Ausgabe 
10.7.1894
 
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GsmeinnÄtzLses.

Das Sonne« der Betten. Vielfach ist die Ansicht verbreitet, es sei gut, die Betten in greller Sonne auszubreiten, um die Federn zu loSern. Die der Sonnengluth ausgesetzten Federn werden aber spröde und verlieren ihre Elasticstat. Man thut gut, die Bettstücks bei warmer Luft, aber bedecktem Himmel auszulegen und zu, klopfen-

Das geeignetste Futter für Truthühner ist Mais und Gerstenschrot gemengt und etwas Topfen, frischer Käse und Zwiebelkraut (das Grüne von Zwiebeln fein gehackt). Wenn es an Topfen mangelt, kann dieser wegbleiben. An vielen Orten wird den jungen Truthühnern das Wasser Anfangs ganz entzogen. Das ist eine nutzlose Thierquälerei. Es soll jedoch der Trinknapf so beschaffen sein, daß sie sich dann nicht baden können. Auch sollen sie bei Thau oder während eines Regens nicht auf die Weide, und während der Mrttagshltze an eine schattige Stelle getrieben werden. Nässe, Kälte und große Hitze sind ihnen schädlich. Getrost kann man Truthühner auf jede Wiese treiben, sie werden eher Nutzen als Schaden anstiften, da sie dort nur Jnsecten vertilgen. Nur nicht zu viel künsteln, denn das ist zwecklos, kostspielig, beeinträchtigt also die Rentabilität! * *

Zur Beachtung für den Angler! Wenn man angelt und findet, daß man einen Anbiß hat, die Angel deß« halb aufzieht und dennoch nichts als den abgefressenen Wurm daran findet, so kann man, wenn sich der Fall noch einige Mal wiederholt, nichts Besseres thun, als den Platz verlassen und sich einen anderen suchen, denn es sind Krebse statt Fffche, die den Köder abnagen. Als ich, so schreibt ein Angler, das Ding noch nicht kannte, habe ich einmal meine ganze Wurm» dose ausgefüttert, ohne eine Gräte zu bekommen; ich meinte, den schlauen Fisch immer noch zu ertappen und hielt es bis zum letzten Wurm aus, bis ich endlich den Räuber meiner schönen Thauwürmer, einen Krebs, zu Gesicht bekam.

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Zur Angelfischerer. Auf Dickköpfe wird jetzt am besten mit Kirschen gefischt, auf Forellen mit Fliegen, Jnsecten und Heuschrecken; die kleinen Fische gehen auf Fleischwürmer, das Rothauge und die Ellritze wird mit Blut gefangen. Mit Käse bekommt man kleine Barben, mit Regenwürmern Aale, Schleien und Flußbärsche und die Hechte mit kleinen Fischchen.

Räudige Hunde werden am besten an den befallenen Stellen mit grüner Seife eingerieben; 6 bis 24 Stunden darauf wäscht man die Stellen mit warmem Wasser, bürstet bis zur Entfernung der Hautborken und trägt ein Gemisch von ein Theil Creosot in 25 Theilen Oel oder Spiritus auf.

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Insektenstiche können lebensgefährlich werden, wenn sie im Haise und Schlunde während des Schluckens von Ge­tränken und Früchten beigebracht werden. Es gibt nur ein Mittel, das, sofort angewandt, plötzliche Erleichterung bringt: Sobald man fpüit, daß man im Munde oder Halse gestochen ist, nehme man einen Theelöffel voll Kochsalz, mit etwas Wasser angefeuchtet, und verschlucke es langsam. Geschwulst und Schmerzen verschwinden in kürzester Zeit. Dies einsache Mittel hat schon Manchen vom Tode errettet.

