"Nun, wir wollen hoffen, daß der Unfall nicht schlimm S'u Einte Ernst Pohlmann, „Herr Rustan gilt als guter Reiter. Freilich kann man trotzdem von einem scheuen P erde abgeworfen werden und Schaden nehmen. Aber hoffen wir ! das Beste! Eine trübe Stimmung paßt nicht für unseren heutigen Freudentag. Wir wollen jetzt ein wenig in den Garten gehen, den Sie ohnedies noch nicht kennen, lieber Professor. Auch habe ich bereits unserem Diener gesagt, nach dem Pavillon einige Erfrischungen und eine Flasche Sekt zu bringen. Bitte, Carola, das verlobte Paar hat heute die Ehre des Vortritts. Dein Bräutigam weiß auch noch nicht den Weg nach unserem Garten über die Hintere Freitreppe. Die Mutter und ich folgen."
Bald wandelten in den sauberen Wegen des in der Pracht des Lenzes so entzückenden Gartens vier glückliche Menschen, Carola am Arme ihres Verlobten und Frau Director Pohl- mann am Arme des Sohnes, auf und ab und freuten sich nicht minder über die blühenden Blumen und Bäume, als über das eigene Herzensglück.
„Noch einmal dürfen wir aber nun doch nicht an diesem einladenden Pavillon vorbeigehen," meinte dann scherzhaft Frau fDirector Pohlmann und vertrat den Verlobten den Weg, welche in ihrem Glücke die ganze Welt um sich herum sammt den wiederholten Einladungen zum zweiten Frühstück im Pavillon vergessen zu haben schienen.
Nun traten sie ein, und Ernst Pohlmann trank als Ver- treter des Vaters das erste Glas Sekt auf das Wohl der Verlobten, worauf Professor Galen mit einem herzlichen Trink- fpruche auf die Eltern seiner Braut und seinen lieben Freund und Schwager, den Referendar, antwortete.
Dann schritt Galen an Ernst heran, gab ihm den Bruderkuß und sagte: „Dir, mein lieber Ernst, haben wir, wenn ich es mir so recht überlege, doch unser ganzes Glück zu danken, denn wenn Du nicht mein Freund wärest, so wäre ich auch nicht in Euer Haus gekommen und hätte noch keine Braut."
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verständlich an, daß Rustan durch einen verhängnißvollen ersten Kusse in seine Arme. 6 U£ f b
Sturz von seinem scheu gewordenen Pferde um's Leben ge- | Einige Augenblicke blieb das neu verlobt- atm« f°m!«en war, daß Niemand auch im Entferntesten daran dachte, I um sich in seinem wonnigen Glücke zu finden und das er»- nach einer anderen Todesursache an der Leiche zu forschen. vertrauliche „Du" auszLschen 8 h Unb bftä erfie
* * * | Dann traten die Frau Director Pohlmann und auch Ernst
®arolas werben, ttt die Pohlmann'sche I Gast, Herr Schwiegersohn," bemerkte dann Rrau Boblmann sn6t^ 6r stiwmtliche Bewohner derselben, I „Ich hoffe auch, daß nun mein Mann bald zurückkehren und Ausnahme des abwesenden Hausherrn, die Sonne des I an unserer großen Freuds theilnehmen wird" $
Glückes glänzend auf. Mit dem rhm eigenen und doch so sehr I „Ich würbe mich allerdings fefir freuen' amb «nm
Ä sr dringenden milden Lächeln empfing der Referendar I Director bald die Bestätigung unseres Glückes zu hören" saate Ernst Pohlmann beretts an der Thüre des Hauses den vsr- Professor Galen, „denn bei"unserem Verlobunasfeste darf ehrten und geliebten Freund und geleitete denselben in den Carolas Vater nicht fehlen." 3 r bctrf
lr°pefn Gßsalon, wo der Professor von Frau Pohlmann und i „Ich sandte einen Boten in Director Rustans Laus um
Kv,beC: ^b"^E^igsten Weise empfangen wurde. I nähere Erkundigungen über den Unglücksfall einzuWen' und . Schdn wie eine Mairoft und doch so bescheiden und keusch I meinem Mann sagen zu lassen, daß er bald nach Hause kommt wie em stilles Veilchen stand Carola vor dem stattlichen Freier, I denn er wird wohl bei Rustans sein oder doch dahin kommen' der ferne dunklen Augen tief in die blauen Augensterne des I um die Familie zu trösten, falls Herrn Rustan ein ernstlicher jungen Mädchens senkte, als wollte er sich nochmals seines I Unfall betroffen hat. Es ist recht bedauerlich daß gernde
verrathenden Aufblick derselben überzeugte den Professor Galen auf's Neue, daß er geliebt wurde, innig geliebt von Carola Pohlmann, und sein eigenes Herz verkündete ihm jubelnd, daß er die Rechte gefunden hatte.
„Mein Mann läßt sich bestens entschuldigen, daß er zu seinem großen Bedauern verhindert ist, Sie jetzt nicht selbst empfangen zu können," sagte nach der Begrüßung Frau Director Pohlmann in der verbindlichsten Form zu dem Professor.
Ein Schatten des Unmuthes, ja, der Enttäuschung schien bei dleser Mrttheilung allerdings über das Antlitz Galens zu gleiten, denn sein Herz begehrte jetzt stürmisch nach Vollendung des Glückes, welches nur das Jawort des Vaters zu Galens Werbung geben konnte.
Die wettkluge Frau Director Pohlmann merkte aber sofort den kritischen Augenblick für die bevorstehende Werbung Galens und sagte alsbald mit herzlichster Freundlichkeit: „Ich bitte, kein Mißverständniß aufkommen zu lassen, Herr Pro- sesjor. Sie sind meinem Manne und mir sehr willkommen und nur ein unerwarteter Unglücksfall, welcher Herrn Bank- oirector Rustan, den Collegen meines Mannes, heute Morgen bei einem Spazierritte wahrscheinlich betroffen hat, verhindert zu unserem und meines Mannes großen Bedauern, daß er Sie jetzt so gern empfängt, wie ich es thue. Betrachten Sie mich ganz und gar als die Stellvertreterin meines Mannes, er wird auch sicherlich bald eintreffen und Ihnen dann von 911168 das bestätigen, was ich Ihnen gesagt habe und noch sagen werde."
.Und so darf ich mir erlauben, darf ich es wagen, gnä- M Frau, bei Ihnen und Ihrem Herrn Gemahl um die Hand Fräulein Tochter zu werben, darf Sie herzlich bitten, nur Ihre Fräulein Tochter anzuvertrauen für's ganze Leben ?" «rüg letzt der Professor in seiner liebenswürdigen Weise und E und fest ruhten seine schönen, treuherzigen Augen auf dem Antlitz der Mutter der Geliebten.
»Mein Mann und ich willigen von Herzen gern in die I


