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vor
ver-
Sckweinebirten m verhaften und vorzusühren. Eine ungeheuere j maulfertige Dirne!" antwortete der Schweinehirt; «an mir E?X"iZ ä<* als be? Wtet » nicht liege«, wem Du Wen »eg m-nd-lst, mit dem Schweinehirten durch die Straße gen Bingenheim I den ich heute zurücklegen muß. Weibsbilder wie Du kennen zog. Die Leute standen an den Thoren, schauten zu den | den Weg zum Blocksberge bester, als rott Männer, denn Ihr
Fenstern heraus und blickten über die Gartenzäune; die Auf- seid uns stets um eine Wegsstunde voraus, vergiß es nicht,
geregtesten, sowie eine große Anzahl Kinder liefen gar ein I Die Dirne erschrak und machte stch eilig davon.
Stück hinterdrein. I Der Büttel brachte seinen Gefangenen in den Schloßthurm
„Habt Ihr den Teufelsspielmann und Trummelschläger nach Bingenheim, gab ihm etwas Stroh zum Lager, ein Stück endlich!" ries es von der einen Seite- I Brod, einen Krug Master, schloß die Kette, womit der Schweine-
„Warum fährt er denn heute nicht in seiner Hexenkutsche!! Hirt gefestelt war, an die Mauer, verwahrte die schweren, Das Laufen ist doch nicht sein' Sach', wenn's zu Hexentänzen eisernen Thurmthüren auf das Sorgfältigste und lieferte geht!« , I sämmtliche Schlüffe! an den Burggrafen Justus Keip ab.
„Heute gibt's 'nen heißen Tag, Vetter, hat die Fried- I Tags darauf begann Has Verhör:
berget Hex' neulich gerufen, als ste verbrannt worden ist! Coram Comissario et Deputatis.
. S'm« MlerVta“« eher Dem Befangenen würben He fdjriW« Belennlnisie
ÄrÄ« Ä„k^"nn^^-r^Geisbock in einem teufslifchen der Schultheißen und Gerichtsschöffen und indicia ordentlich
e sÄu KnN »in nut veranüalich Ding I vorgehalten, er erklärte aber Alles für Lügen, niemals habe
Abendmahls Een könntest. Soll ■ ß „ 3 ö . bem I er hexen können, sonst würde er gleich dazu thun, daß er aus
r rtn^ha^sAinrenfiehner^eib^ im^Stükel und auf diesen Ketten und diesem Elende herauskäme. Nachdem nichts Breulerkopf, auf dlngenheimer W , ^»iaeroobnt aus dem Schweinehirten in Güte herauszubringen war, ließ
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an^der^linke/Hand und dem linken Fuße gefeffelt war, daß der Mangene wurde in's ^st^niß zmkückvnbracht. er nicht entrinnen könne, drei Männer aus Bingenheim ent- I Des Nachmittags wurde das Verhör fortgesetzt und zur gsgem Sie blieben stehen und lachten laut, als sie den ge- peinlichen Frage geschritten. Die Marterstube befand sich auf
feffelten Schweinehirten sahen und fingen auch an zu spotten, dem Rathhause zu Bingenheim. Man gelangte durch einen
' „Bleib' doch stehen, Büttel," sagte Johann Gottwaltz, verschlossenen Gang von der Straße nach dem Locale. Es sind „daß wir uns Deinen Teufelsbraten noch einmal betrachten doppelte Thüren angebracht, damit kein Schmerzenslaut der können ehe er hingethan wird, reif dazu ist er schon längst." Gemarterten nach außen dringen konnte. In der Mitte des
Die beiden Anderen, Johann Fauerbacher und Hennrich Raumes befindet sich eine Fottermaschme; nebenan sind die
Reul, stimmten bei und der erstere sagte: „Ei ja, rothe Haar übrigen Marterwerkzeuge: die Daumenstöcke, der spanische Bock, und Erlenholz wachsen auf keinem guten Grund." Der An- I der gespickte Hase u. a. m. aufgereiht. Peitschen und Hasel- dere Hennrich Reul fügte hinzu: „Was wird sich Meister I ruthen liegen umher. Vor der Martermafchine steht eine er- Urian den schwarzen Federbusch strack stellen, so er den fleischt- I höhte Bank für die Richter; davon zur Rechten eine Bank für gen rothen Säuhirt in die Höllenküche bekommt. Er kann den Schreiber. Hinter dem Gerichtspersonale ist ein Crucifix ihn'ausbraten und die Thorangeln der Küche wochenlang mit I angebracht. Links an der Wand stehen Stühle für den Henker rtitanplftfienem Rette schmieren daß sie nicht kreischen." I und seine Knechte. An der einen Wand ist ein Luftzug an« g Wieherndes Gelächter folgte diesen greulichen Spöttereien. I gebracht, damit der Rauch von Wachholder, welcher während
Der Schweinehirt war todtenbleich geworden, die Kette klirrte, der Execution verbrannt wird, abziehen kann.
