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Sonnenlichter huschten darüber hin und her und küßten den duftenden Rosenhügel.

Gräfin Antonia, durch Unpäßlichkeit verhindert, früher zu reisen, war gerade zur rechten Zeit nach Mentone gekommen, um der Beerdigung ihrer Tochter beizuwohnen. Sie hatte ihr einziges Kind verloren, sie hatte es ansehen müssen, daß man ihr das Liebste auf den Kirchhof trug, ach, sie war untröstlich. Aber sie litt schweigend und ohne Klagen, sie schloß ihren Schmerz in ihr tiefstes Herz, wie es stets ihre Gewohnheit ge- wesen war.

Sie wußte nichts davon, daß Roman eine so überaus un» glückliche Ehe mit Spiridia geführt hatte, sie konnte es nicht wissen, da Beide sich niemals bei ihr darüber beklagt hatten. Auch Frau Casimira hatte ihre triftigen Gründe gehabt, zu schweigen. Denn ogleich ihr mitunter das Zusammenleben mit den so wenig harmonirenden Kindern unerträglich war, so wußte sie sich doch immer mit den mannigfachen Vorzügen und Genüssen, welche der Reichthum ihr jetzt bieten konnte, zu entschädigen und zu trösten.

Nun war Spiridia tobt, nun war Alles vorüber, sie starb versöhnt- Wer hätte es gewagt, jetzt noch den Schleier von der Vergangenheit zu ziehen und das bekümmerte Mutterherz mit noch größerem Schmerz zu kränken!

(Schluß folgt.)

Schaufenster-Ausstattung.

Von der Ausstattung der Schaufenster hängt nicht zum kleinsten Theil der Erfolg eines Ladengeschäfts ab, denn ein anziehendes Fenster bringt bei manchen Artikeln mehr Käufer als Säulen voll Anschläge. Die folgenden Rathschläge, welche derAmerican Stationer" ertheilt, werden für manchen Leser einen oder den andern nützlichen Wink enthalten.

Das Schaufenster soll so groß wie möglich gemacht werden. Je näher man mit dem Glas bis auf den Fußboden herabgehen kann, und aus je weniger Scheiben es zusammen» gesetzt ist, desto vortheilhafter ist die Wirkung.

Den Boden, die Seiten und die Rückwand des Schau­fensters, letztere 3 bis 4 Fuß hoch, bekleide man mit ein­farbigem Tuch. Dunkelblau oder Roth sind gute Farben. Die Maaren heben sich gegen einen dunklen Hintergrund besser ab, die Umrisse werden deutlicher.

Hat man zwei Schaufenster, so sollten beide gleich be­handelt werden, damit man sieht, daß sie zum gleichen Laden gehören.

Um dunklen Sachen bessern Hintergrund zu geben und mehr Abwechslung zu erzielen, unterbreche man an einigen Stellen den dunkeln Belag durch hellfarbige Auflagen.

In vielen Fällen bilden Spiegel einen günstigen Hinter­grund. Sie werfen mehr Licht in das Fenster, verschärfen die Umrisse der ausgestellten Maaren und lassen das Schau­fenster größer erscheinen. Die meisten Leute werfen gern einen Blick in einen Spiegel, wenn es unauffällig geschehen kann, und unwillkürlich sehen sie dabei auch die ausgestellten Sachen an.

Für eine Schau-Ausstellung ist Licht eben so wichtig wie für ein Gemälde. Das Licht muß von vorn oder von oben einfallen, durch Beleuchtung von hinten werden die Umrisse undeutlich und die Farben verschwommen. Ein künstlicher Hintergrund, welcher das Licht von hinten abhält, ist daher zu empfehlen. Wenn die Beleuchtung nicht richtig ist, kann man sich tagelang mit Gruppirung der Maaren abmühen, ohne ein geschmackvolles Schaufenster zu Stande zu bringen.

Die Gas- oder anderen Flammen sollten so bedeckt werden, daß sie von der Straße aus nicht zu sehen sind. Das Licht lasse man durch polirte Reflectoren derart abwärts und rück­wärts fallen, daß sämmtliche ausgestellte Maaren mit hellem, warmem Licht übergossen werden.

