Ausgabe 
9.8.1894
 
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Einkommen, welcher sie, einmal auf die rechte Bahn gebracht, zum Wohle ihrer Mitmenschen verwendete.

Margarethe Weber genas nur langsam von ihrer schweren Krankheit. Als ihre Wangen sich aber wieder zu röthen an- fingen, kehrte der Lebensmuth, die Lebensfreudigkeit wieder zurück in ihr Herz. Dazu trug die Liebe ihres Bräutigams nicht wenig bei, diese Liebe, welche sich bewährt hatte in den Stürmen des Lebens, die geläutert war durch das Unglück. Nach seiner Hochzeit verließ das junge Paar Wien für immer.

Auf den Jvanyi'schen Gütern in Ungarn, die so lange in fremden Händen und vernachlässigt gewesen, fanden sie den Frieden und die Arbeit, die sie vergessen ließ der Leids der vergangenen Tage.

Wie kann man bei Heranwachsenden Kindern entscheiden, ob sie zu VM oder zu wenig essen? Ein Kind, das zu viel ißt, wird, wenn es feine Berdauungskrast bewahrt, sein Körpergewicht auf eine gewisse Höhe bringen, und wenn dieses Stadium erreicht ist und es zu viel ißt, oen Appetit verlieren, b. h. das Körpergewicht wird einige Zeit constant bleiben und dann abnehmen. Kinder werden meist durch das Borurtheil der Mutter denn eine Mutter opfert ja lieber ihr Kind, als ein Borurtheil! zuviel gefüttert, es entstehen Verdauungsbeschwerden, Magenermattung, Verstopfung, Scrophulose, Blutarmuth, die Kinder bleiben trotz des vielen Essens mager und kraftlos. Kinder werden, um sie zu be­ruhigen, häufig gefüttert, wodurch der sogenannte Scheinhunger entsteht, bei dem die Kinder aus Langeweile essen, auch sie zeigen obige Krankheitserscheinungen. Kein Vielesser wird ge­boren, sondern nur erzogen; man fülle nie den Magen an, sondern lege den Löffel weg, wenn es am besten schmeckt. Wenn der Magen nicht ganz gefüllt ist, kann er sich am besten zusammenziehen, wenn er zum Platzen angefüllt ist, ist er er­weitert, ohne sich contrahiren zu können.

*

Eine interessante Zimmerzierde. Man nehme eine größere rothe Rübe mit Blätterkronen, schneide sie ober­halb der Wurzel durch und höhle den oberen Theil so weit aus, daß eine Hyrcinthenzwiebel mit etwas Moos darin Platz findet. Ehe man die Zwiebel einsetzt, wird das Moos an­gefeuchtet und auch nachher stets feucht erhalten. Die rothe Rübe wird mit dem Haupte nach unten und die Hyacinthen- zwiebel nach oben, ähnlich einer Ampel, mit einer passenden Schnur zuerst in einem kälteren, später im wärmeren Zimmer am Fenster aufgehängt. Die Hyacinthe wächst wie in einem Glase, aber auch die Blätter der rothen Rübe krümmen sich nach oben zu und wachsen mit. Es ist reizend, das intensive Blauroih, vermischt mit dem frischen Grün der sich entwickeln­den Hyacinthenblätter, zu betrachten, bis endlich sich die Hya­cinthe voll in ihrem Blüthenschmucke zeigt.

Künstlerische Verwendung von Seidenresten- Die Verwendung von kleinen Seidenresten, welche- nach bestimm­tem Muster über Pappe gespannt und mit Ueberwendlingstichen zusammengenäht werden, ist unter dem NamenSeidenmosaik" hinlänglich bekannt; viel effectvoller ist e», wenn man aus den seidenen Läppchen allerlei Figuren: Blumen, Palmen, Arabes­ken und dergleichen ausschneidet, sie auf einen Untergrund von schwarzer Seide, Atlas, Sammt oder Plüsch aufheftet und mit bunter Seide aufnäht. Man kann dazu gleichzeitig alle Reste von Stickseide, Chenille, Goldfedern u. s. w. verwenden. Reste von leichter Seide müssen mit Organdins oder Mull unterlegt werden, ehe man sie aufheftet, bei schwerer Seide ist dies un- nöthig. Man kann in dieser Art Sophakiffen, Stuhlbezüge oder auch Fenster- und Chaiselongue-Decken Herstellen. Zu ersteren ist ein Fond von Sammt oder Plüsch, zu letzteren Seide oder Satin merveilleux mehr anzurathen. Zum Zu­sammenstellen namentlich der größeren Stücke, wie Decken, ge-

Zum Teufel" kreischte Morland auf und stürzte an die Thür, an derer Klinke er zu rütteln begann.