denn der Gefesselte zitterte am ganzen Leibe. Er ballte die Der Richter hielt dem Gefangenen die Aussagen und Be- rechte, ungefeffelte Faust und streckte sie gegen die Spötter aus, richte, welche gegen ihn zeugten, noch einmal umständlich indem er rief: „Ihr seid das wahre Otterngezüchte, die größten und wies ihm nach daß er darnach unmöglich unschuldig lern Teufelsbraten in der Gegend. Man hat mir vorgeworfen, ich könne. Darum möchte er lieber die Wahrheit sagen, als sich habe des Landgrafen Kind verzaubert und gemordet. Wenn I die Strafe verschärfen, die Folter würde ihn doch zum ich brennen muß, sollt Ihr an Eurem eigenen Fleisch und ständniffe bringen.
Blut gewahren, was es heißt, einen unschuldigen Gefangenen „Die Folt^ kann meine UnMld nicht in Schuld aus seinem Gange zum Verderben zu verhöhnen und zu ver- wandeln, Herr Richter ! rief der Gefangene. „Ich habe nichts svotten" I zu gestehen und also kann ich nichts gestehen.
Die Spötter wichen zurück, es kam ste ein Entsetzen an, Da wurde der Scharfrichter herbeigerufen; er zeigte dem als sie diese Worte hörten und die bleichen, verzerrten Gesichts- Hirten die Folterwerkzeuge, zog ihm das Folterhemd an, reoei züge des Gefesselten erblickten. ihm scharf zu und warnte vor der nun folgenden Tortur. Der
„Komm' weiter, Schweinehirt!" sprach der Büttel, „last' Richter las dem Gefangenen noch einmal die einzelnen Anklage' diesen Spöttern ihren Spaß; heißt es nicht: heute mir, mor- punkte vor, ein Geständniß erfolgte nicht. - Hiermi war der
gen Dir. Wenn das Brennen jetzt los geht, steht keines Men- erste Grad der Tortur überschritten, Caspari befahl, zum
scheu Kovf mehr fest." zweiten überzugehen.
„Das ist ein Wort, Büttel, was gelten foll, traun! ich Der Gefangene wurde angebunden, man legte ihm me
werde mein Theil dazu beitragen, daß es Wahrheit wird. Die Daumenstöcke und Beinschrauben an und schraubte zu. Wiever
Dummköpfe kommen sonst am weitesten und die Klugen werden wurde er über die Anklagepunkte gefragt, doch energisch wies
als Hexenmeister verbrannt oder doch angefeindet, weil sie über der Gefolterte ein Geständniß zurück.
bi« Mm« hinweg (elfen. Bei b« SesengerWen hilft aber „Mit mii nicht mit weiter« M°rl--«. S-rr »chi-r l auch die Dummheit nicht, das wird Mancher gewahr werden." stöhnte der Hirte. „Aus nichts kommt nichts. Damit Byr
Als der Büttel mit seinem Gefangenen an den Weg kam, Euren Willen habt, will ich „ja" sagen zu Allem, war Ihr
wo der Pfad aus dem Walde von Geiß-Nidda herführt, traf mir vorhaltet, nur nehmt es auf Euer Gewiflen, daß Ihr einen Anna Heuserin aus letzterem Orte mit den Beiden zusammen. Unschuldigen hingerichiet habet-" .
ES wa? eine etwas leichtsinnige Dirne von 18 Jahren. Als kein Geständniß erfolgte, befahl der, Richt r schärf r
„Meiner Treu! Es ist der Schweinehirt von Bister, den voran zu gehen. Dem Gefangenen wurde em Knebel n oen
der Büttel da am Bändel hat," rief die Dirne lachend. „Gute Mund gesteckt und die Daumen- und Beinschrauben ünfma
Verrichtungen und kommt bald wieder!" versetzt und zugeschraubt. In diesem Zustande verblieb ver
„Wirst Deine Frechheit theuer zu bezahlen haben, Du I Gemarterte eine halbe Stunde- Keine Thräne vergoß er un


