun gut, so kannst Du es auch sehr wohl ohne Anwendung von Näschereien fertig bringen. Das Schreien schadet übrigens dem Kinde durchaus nicht, es stärkt vielmehr die Lunge. Also nicht so ängstlich, liebe Mutter. Wie gänzlich falsch manche Kindlein behandelt werden, sollte man kaum glauben, wenn man nicht oft Gelegenheit hätte, es zu sehen. Hier trifft man eineliebe" Mama, die ihre Börse im Kaufladen um ein ganz Bedeutendes erleichtert, um die naschhafte Begehrlichkeit desholden" Engels an ihrer Seite zu befriedigen. Dort will das Kleine durchaus nicht einschlafen, aus dem einfachan Grunde, weil es nicht müde ist. Als Betäubungsmittel reicht man die Saugflasche und schaukelt dann unmäßig darauf los. Und endlich dort sieht man den Vater, der einen kleinen, immer verlangenden Kraus­kopf auf den Schoß hebt, ihn tröstend:Komm her, mein Kind, sollst auch etwas abhaben!" Und was reicht der unver­ständige Vater dem Kindlein? Bier! ja, in manchen Familien sogar Branntwein! Solche Väter, solche Mütter frage ich: Habt Ihr denn kein anderes Beruhigungsmittel für Eure Kleinen? Wenn Ihr noch keine kennt, so sucht danach! Mittel giebt's genug! Suchet nur, Ihr Mütter, die

Ihr kraft Eurer Liebe zu Euren Kindern doch sonst so er­finderisch für sie seid, und Ihr werdet das Richtige finden! Kinder müssen schon in ihrer frühesten Jugend daran gewöhnt werden, daß nicht alles nach ihrem Willen geht, daß sie geduldig warten müssen und auch nicht unwillig werden dürfen, wenn es heißt: Entbehren! Welch einen Schatten wirft es auf die häusliche Erziehung, wenn das Kind beim Essen zuerst an den Tisch eilt, zuerst befriedigt fein will, nicht genug bekommen kann u. bergt, m. Solche Untugenden müssen von früh auf unterdrückt werden. So bitte ich nun zum Schluß: Ihr lieben Mütter, welches Standes Ihr auch sein mögt in der Liebe zu Euer» Kindern seid Ihr ja alle gleich, ob Königin oder Bettlersfrau bewahrtEure Kinder vor de*r Untugend des Naschens, denn sie ist dieWurzel vieles Uebels.

Vermischtes.

Immer im Dienst. Erster Lieutenant:Kamerad, warum lachen Sie so heftig?" Zweiter Lieutnant:Dienst! Major gelacht, Oberst wahrscheinlich Witz gemacht!"

Kühnes Bild. Gymnasialprofessor (den AufsatzAm Meeresstrande" besprechend):Sie schreiben da:Wie Duft von jungen Rosen weht es über das Meer zu uns . . ." Sie müssen ein ganz besonderes Geruchsvermögen haben, Meyer, oder Sie haben die Rosen einfach an den Haaren herbeigezogen!"

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Vertheidigsr:. . . Meine Herr'n Geschworenen! Lassen Sie Ihren .Gefühlen und dem Angeklagten freien Lauf!"

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Ein Nimrod. Kurgast:Giebt es in dem Wald auch Wild?" Wirth:Früher hauste eine Hirfchfamile darinnen, doch kam ein Kurgast, der ein leidenschaftlicher Jäger war; der hat so lang auf die Thiere geschossen, bis sie alle ausgewandert sind!"

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Aus dem Gerichtssaal. Richter:Sie haben einen schweren Einbruch verübt I Wissen Sie denn nicht, welche Strafe darauf steht?" Angeklagter:Nee! Bitte, sehen Se mal nach!"

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Bündige Zurückweisung. Theaterdirector:Be- dau're, meine Herr'», kann Ihre Sachen nicht aufführen" Autor A:Und warum nicht?" Director:Ja, sehen Sie, Ihr Stück ist verzweifelnd einfach!" Autor B:Und das meine?" - Director:Ist einfach - zum verzweifeln!"

Vermut hung. Einer, der in einem Wirthshaus von einem Anderen einen solchen Tritt bekommt, daß er auf die Straße fliegt:Alle Welt, die Kraft - das ist gewiß ein Velocipedist!"

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Zarter Wink- Herr:Ich war ein guter Freund Ihres verstorbenen Mannes, haben Sie nicht etwas, was Sie mir als Andenken an ihn überlassen könnten?" Un­tröstliche Witwe:Was meinen Sie denn zu mir?'

Nicht fo schlimm. Frau A-:Aber liebe Freundin, was ist denn geschehen, Sie sind erst einen Monat verhei- rathet und ich finde Sie bereits in Thränen?" Frau B.: Ja, denken Sie sich, mein Mann ist doch als Reichstagsab­geordneter aufgestellt, ugd jetzt erfahre ich erst aus den Zei­tungen der Gegenpartei, was für einen gräßlichen Menschen ich geheirathet habe."

Redaction: A. Scheyd«. Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Thr. Pietsch) in ©ießcti.