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(Fortsetzung folgt.)
@ttm@ine Blutwelle ergoß sich jäh über Roman» Gesicht, er roa da» Mädchen noch fester an sich heran.
Wie Du nur so sprechen kannst," versetzte er leidenschast- lich bewegt, „und doch weißt Du es genau, daß ich Dich letzt noch lieber habe, al» früher! Oder weißtDu S etwa nicht? - Aber reiß' doch nickt fo an meinem Sim halte Dich fest, bi» Du mich angehört hast, wenn Du Dich auch sträubst - Ja, obgleich ich kaum ein Recht dazu habe, von Liebe mit Dir zu reden - einmal muß ich Dir » sagen, sonst vergehe ich! — Ick werde wahnsinnig, wenn ich» nicht endlich au»« sprechen darf, was mir schon mondenlang die Brust zersprengen will! Jadwiga, e» zieht mich zu Dir hm mit unwiderstehlicher Gewalt, bei Tage ersüllst Du meine Gedanken und bei Nacht wache ich, um an Dich zu denken — ich fehe "vr Dich, nu Dich und immer wieder nur Dich! — Ich möchte ” ringen und Dich besitzen und dennoch Er erhob Mötzlich mit einem ernsten, tieftraurigen Blick das Auge zu ihr empor, und alle Farbe schwand ihm vom Gesicht „Und dennoch kann ich Dir mit meinem Herzen nicht zugleich meme Hand versprechen! Wir sind durch eine Kluft geschieden, die niemals zu überbrücken ist! Jadwiga, ich liebe Dich glühend, mit allem Feuer der Leidenschaft, Du bist mir das höchste aller Güter, aber zu meinem Weibe darf ich Dich nicht machen, nein, e»
„Sie sind von Sinnen, Pan Roman — ja, ich will zu Ihrer eigenen Ehre glauben, daß Alle», war Sie sprechen und thun, nur die Folgen de» heute beim Souper zu reichlich genoffenen Weine» sind, mit Absicht haben Sie mich nicht beleidigen und erniedrigen wollen! Trotzdem ist es schlecht von Ihnen und ich bin empört!" Sie brach ab, sie konnte nicht weiter sprechen.
„Ich bin nicht trunken, Jadwiga," suhr er heftig auf, ich müßte es der» au» Liebe fein!" Er faßte stürmisch ihre kleine, kalte Hand und preßte seine Lippen daraus. „Ich sprach die Wahrheit und es wäre reine Heuchelei, wenn ich meine Leidenschaft vor Dir verbergen wollte I — Mein Leben gäbe ich hin, dürfte ich um Dich werden, wie es mein Herz ersehnt, vor nicht» würde ich zurückschrecken, um Dich für immer an mich zu fefleln — und die glühende, unendliche Liebe eines Manne» erzwingt sich ja immer Gegenliebe — ich würde auch Dein sprödes Herz bezwingen, Jadwiga! Aber ach —, schwer, fast krampfhaft rangen sich ihm die Worte au» der Brust, „verdamme mich nicht, Mädchen, ich darf mein Leben mit dem Deinen nicht vereinen!" Und nun beugte er sich fo tief zu ihr herab, daß sein Mund fast ihre Wange berührte, und während ein kurze», scharfe» Lachen peinvoll ihr Ohr berührte, sprach er hastig weiter, schneller, lebhaster noch al» bisher: „Weißt Du zu was eine Verbindung zwischen uns führen würde? - Rein, Du weißt und ahnst es nicht, armes Kind, aber ich muß es Dir sagen - zu Armuth, Elend, Verzweiflung und Schande! Und ich will Dich und mich vor solchen Sch-chalen bewahren, ich will meiner Mutter ehrwürdiges Haupt nicht mit Kummer überhäufen, ich will mich nicht verspotten laffen
1 von meinen Standesgenossen!"
Roman» Worte verscheuchten jede Spur von Röthe au» Jadwigas Gesicht, sie sah geisterhaft bleich au», hören Sie auf, wozu foltern Sie mich so!" rief sie leidenschaftlich au». „Da» sind abscheuliche, schreckliche Worte, die Sie zu mir reden! Mit keinem Laut, mit keinem Blick habe ich Ihnen I Grund gegeben, aus'» Kreuz kann ich'» schwören, daß ich» nicht that!" Und nun riß sie ungestüm ihre Hand aus der seinen, sprang in wilder hast von ihm weg und lief dann wie gejagt querfeldein. Doch Roman stürzte ihr nach, er war vertraut mit der Umgegend und wußte, daß unweit davon der tiefe Strom dahinfloß. Wenn auch in der Dunkelheit die Wafferfläche desselben verborgen blieb, so war doch das Rau« I scheu der Wellen vernehmbar. Nach wenigen Augenblicken war er wieder an ihrer Seite. Er ergriff ihren Arm mit fast schmerzhaftem Druck. Dann führte er sie, ohne ein Wort zu I sagen, auf den rechten Weg zurück.