Oft ist er wirksam, die Läden bis etwa 4 Fuß vom Boden des Fensters herunterzulassen; der obere Theil erscheint dann sehr dunkel und der offene Theil doppelt hell.

Aeußerst wirksam sind electrische oder Gas-Glühlichter, welche abwechselnd in verschiedenen Farben leuchten.

Richtig zu gruppiren ist eine schwierige Kunst. Die meisten Verkäufer gehen von der grundfalschen Ansicht au», daß sie Muster von all ihren Maaren ausstellen müssen. Ein überfülltes Fenster macht aber keinen Eindruck, und der Vorübergehende sieht nur ein verworrenes Bild.

Wähle gut zufammenpaflende Farben.

Werden wenig Gegenstände ausgestellt, so sind sie weit vom Glas gegen einen kräftigen Hintergrund zu gruppiren.

Einfachheit in der Ausstellung, sodaß man sie auf den ersten Blick übersehen und verstehen kann, ist am wirksamsten. , Man darf nie vergessen, daß durch die Schaufenster hauptsächlich Vorübergehende angezogen werden sollen, die keine Absicht hatten, zu kaufen. Ihre Aufmerksamkeit muß daher durch etwas besonders Anziehendes erweckt werden.

Ein Artikel darf einen andern von gleicher Farbe nicht theilweise verdecken.

Man lege nicht zu viele kleine Gegenstände auf den Fensterboden.

Wenn immer möglich, sollte etwas sich Bewegende» im Schaufenster angebracht werden, um Aufmerksamkeit zu er» wecken. Ein sich langsam drehendes Gestell, auf welchem die hübschesten Sachen ausgelegt sind, ist bei geschickter Anord» nung sehr wirkungsvoll.

Zum Reinigen des Glases wählt man einen bedeckten Tag. Vorerst wird alles Holzwerk gewaschen, dann mit einem Malerpinsel das Glas innen und außen abgestäubt. Dies ist nöthig, um zu verhüten, daß das Glas durch Hin- und Her» wischen des wie Schmirgel wirkenden Straßenstaubcs auf der Fläche vorzeitig blind werde. Zum Abwaschen des Glases verwende man warmes Wasser mit Ammoniak, nicht Seife. Dann wird mit einem Baumwolltuch abgerieben und mit Seidenpapier oder alten Zeitungen nachgewischt und polirt.

Um im Winter Eisansatz am Schaufenster zu verhüten, bringt man unten und oben im äußern Rahmen eine Reihe von Löchern an und schließt das Schaufenster nach innen mög- lichst ab. Auf diese Weise entsteht ein Luftzug im Schau­fenster, die innere und äußere Temperatur bleibt dieselbe, und das Fenster kann sich nicht mit Eis bedecken. Diese Einrich­tung ist jedoch nur zulässig bei Maaren, die Frost vertragen können. Wo dies nicht der Fall ist, legt man ein Blechrohr von etwa 3 Centimeter Durchmesser unten die Scheibe ent» lang. Die Röhre hat oben eine Menge feiner Oessnungen und ist an einem Ende glockenförmig ausgebauscht und ab­wärts gebogen. Unter die Glocke setzt man eine Flamme, welche bewirkt, daß aus all den kleinen Oeffnungen der Röhre warme Luft am Glase aufsteigt und das Gefrieren verhindert. Um das im Rohr sich bildende Wasser abzuleiten, lege man die Leitung ein wenig aufsteigend an.

Vermischtes.

Dem Gehege der Zähne eines ebenso gelehrten wie zorn- müthigen Oberlehrers ist jüngst in der Sekunda eines Berliner Gymnasiums folgendes Wort entflohen, das den bösen Buben viel Freude bereitet hat:Sie Sie bilden sich wohl ein, daß Sie hinter meinem Rücken mir auf der Rase herum­tanzen dürfen!"

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Modern. Fräulein:Ach sagen Sie, Herr Schmidt, haben Sre in letzter Zeit einmal den Herrn Schwalbe ge- sehen?" - Schmidt:Hm vor etwa 2 Wochen." - Fräulein:Wenn Sie ihn wieder einmal treffen, dann bitte, ermnern Sie ihn doch daran, daß wir verlobt sind!"

Redactwu: A. Scheyda, Druck und Verlag der Brühl'scheu Druckerei (Fr. Lhr. Pietsch) iu Gießen.

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