Ausgabe 
9.8.1894
 
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hört natürlich feiner Geschmack und eine geübte Hand. Decken werden, nachdem die Arbeit vollendet ist, mit einer leichten Wattirung versehen.

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Sonnenblumensamen als Hühnerfutter. In England, wo die Geflügelzucht und das Ausstellungswesen in ganz anderer Weise in Blüthe steht als bei uns, hat man die Erfahrung gemacht, daß der Samen der Sonnenblumen nicht nur für die Eierproduction ein ausgezeichnetes Futter ist, sondern daß sie namentlich der Erzeugung eines glänzenden Gefieders günstig sind, weshalb er namentlich für Ausstellungszwecke bei den Geflügelzüchtern eine wichtige Rolle spielt.

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Zur Verbesserung der Erde für Topfpflanzen wird, auf vielfache Empfehlungen, ein Vermischen derselben mit Torfmull benutzt. Die vielen guten Eigenschaften des Torfmulls kaffen denselben auch als ein vorzügliches Material erscheinen und werden auch recht gute Erfolge damit erzielt. Nur neigt der Torfmull sehr gern zur Säuerung. Um diesem Nebel vorzubeugen, muß der ToHnull vorher compostirt und mit etwas Kalkstaub vermischt werden. Auch wo das Garten­land, wie es häufig geschieht, mit dem Fäcaltorf aus dem Hause gedüngt wird, ist eine öftere Kalkdüngung nöthig, weil sich sonst mit der Zeit viele schädlichen Bodensäuren bilden, welche dem Wachsthum hinderlich sind, vom Kalk aber verbunden werden-

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Schwarzseidene Kleidungsstücke, Tücher, Kra° batten re. zu reinigen. Zuerst wird der Stoff mit einem trockenen, wollenen Lappen gut abgewischt, und nöthigenfalls vorsichtig ausgeklopft, um den Staub zu entfernen. Dann wird der Gegenstand auf einem Tisch ausgebreitet und [mit heißem Kaffee, der durch Seihen von allem Satz befreit ist, mittels eines Schwammes sorgfältig auf der rechten Seite ab­gerieben. Der Stoff wird dann etwas getrocknet und auf der verkehrten Seite gebügelt. Wo das Letztere nicht möglich ist, muß beim Bügeln ein Tuch aufgelegt werden. Der Kaffee nimmt alle Flecken und Unreinlichkeiten weg und stellt den natürlichen Glanz der Seide wieder her, wie dies keine andere Flüssigkeit thut- Die Seide scheint in der That durch das Verfahren dicker zu werden und diese Wirkung ist dauernd. Wer dasselbe einmal versucht hat, wird nie ein anderes an- wenden.

Die Schale der Eier zu reinigen. Es sieht überaus appetitlich und einladend aus, wenn die gekochten Eier auf dem Theetifch schneeweiß und sauber sind. Viele Hausfrauen mühen sich vergebens ab, sie von Flecken zu reinigen und doch ist es unendlich einfach. Man wischt die Eier nur mit einem Läppchen ab, das man zuvor mit Essig befeuchtet hat. Sofort ist die Schale vollständig sauber und fleckenlos. Hat man gerade ab­geriebene, ausgepreßte Citronen liegen, für die man keine Ver­wendung mehr hat, so kann man die Eier etwas mit denselben abreiben und sofort sind sie ebenfalls rein und schneeweiß.

UGrasflecken zu beseitigen. Wäscht man die Gras­flecken mit Seife aus, besonders in Weißzeug, so bleibt stets ein schmutzig aussehender Flecken zurück. Sehr einfach und gut vertilgt man sie durch kochendes Waffer. Auch kann man sie gelinde schwefeln und dann wieder waschen.

