Ausgabe 
5.4.1894
 
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Iss

hat mich gestraft ja, verworfen, ausgeftoßenl Ich ich bin verflucht!"

Und dann stolperte er zur Thür hinaus, dis Anderen

lachten noch hinterher. (Fortsetzung folgt.)

GeMsrnnAtziges.

Zur gründlichen Beseitigung von Unkraut und Gras auf Gartenwegen und Pflaster mische man 50 bis 60 Liter Wasser mit 20 Pfund ungelöschtem Kalk und 2 Pfund Schwefel, lasse aufbrausen und gieße damit die Wege rc.

Zur Vertilgung des Unkrautes. Es kann nicht oft genug erwähnt werden, daß viele Unkräuter auf das Cultur- land durch den Stallmist, Abtrittsmist und Kompost gebracht werden. Um diese Verunkrautung wesentlich zu beschränken, gehört vor Allem dazu, daß man die Unkrautpflanzen erst dann zur Düngung verwendet, wenn die Keimkraft sowohl der Samen wie der Wurzeln vollständig vernichtet ist.

Kienrutz als Rosendünger. Man hängt einige Tage hindurch einen alten, mit Kienruß gefüllten Sack in einen Bottich Wasser und sobald dasselbe die Färbung des Port­weines angenommen hat, begießt man damit die Rosenstöcke. Dieses billige Düngungsverfahren, wodurch die schönsten Er­folge erzielt werden, ist bestens zu empfehlen.

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Der Durchsall des Bogels in der Gefangenschaft. Der Durchfall, eine in der Gefangenschaft der Vögel theilweise auftretende Krankheit, welche gewöhnlich auf unpassendes Futter zurückgesührt werden kann, rafft viele davon betroffene Thiere in kurzer Zeit dahin. Die Merkmale für diese Krankheit stnd folgende: Der Vogel sitzt einestheils stille auf einem Zweige seines Bauers, sträubt das Gefieder des ganzen Körpers und in kurzen Zwischenräumen läßt er eine wasserhelle, zum Theil auch wohl etwas weiße, wässerige Lösung fallen. Andere Vögel sitzen wieder stets am Futternapfe, fressen jedoch wenig und streuen das meiste Futter auf den Boden des Käfig». Falls diese Zeichen austreten, und das ist am öftersten der Fall, so ist es geboten, das davon befallene Thier sogleich aus dem Käfig zu nehmen und den After zu besichtigen. Sind hier die Federn durch den wässerig-klebrigen Abgang der Lösung zusammengeklebt oder zeigen sich Merkmale dazu, so sind dieselben mit einer scharfen Scheere vorsichtig abzuschneiden und der After mit reinem guten Oele etnzureiben. Gut ist dann das Mittel, dem Vogel dar Trinkwasser und den Bade­napf unverzüglich zu entziehen und dem Thiere Mohn zu geben- Oft wird der Patient dadurch gerettet. Als bestes und sicherstes Mittel aber wird folgendes empfohlen: Ein Stückchen Muskatnuß wird auf einer Reibe zu Pulver ge­rieben und mit abgekochtem Wasser eingegeben. Zu diesem Zwecke füllt man einen Trinknapf mit Wasser und schüttet so viel Pulver von der Muskatnuß hinein, bis der obere Theil des Wassers mit demselben bedeckt ist. Run gibt man dem Vogel in Zwischenräumen von fünf zu fünf Minuten einen Federkiel voll dieses oben schwimmenden Pulvers mit etwas Wasser ein. Rach drei- bis viermaliger Anwendung dieses Mittels ist der Vogel wieder gesund. Bemerkt sei noch, daß man ja nicht versäumen darf, den After eines so erkrankten Vogels noch nach längerer Zeit nachzusehen, ob nicht etwa die Federn des Afters zusammengeklebt sind und auf diese Weise dem Thierchen die Lösung unmöglich machen.

