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Gemeinnütziges.
Die Kinder gurgeln lasten. Morgens und Abends [affe man die Kinder mit klarem kalten Wasser gurgeln und sie im Winter vor dem Hinausgehen einige Schlucke kaltes Wasser trinken, nie heißen Kaffee oder dergleichen Erwärmungsmittel, die, vor dem Hinausgehen genossen, sehr schädlich wirken.
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Eine der anspruchslosesten Zimmerpflanzen, deren Pflege auch der Unerfahrenste übernehmen kann, ist die sogenannte Plegtogyne (Aspidistra datier) und ihre noch schönere buntblätterige Abart. Mit jedem Plätzchen im Zimmer nimmt sie vorlieb und Ataub, Dunkelheit, Trockenheit oder Nässe schaden ihr wenig, um so dankbarer aber ist sie für aufmerksame Pflege. Es empfiehlt sich, sie alle 2—3 Jahre umzupflanzen und zwar in sandiger, mit etwa« Lehm vermischter Heideerde.
Ungeziefer bei Vögeln zu verhüten. Verschiedene meiner Vögel (Kanarien und Finken) hatten Ungeziefer. Ich habe die Käfige, welche letzteres an und in sich bargen, mit kochendem Wasser überbrüht und die Käfige — im Winter — sodann in Schnee gesteckt, demnächst aber die Vögel in die Käfige gesetzt. Das Ungeziefer war jedoch nicht ganz beseitigt. Ich nahm nun die Vögel aus den Käfigen wieder heraus, nabm einen kleinen Pinsel, tauchte diesen in Petroleum und bestrich damit tüchtig die Käfige. Das Petroleum an den Käfigen verflüchtigte sich, die Vögel litten dadurch nicht im mindesten Schaden und es zeigte sich fortan weder an den Käfigen noch an den Vögeln wieder Ungeziefer.
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Eine zweckmäßige Art, geräucherten Schinken «rufzubewahren. Man schneidet reines trockenes Heu in fingerlange Theile, polstert neue baumwollene Säcke damit aus und packt die Schinken recht fest in der Weife ein, daß sie auf allen Seiten gleichmäßig von dem Heu umgeben sind. Die Säcke hängt man dann an trockenen Orten auf. Die Schinken halten sich auf diese Weise mehrere Jahre lang, ohne an Güte oder Schmackhaftigkeit einzubüßen.
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Gebackener Fisch nach brafilianischer Methode. In einem Stiche Butter röstet man einen Theelöffel fein geschnittene Zwiebeln, brät darin den sauber geputzten Fisch auf beiden Seiten schön braun, fügt zu der Butter 4 Eßlöffel Rahm, etwa 10 Gramm Liebigs Fleischextrakt sowie eine Messerspitze Paprika, läßt Alles auskochen und gießt beim Anrichten die Sauce über den Fisch. In Brasilien verwendet man hierbei stets so viel Paprtkapfeffer, daß der Geschmack desselben scharf hervortritt.
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Saure Eier mit Kartoffelmus. Zehn Eier werden in kaltem Wasser aufgesetzt und hart gekocht. Um 15 Pfg. fetter Speck wird in kleine Würfel geschnitten und in einem Tiegel gelbbraun gebraten, 3-4 Eßlöffel voll Weizenmehl und Psd. gelber Farinzucker zum gebratenen Speck gethan und mit diesem durchgebraten. Hierauf thut man XU Liter kochendes Wasser mit 4—5 Eßlöffel voll schwachen Essig, ein Lorbeerblatt, 3—4 Gewürznelken, ein wenig ganzen Pfeffer, englisch Gewürz und Salz dazu und läßt es zusammen durch» kochen. In diese Sauce bringt man die aus der Schale ge» lösten Eier und giebt sie mit dem in süßer Milch zubereiteten Kartoffelmus auf.