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Schmutzige Korke reinigt man am einfachsten mittels übermangansaueren Kaliums. Man verfährt in der Weise, daß man, nachdem die gar zu sehr eingeschmutzten oder mit Lack überzogenen Korke ausgelesen sind, die der Reinigung zu unterwerfenden in einen Topf thut, sie mit einer Lösung von 20 bis 25 g Kaliumpermanganat übergießt, hierauf mit einem mit Steinen beschwerten Deckel bedeckt und nun soviel Waffer darauf gießt, daß es die Korke bedeckt. So läßt man dieselbe 1 bis 2^Tage stehen, gießt darnach das Waffer ab,

I spült die Korks ab und thut sie wiederum in den Topf. Jetzt werden sie mit etwa 500 g Salzsäure und nochmals Waffer bis zum Ueberstehen begoffen und ebenfalls einige Tage beiseite gesetzt. Hiernach werden sie gründlich abgespült, mit reinem Wasser noch etwa einen Tag.hingestellt und schließlich getrocknet.

Futzteppich. MarGellt eine sehr geschmackvolle, warme Fußdecke her, indem man 12 keilförmige Tuchtheile schneidet. Diese Theile werden mit farbiger Seide nach einem ausge­zeichneten Muster bestickt und dann aneinander genadelt, auf die Näthe aber setzt man kleine, runde Tuchfleckchen, die mit Festonstichen eingefaßt sind. In die Mitte dieser Arbeit be­festigt man ein Stück weißen oder schwarzen Schafpelz. Das Ganze wird rückwärts mit lichtem Wollstoff gefüttert. Eine sehr hübsche Farbenzusammenstellung zu dieser Fußdecke ist, wenn man abwechselnd einen Theil rehbraun, den zweiten dunkel­braun und den dritten blaugrau zusammenfügt. Die kleinen Kreise wechseln auch in diesen Farben.

Vermischtes.

Fritz, was machst Du?"Ich fange Mäuse." Wie viele hast Du denn schon?"Wenn ich diese habe und dann noch eine, so habe ich zwei."

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Kindermund.Mama, wer war zuerst auf der Welt?" Der liebe Gott."Der liebe Gott? Das glaube ich doch nicht,"Warum denn nicht, mein Herzblatt?llZu allererst müssen doch die Störche dagewesen sein, die haben den lieben Gott gebracht."

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Einleuchtend. Frau:Am allermeisten ärgert's mich, daß mein Mann im Schlaf spricht I" Nachbarin:Geh' zu das ist doch nicht so arg!" Frau:So wenn das nicht so arg ist! Wie willst Du ihm denn da wider« sqrechen?!"

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Alte Gewohnheit.Sehen Sie mal, wie der alte Mann da immer im Zick- Zack über die Straße geht; betrunken ist er doch nicht?"Gott bewahre, die alte Gewohnheit: der Mann war fünfundzwanzig Jahre Nachtwächter und da hat er immer die Studenten nach Haus gebracht!"

Wie die Alten sungen rc. rc. Moritz (von der Aushebung zurückkehrend, zu seinem Vater):Denk' Dir, Ta- teleben, sie haben mer acceptirt!" *

Arzt:Sie müssen sich einige Tage des Weines und Biers, sowie aller aufregenden Getränke enthalten und dürfen nur Wasser trinken!" Patient:Aber, Herr Doctor, gerade das Wasser regt mich am meisten auf, wenn ich's trinken

Im Gedränge. Herr (der beim Verlassen des Theaters, in welchem ein schlechtes Lustspiel zum ersten Male ausgeführt wurde, in ein großes Gedränge geräth und von allen Seiten gestoßen und getreten wird):Aber, meine Herrschaften, ich bin ja gar nicht der Autor!"--

Vor Gericht.Sie heißen?"Anna Beisele!" Religion?" -Protestantisch!" -Beruf?" -Putz­macherin!"Nun noch eine heikle Frage--1"

£), da irren Sie sich aber! Nur 22 Jahre!"--

Preiswürdig. Sonntagsjäger: .. Was, fünf Mark fordern Sie für diesen Hasen?" Wildprethändler:Aber sehen sie sich doch nur diesen wunderbaren Schuß an!"--

Redaction: A. Scheyda. Druck und Verlag der Brühl'schcn Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen.