fiel
daß sind
iinb sollt' ich einst sterben, l der Zunge: „Gebt mir die Loni, ich lieb' sie mehr als mein
In ein Faß thut mich ’nem, I Leben!" — da fiel es ihm aber ein, daß es unedel wäre, jetzt
mit dieser Bitte dem Bauer zu nahen. Josef schwieg daher H°ldr?oho, holdrioho, ‘ und ging. Aber das wußte er auch, eine solche Gelegenheit
Holdrioduaduaduado I" kam wohl Nicht wieder.
. . , , Ä . r , I Josef behielt eine bevorzugte Stellung im Hause des
Dann ward da« letzte Heu angebracht, es wurde geackert Bauern, aber weiter kam's nicht.
und gesät und als es anfing, zu reifen, kehrten auch die Rm* Mit nächstem Frühjahr zogen die Rinder wieder auf die
der mit ihrem Glockengeläute zurück von der Alm auf den unb ble Feldarbeit mehrte sich. Josef war nun am Tage
Rosenhof, um den warmen Stall aufzusuchen. selten im Rosenhof und nur sein gutes Mütterchen konnte ihn
Josef hatte während de« Herbste« für zwei gearbeitet und noch trösten.
der Bauer hatte Alle« gesehen. Ging er doch schon wieder I ni.
mit dem Arm in der Binde umher und controllirte die Leute. I . .
Er liebte Josef, lobte ihn vpr allen Leuten und schenkte ihm ZU wt-
zum heiligen Christfeste eine schone Uhr mit goldener Kette und I schlagen,
eine hübsche Pfeife. Dennoch hatte Josef noch nicht den Muth, I Schmilzt das Glück, und Jeder muß entsagen,
um Loni« Hand anzuhalten. Da« Mädel warnte ihn selbst I Diäten,
davor, selbst die Bäuerin meinte, e« sei noch nicht Zeit dafür, Die milden Mailüste wehten lind durch die Berge, und denn der Bauer habe einen gar harten Kopf. Ganz derselben I ganz Schwengau war bi« auf wenige Kranke und Greise hinaus« Meinung war Josefs Mutter. So verging der Winter, der I gezogen in das Schwengauer Gehege, wo das Maifest gefeiert lange, freudenlose; man hatte viel freie Zeit, und Joses und I ward, dessen Glanzpunkt im Scheibenschießen bestand. Da Loni sahen sich öfter, ihre Liebe wuchs und Josef beschloß I waren unter den mächtigen Buchen und Eichen Zelte errichtet, schließlich, sobald es paffe, bei dem Bauern um Loni abzuhalten. I in denen man schäumendes Bier und Wein genug verschenkte Wenn aber sonst keine Gelegenheit war, so sprachen sich die I und die Lieblingsspeisen der Gebirgsbewohner verabreichte. Liebenden bei Josefs Mutter im kleinen Tagelöhnerhäuschen, In einer Lichtung war die Schießbahn angelegt, an deren wo es stets sauber und freundlich aussah. Auch wußte die I Ende die schwarze Scheibe mit dem weißen Pappdeckel, auf den alte Frau die jungen Leute durch ihren Rath in klugen Schran« I heute Alle rechnen, stand Heute hatte Bauer und Bursche keu zu halten und au« dem engen Häuschen eine Stätte des I den Federstutz vom Spielhahn oder Adler am Hut, dm nie Glück» zu machen, worin die Zufriedenheit wohnte- I fehlenden Stutzen auf dem Rücken und die Frohlust in Herz
Ganz Schwengau lag am Berge, der Rosenhof aber war I und Augen.
stattlich recht tief in einen Bergwinkel hineingebaut. Da stand Auch der Rosenbauer war mit seiner Frau, der Loni,
vorn das geräumige, im Schweizerstyl gebaute Wohnhaus mit I dem Toni und in Josefs Begleitung auf dem Maifeste erfchie«
Gallerie und Giebelstube, beschützt von einer riesigen Hainbuche, nett. Sie traten in ein Zelt, setzten sich und thaten sich am
dahinter die Scheune, neben dieser die Kelter und dahinter der I Weine gütlich; dann machte der Rosenbauer einen Rundgang,
lange, saubere Kuhstall. Sämmtliche Gebäude standen in einem I „Wie sie den Josef immer mit sich schleppen, Herr und länglichen Viereck, das den geräumigen, sauberen Wirthschaftr« Knecht zusammen; er soll gewiß die Loni heirathen.
Hof einschloß. So zischelten einige böse Zungen, denen nur wohl war,
Loni faß eines Tages an einem Fenster der Hinterstube I wenn sie ihren lieben Nächsten ordentlich durchhecheln konnten.
bei einer Näharbeit, Josef aber stand auf dem Hofe und schaute I Gegenüber aber saß der Stadelbauer mit seiner Familie.
zu ihr in'» Fenster hinein. | „Na, Martin," rief dieser, der sich in letzterer Zeit viel.
Auf einmal entstand Lärm. Ein Knecht hatte den Kuh« I ja auffallend viel im Rosenhof zu schaffen gemacht hatte, „hast
stall offen gelassen und der wilde Stier die Gelegenheit benutzt, I Dir wohl den Schwiegersohn gleich mitgebracht?" au» seinem Behältniß auszubrechen. Es war ein böses Thier, I „Was meinst Du mit Deinen Sticheleien?" antwortete weit und breit bekannt, denn schon einmal hatte es auf der I der Rosenbauer ärgerlich.
Alm einen sorglosen Wanderer, der ein rothes Tuch getragen, „Ich? — Ich rede nur, was der ganze Ort sagt,
fast zu Tode gestoßen. Hier auf dem Hofe hätte der Stier I Josef Dein Schwiegersohn wird."
keinen großen Schaden thun können, wenn nicht der kleine Toni I „Hoho!" meinte darauf der Rosenbauer. „Dabei
um die Ecke und gerade auf Josef zugekommen wäre, damit I wir doch auch erst noch zu fragen!"
ihm dieser seine Windmühle reparire- Zum Unglück trug der I „Also nicht? Desto besser für Dich."
Knabe gerade ein rothes Halstuch, eine Farbe, die den jäh« I „Um meine Tochter braucht sich Keiner zu sorgen,
zornigen Stier rasend machte. Wüthend ging er auf das Kind I hierauf der Nosenbauer stolz ein, „die bekommt mit ihrem lo«, das die Gefahr kaum ahnte. I Batzen schon einen Mann ganz ohne Euer Geplatsch."
Kaum sah aber Josef, welche Gefahr drohte und daß das I Er drehte sich um und ging. Dabei sah er gerade aus Thier gesenkten Kopfes nur noch drei Schritte von Toni ent* I Loni und Josef, wie sie vergnügt und vertraulich miteinander feint war, so sprang er hinzu, packte den wüthenden Stier bei I sprachen, und brummte einen Fluch in den Bart- den Hörnern und fing mit ihm zu ringen an. Loni schrie I „Er hat zwar Dir und Deinem Sohne das Leben ge* laut auf, worauf der Bauer erschien, Toni durch die nächste I rettet," dachte er, „und meine Handlung scheint wohl Undank* Thür in’» Hau» schob und dann Josef, der bereits aus meh« I har, aber er muß doch fort vom Hofe."
reren Wunden blutete, zu Hilfe sprang. Fast hatte Josef da» I Und des Rosenbauers finstere» Gesicht erhellte sich an wüthende Thier allein gebändigt, mit de» Bauern Hilfe geschah I diesem Tage nicht mehr. .
e» ganz und dann wurde er an die schwere eiserne Kette I Auch die Forstbeamten der ganzen Umgegend waren aus gelegt. I dem Feste zahlreich vertreten, denn sie glaubten nach ihrer Art
„Golt sei Dank, daß wir den Stier noch rechtzeitig ge* I immer noch an der Scheibe den Bauern gegenüber da» Privi*
bändigt haben," keuchte der Bauer. „Bist Du stark verwun* I legium zu haben- Jakob Pfilzer, der Oberjäger, kannte Martin
bet, Josef?" I Straffer, den Rosenbauer, sehr wohl. Jetzt näherte er sich
„6in paar Schrammen, sonst nicht», Bauer!" j diesem und meinte leise: „Letzthin hatte ich Euch doch gesteul,
„Wie soll ich Dir’» vergelten, Josef! Fast scheint'«, als Rosenbauer. Gebt Acht, da» nächste Mal gebt Ihr den Stutzen sollten wir Dir Alle da« Leben danken. Meinen herzigen I ab oder Ihr habt ein halb Loth Blei aus meinem Rohr tm Toni, meinen Hoferben, hast Du heut' vor'm sicheren Tode I Leib!" ,
bewahrt. Da«, Joses, werde ich Dir nie vergeffen! Fordere Martin Straffer lachte und erwiderte: „Die Nürnberger Alle» von mir, ich geb' Dir'»!" hängen nicht eher Einen, als bis - sie ihn haben!
Da brannte es Josef im Herzen; schon hatte er es auf I „Seid nicht zu sicher!" entgegnete der Jäger drohend.