Kartoffelbrei. Weiße Kartoffeln werden geschält, in Würfel geschnitten und noch durch einige Wasser gewaschen, dann werden sie in wenig Salzwaffer gekocht, zum Ablaufen auf ein Sieb geschüttet und dann durchgetrieben. In einer irdenen Schüssel stellt man dann den Brei auf einen Topf
heißes Wasser, verrührt ihn mit einem Stück Butter, gießt so viel als nöthig heiße Milch daran und schlägt ihn mit dem Schneebesen bis er heiß und schaumig ist.
Eingesetzte Milchwecken mit Zwetschenmus. 12 Stück altes mürbes (Milch)-Brot werden mit dem Messer eingeschnitten, (nicht durchgeschnitten), mit Milch begossen und leicht weichen gelassen, in jeden Schnitt ein messerrückendicker Scheibchen Butter gelegt, schön nebeneinander in eine Bratform gereiht, mit 4 Eiern, die in Ve Liter Milch gequirlt sind, übergossen, mit Zucker bestreut und schön goldgelb gebacken. Ein Pfund trockene Zwetschen mit Wasser weich gekocht, etwas Zucker und Zimmt dazu, die Kerne werden ausgelöst, und das Zwetschenmus mit Citronenschale Jein gewiegt und verrührt.
Erbsen schnell weich* zu kochen Man weicht die Erbsen am Abend vorher ein, setzt sie in kaltem Wasser ans Feuer, und sucht sie möglichst schnell zum Kochen zu bringen. Unter gelindem Feuer bleiben sie hart.
Vermischtes.
Vom Kasernenhof. Feldwebel: „Kerl, Du machst ja ein Maul hin, wie ein Naturforscher, der an einem Mammuths- knochen nagt!"--Unteroffizier zum Einjährigen vr. Müller:
„Gar nichts verstehen Sie, ein Dickschädel sind Sie vor lauter Gelehrsamkeit. Ist das wahr, daß Sie schon zwei Bücher geschrieben haben, wie?" — Einjähriger: „Nein, nur eins." — Unteroffizier: „Das wollte ich Ihnen aber auch gerathen haben!"
Erkennungszeichen. *„Na, kleine Hedwig, ist denn Dein Brüderchen schon wieder gesund?" — „Ja, ich glaube, denn heut' hat er schon Prügel bekommen!"
Fatale Einrichtung* Hausfrau (zu dem neuen Zimmerherrn): „. . . Hier haben Sie also die Schlüssel: dieser große ist für die Haustbür, der mittlere für den Corridor, und der kleine ist der Zimmerschlüssel!" - Zimmerherr (ent- setzt): „Drei Schlüssel 11 Da brauch' ich ja immer, wenn ich von der Kneipe Heimkehr', eine Stunde, bis ich in mein Zimmer komm'!"
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Summarisch. „ Während der Versammlung der Actionäre ging mein Pferd, meine Frau, mein Kassirer und mein Antrag durch."
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Aus der Schule geplaudert. Lehrer (beim Unterricht in der Naturgeschichte): „Wer von Euch kann mir ein Beispiel von der Falschheit der Katze sagen?" — Der Heine Thomas (Söhnchen eines Wirthes): „Sie giebt sich gerne jur — Hasenbraten aus!" * ,
Schlagfertig. Principal: „Müller, wie können Sie sich untersteh'n zu pfeifen hier im Comptoir?" — Commis: „Nu, was wollen Sie mir geben deßhalb einen Verweis? I . • • Sind Sie froh, daß ich bin so vergnügt — bei der miserablen Bezahlung!"
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Die Hauptsache. „Was lassen Sie Ihren Sohn werden?" - „Violinvirtuose!" - „Welchen Lehrer haben Sie denn?" — „So weit sind wir noch nicht — wir lassen ihm erst das Haar lang wachsen!"
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Populäre Botanik. Dorfschullehrer: „Was für Schwammerln giebt es bei uns?" — Sepp: „Schwammerln mit und ohne Knödel!"
Redaction: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen.
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