Ursache der madigen Kirschen ist die Made der Kirfchfliege. Diese Fliege legt im Mai ihr Eier an die Kirschen. Die nach wenigen Tagen auskriechende Made frißt sich in die Kirsche; völlig ausgewachsen, verläßt sie die Kirsche auf demselben Wege, um sich im Erdboden in einer Tiefe von 3 bis 5 Ctm. zu verpuppen. Im nächsten FciUahr schlüpft die vollständig entwickelte Fliege aus. Vertilgung:

1. Frühes Pflücken der Kirschen. 2. Sammeln der abge­fallenen Früchte. 3. Umgraben des Bodens unter den Kirsch, bäumen, und zwar jetzt, wodurch die Puppen vernichtet werden, weil diese dadurch zu tief in den Boden gelangen.

Erde für Blumentöpfe. Die meisten der in Töpfen zu ziehenden Gewächse lieben oder beanspruchen eine leichte, aber doch kräftige Erde. Solche wird nun erzielt, wenn man Laub auf Haufen schichtet und dessen Verwesen durch Gießen fördert, ferner, wenn man Rasen abschält und diesen auf Haufen bringt, Laub und Rasen später vermischt und dann noch gute Gartenerde, verwesten Dünger, Ruß und etwas Asche dazu thut. Das Ganze wird öfter umgestochen, von Unkraut stets rein gehalten und ist dann gewöhnlich im dritten Jahre zum Gebrauch fertig. Etwas feiner Sand und, wenn man es haben kann, auch Haide-Erde, vervollständigen hierauf das Gemisch, welches vor der Verwendung noch gerollt oder gesiebt und von etwaigen Würmern befreit werden muß.

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Das Rutschen von Leitern, welches oft Ursache von Unfällen ist, wird dadurch wirksam verhindert, daß unter die glatten Leiterbäume kleine Platten von Kautschuk angeheftet werden. Das so nahe liegende einfache Mittel bewährt sich vortrefflich bei den verschiedenartigsten Dielungen auf Stein, Asphalt, Cement, Glas oder Eisen. Bei Holz wird dadurch auch das lästige Zerstechen durch die Eisenspitzen an den Leitern vollständig vermieden.

Um Papier auf Metall zu befestigen, bedient man sich am besten des Zwiebelsaftes. Wenn ein Zinkgegenstand mit einer Marke, Zettel rc. aus Papier versehen werden soll, so wäscht man zuerst den Gegenstand mit einer Lösung von Waschsoda ab und streicht dann den Zwiebelsast darauf. Das Papier wird dann aufgedrückt, und nach dem Trocknen ist es unmöglich, dieses von dem Metallgegenstande loszumachen.

Verinischtes.

Menagerie. A.:Mensch, Du siehst ja erbärmlich aus, was fehlt Dir denn?" - B.:Ach, - mir ist noch ganz Menagerie von gestern Abend: Schafkopf gespielt Schwein gehabt Bock getrunken Spitz erwischt Affen gekriegt nun scheußlichen Kater I"

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Gemüthlich. Richter:Also, Angeklagter, wie lange sind Sie ohne Beschäftigung?" Strolch:Ja, Herr Richter, das wird so um Michaeli 20 Jahre werden!"

Ein guter Kerl. Chef:Was stöhnen Sie denn fortwährend so, Meyer?" Commis:O, diese Zahm schmerzen heute ..." Chef:Aber weshalb haben Sie das nicht längst gesagt, daß Sie Zahnschmerzen haben Sie können ja auf dem Lager arbeiten, wo Sie Niemanden stören 1" , *

Er kennt sich aus. Herr (ruft vom Fenster au«): Komm mal 'rauf, Du Esel!" Kutscher (zum Diener): Hörst Du? Du sollst kommen!" Diener:Nee, ich »ich! Mir nennt er immer Schafskopf I"

Genau unterrichtet. Mutter:Sie find also das einzige Kind Ihrer Eltern?! Da haben Sie es freilich gut; meine vier Töchter müssen sich eben in meine Liebe theilen- Herr:Weiß es, meine Gnädige! Doch das macht pro Kopf immer noch 25,000 Mark!"

Rcdaction: A. Scheyda. Druck und Verlag der Brüh loschen Druckerei (Fr. Lhr. Pietsch) in Gießen.