Die Männer ließen ihn gewähren, der Detektiv hatte in- deß für alle Fälle feinen Revolver zum Vorschein gebracht, und rief Morland zu:

Geben Sie sich keine Mühe, Robert Morland. Erschweren Sie sich Ihre Lage nicht. Die Thatsachen sprechen zu klar gegen Sie."

Der Angeklagte wandte ihm sein Gesicht zu, aus dem alles Blut gewischn war. Dann aber, von einem plötzlichen Ge­danken belebt, griff er in die Tasche, und ehe ihn Jemand darin hindern konnte, stieß er sich das Messer in die Brust und fiel zu Boden.

Doctor Friedrich sprang ihm bei und brachte es nach einigen Minuter dahin, daß der Unglückliche die Augen aufschlug, und zu sprechen begann. .

Es ist gut so," sagte er,daß es zu Ende geht. Ich habe zu viel gelitten seit damals--"

Also gestehen Sie, Ottogar Wolski getödtet zu haben?" fragte Kllian.

Ich gestehe es ich bin kein Feigling. Ich habe es gethan. Wolski war selbst Schuld daran. Er zeigte mir damals den Trauschein und erzählte mir, welchen Werth dieser habe. Er war berauscht. Schwer berauscht. In mir ent­standen wunderliche Gedanken. Wäre ich im Besitze dieses Papiers alle Roth hätte ein Ende, dachte ich. Dann hat er das Restaurant verlassen, und ich zog seinen vergessenen Ueberzieher an und folgte ihm. Bei der Votivkirche blieb er stehen. Bald darauf kam Herr Jvanyi, der aber bald wieder ging an mir, der im Schatten stand, vorüber. Jetzt lief ich hin uud half Wolski in den Wagen. Er hielt mich für Jvanyi und ich nun fand ich es für vortheilhaft, ihn bei diesem Glauben zu lassen. Aber ich beschwöre es, ich hatte damals nicht die Absicht, Wolski zu töten, ich wollte ihm nur die Dokumente entreißen. Aber er wehrte sich verzweifelt. Da plitzte mir der Gedanke durch den Kopf, daß sich in der Tasche von Wolski's Ueberzieher, den ich an hatte, Chloroform befinde. Ich riß das Fläschen heraus und goß seinen Inhalt auf Wolski'» Taschentuch . . . Noch einmal versuchte ich, mich der Papiere zu bemächtigen. Da begann er zu schreien und ich, sinnlos vor Gier steckte ihm das Tuch in den Mund.----Darauf trat Ruhe ein. Ich nahm die

Papiere--. In der Liechtensteinstraße stieg ich aus und

nahm einen anderen Fiaker, der gegen die Stavt fuhr. So kam ich in die Heugasse. Dort stieg ich aus, legte deu Rock ab und nahm ihn über den Arm. Ich ging gegen die Stadt zurück, in die Anlagen, warf den Rock in ein Gebüsch des städtischen Reservegartens. Dann ging ich nach Hause.

Noch einmal schwöre ich es, Ich hielt Wolski für be­wußtlos erst aus den Zeitungen erfuhr ich seinen

Er hielt inne und schloß die Augen. Eine tiefe Schwäche war über ihn gekommen. Jvanyi entfernte sich, um einen Wagen zu besorgen. Dann wurde der Verwundete hinabge­tragen und in's Landesgericht geführt.

Einige Stunden nach seinem Verhör, in welchem er mit dem Ausdruck einer tiefen Reue alle seine Mittheilungen wieder­holte, schied er aus dem Leben.

XXXIII.

Die Zeitungen brachten die sensationelle Nachricht vom Tode Robert Morlands, des Urhebers jenes geheimnisvollen Verbrechens vom 27. Mai. Die wahren Beweggründe dieses Mordes sind nie besannt geworden, da Alle, die sie kannten, das tiefste Stillschweigen darüber bewahren. Man nahm an, daß die Veranlassung ein Streit zwischen Wolski und Morland gewesen.

Desider Jvanyi kam nach reiflicher Ueberlegung mit Doctor Mark überein, daß derrothen Sali" das Geheimmiß ihrer Eltern nicht entdeckt werde, zumal diese Entdeckung ganz zwecklos gewesen wäre, da Weber seine Tochter Margarethe ausdrücklich zu seiner Erbin bestimmt hatte. Man sicherte ihr ein reichliches