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Lachtauben füttert man mit Hirse, Kanariensamen, dazu ein wenig Hanf, auch Weizen, Roggen, selbst Buchweizen, Linsen, Wicken u. a. Zuweilen auch ein wenig Mohnsamen, dann ferner vom zeitigen Frühjahr bis zum Spätherbst etwas

| Grünkraut, besonders Vogelmiere und zur Äufztehung der Jungen Zugabe von Ameisenpuppen. Zum Nisten wird eine

I eiserne hölzerne Schale, vielleicht ein Holzteller oder ein Stroh- kork geboten.

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Braifirtes Ochsenfilet. Ein Ochsenfilet von vier bis fünf Pfund spickt man mit feinem Speck und umwickelt e« mit Bindfaden, legt es in eine Bratschüssel, in welcher sich einige Speckstreifen, einige Scheiben von Zwiebeln und Ka­rotten, Thymian, Petersilie, Lorbeer u. f. w. befinden, salzt es, gießt ein halbes Glas guten Branntwein darüber und be­deckt es mit in Butter getränktem Papier. Bet stillem Feuer läßt man nun das Filet drei Stunden im Backofen, wobei man es fleißig mit aufgelöstem Liebig» Fleifchextract begießt, und richtet es mit der auf diese Weise entstehenden vorzüglichen Sauce auf einer Schüssel an, die man ringsum mit verschie­denen Gemüsen garnirt.

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Oelftecke aus Dielen zu entfernen. Beim Um- zuge sand ich in weißen gescheuerten Dielen einen großen, wohl schon jahrealten Oelfleck vor, der allen angewendeten Mitteln widerstand. Zuletzt versuchte ich folgende» Mittel. Der Fleck wurde mit grüner Seife bestrichen, mit Spiritus übergossen und dieser sodann angezündet. Selbstverständlich muß man sich mit den Kleidern von der Flamme fern halten. Rach dem Verlöschen wurde sofort mit der Bürste, mit weichem Wasser und Seife nachgescheuert; der Fleck war vollständig verschwunden. Petroleumflecke lassen sich ebenso entfernen.

Vermischtes.

Boshafter Trost.Ach, liebe Freundin, ich bin schrecklich unruhig und mache mir alle möglichen Vorstellungen!" Was ist denn los?"Mein Mann hat heute zum ersten Male an einer großen Treibjagd thellgenommen!" Run, nun, er wird doch nicht gleich das erste Mal jemanden treffen!"

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Pechvogel. Vorsitzender:Angeklagter, sind Sie ver- heirathet?" - Angeklagter: ,,J' hätt' schon g'möcht, aber vor lauter Einsperr'n bin i' net dazu 'komma!"

Rach dem Examen. Stud. juris:Wie doch die Zeit vergeht! Schon wieder durchgefallen!"

Kasernenhofblüthe.*Wachtmeister:RekrutMüller, stellen Sie sich nicht so nahe zum Kopf Ihres Pferde», sonst frißt es Ihnen das Stroh aus den Ohren heraus!"

Mißverstanden. Junge Dame:So, und jetzt meine Herrschaften, wollen wir die Pfänder einlösen I" Student (erschrocken aufspringend):Unmöglich, das kann ich nicht. Heute ist ja schon der vierundzwanzigste!"

Auskunftsmittel. Mutter (zu dem kleinen Max, der Morgens nicht aus dem Bett will):Max, wer wird denn so faul sein; steh auf und schäme Dich!» - Max:Ach, Muddt, ich kann mich ja auch im Bett schämen!"

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ÄAusgleich.Herr Wirth, Sie haben uns da ein altes Kalbfleisch vorgesetzt."Bitte, meine Herrschaften, um Ent­schuldigung - essen Sie es, gefälligst als junges Ochsenfleisch!"

Vergleich. Bauernjunge (lesend):Das Schwein frißt Alles, was ihm vorgeworfen wird." Bäuerin:Schau, Jockele, an dem nimm Dir e' Beispiel, das isch nit so schleckig wie Du!"

Wrtacti«»; Ä, scheqda, Druck und Verlag der Brüh lachen Druckerei Lhr. Piel sch) in Eießen.