I Da» Mädchen zitterte an allen Gliedern, ein leises Schluch« I zeit kam aus ihrer angstvoll wogenden Brust, aber sie folgte ihm widerstandslos, mit heftig klopfendem Herzen.
Auch Roman war furchtbar erregt, jeder Zug sprach von ' Leidenschaft und Schmerz. „Ich habe Dich erschreck^ bei Gott, : da» wollte ich nicht," sagte er. „Wie könnte ich Drrabsich. ) I sich etwas zu Leide thun! Glaubst Du es aber — bann bitte,
ftorhont war auch der schimmernde Mondesglanz verschwunden, I mir über dem schwarzen Föhrenwalde blitzten ein paar fun» I Mnbe Sternenlichtchen auf. Tiefe Schatten verkürzten leben
auf bie unebene, vernachlässigte Chauffee, die vom Evel» I fiofe nach Czenstochau führte. Dar Mäbchen mußte wider Willen ihre eiligen Schritte hemmen, um nicht über Steine I unb Geröll zu fallen. Die ganze Umgebung, Himmel und ®rbe dehnte sich wie eine neblige, farblose Fläche aus-
' Der Weg ist in dieser rabenschwarzen Finstermß ganz I abscheulich," sagte Roman. „Nimm meinen Arm, Jadwiga, und Du wirst sicherer gehen." ,n I
Ich gehe sicher genug, mein Auge ist scharf und ich | möchte Sie nicht noch mehr belästigen, Pan Roman! '
Mache nicht immer Gegenreden, horst Du! Ich will nicht, I haft Da zu Fall körn oft. Du nimmst meinen Arm und damit gut-" Ohne Umstände ergriff er ihre Hand und hielt sie ick Die seine zitterte vor innerer Erregung.
Sie blieb erschrocken stehen und schöpfte tief Athem- Dann leate sie scheu und ängstlich, aber ohne weiteren Protest ihren Arm in den seinen und Roman fühlte da» Beben ihrer Manien Gestalt. Ein paar Mal versuchte sie, ihre Hand, die er noch immer umschlossen hielt, zu befreien, aber e» gelang ihr nicht- Jadwiga wünschte, daß diese Stunde vorüber wäre, | mährend Roman, wie überwältigt von Glück und Wonne, die aatue Welt zu vergessen schien.
,Wir sind früher diesen Weg so oft zusammen gegangen, als Du noch ein Kind warst. Damals machte Dich meine Begleitung stolz. Jetzt muß ich Gewalt brauchen, ehe Du mir gestattest, Dich zu beschützen. Ich merke es Dir an, wie Du Dich innerlich sträubst, an meiner Seite zu bleiben. Ist da» recht, Jadwiga^ mat ^ae» anbets," erwiderte sie lebhaft- „Unb rate könnte ich da» jemals vergessen. Nein, gewiß-nicht, Pan Roman, denn Sie waren ja der Schutzengel meiner Kindheit Sie lehrten mich den Katechismus und die schönen polni« scheu Legenden. - Aber jetzt schickt es sich nicht mehr, daß der Edelmann von Lygotta sich die geringste Mühe wacht um em so arme«, geringe» Geschöpf, wie ich es bin.' Und nun brach plötzlich ein leises Schluchzen aus ihrer Brust und erstickte ihre
Er Mzte vor ihr nieder und umklammerte ihre Kniee. Sie wich bestürzt, erschrocken von ihm zurück, sie war keines Wortes mächtig, wie hülfesuchend irrte Blick umher.
n°ch°Ä"«chft- io m »Oft, um mit belenber Stimme He Botte h-t°0t>»ft-ien:
6 .Rein, nein — Sie hoben mich ,u Ichw-t «elilM, da« vergesse ich niemalsI" erwiderte sie heftig. .Em verächtlicher Blick streifte sein Gesicht, dann richtete sich derselbe starr, mit qualvollem Ausdruck in die neblige Ferne. »FrAch, fuhr sie bitter fort, „ich bin kein vornehmes Fräulein, Sie glauben vielleicht ein Recht zu haben, mir das bieten zu können, aber Sie wiffen doch daß ich ein rechtschaffenes Mädchen bm, daß « tS Ä unb Sam« WW MUt Sie muff« ha« wiffen Van Roman. Trotzdem achten Sie mich so gering, ba. E-n. mU6 Binel„, ge^n Sie, um Sötte«.
«Xn entfernen Sie sich, es bringt Ihnen sonst Schande ein, ±"'m*Tb»m« ft-ht - f«, Sitajf unbSianbe, nor der Sie Furcht haben, vor der Sie zittern!
SBieber klang ein kurzes, hartes Lachen durch die Lust, doch diesmal war es Jadwiga, die es krampfhaft hervorgestoßen


