Ausgabe 
4.10.1894
 
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Einfaches Mittel, um Schuhwerk wasserdicht zu machen. Da es im Herbste und Winter für die Ge- sundheit sehr wichtig ist, wasserdichte» Schuhwerk zu besitzen, so sei zur Herstellung desselben solgendes einfache Mittel empfohlen: Man lege die Schuhe oder Stiefeln etwa eine Stunde lang in dickes Seifenwasser. Die im Leder befind- liche Gerbsäure verwandelt das Seifenwafler in Fettsäure, und diese läßt das Eindringen von Feuchtigkeit durch das Leder nicht zu.

Das ist kein Grund - Sie hätten mitkomme sollen, . man, salls erforderlich, noch etwas Salz nach Bedarf hinzu, - «. E «ffW i» ®e*

, Ah, finde ich meine Nichte endlich hier?» erklang da , fleisch legt man in das Gemüse, wenn diese» fertig ist. Tante Aurelies milde Stimme, die mich wie ein feines Gift durchdrang;nun, hast Du Deinen kindischen Eigensinn end- lief) bereut

Bitte, Tante, erspare mir derartige Vorwürfe in Gegen­wart eines Fremden," fiel ich ihr scharf in's Wort.

Rodegg ist kein Fremder."

Dir vielleicht nicht aber mir," entgegnete ich.

(Fortsetzung folgt.)

GsineiirnrWges.

Wer im nächsten Jahre frühzeitig Kohl (Kraut) ernten will, sollte nicht versäumen, solchen sofort auszusäen, die Pflanzen im Herbst auf Garten­beete zu pflänzen, und sie hier im Freien überwintern zu lssien. Man pflanze sie hierbei so tief, daß das halbeHerz der Pflanze mit in die Erde kommt; die Pflanzen widerstehen der Kälte bester. Man kann die Pflanzen im Herbste auch in einen Mistbeetkasten setzen, etwas Laub darüber decken und sie erst im Frühjahre in den Garten pflanzen. Von solcher Aussaat kann man zuweilen schon um Johanni vollständig ausgebildete Köpfe ernten. * ,

Soll Wirsing eingemacht werden, so wüsten die äußeren, grünen, harten Blätter, welche die zarten Herzen umgeben, entfernt werden. Die Köpfe fchneidet man in der Mitte durch, bringt sie fünf Minuten in kochendes Master, trocknet sie nach dem Herausnehmen ab, bestreut sie mit Salz und legt sie in Steintöpfe. *

Die Kultur der Wiuter-Endivien in Töpfen. Wer hohe Erträge aus seiner Gärtnerei erzielen will, cultivrrt die Endivien in Töpfen in guter, nahrhafter Erde und stellt die Töpfe im Spätherbst und im Winter in einen Keller, Glashaus oder bergt. Raume auf einer Stellage auf. So behandelt, gehen die Endivien nicht in Fäulniß über und halten sich äußerst lange. Ein Endivienkopf wird im Winter ost mit 50 Pfg. bezahlt. - Verdient Nachahmung!

Cinerarie«, Primel uud Winterastern, wie alle diejenigen Pflanzen, welche jetzt wachsen, oder ihre Blüthen entwickeln sollen, können noch Morgens mit Dungwaster be- gossen werden, alle andern aber nicht. Die Kakteen, die fast gar nicht mehr zu begießen sind, kommen an einen Hellen, halb­warmen, trocknen Ort.

* * *

Wallnüffe ein Jahr lang gut zu erhalten. Man laste sie, ohne die grünen Schalen abzunehmen, einzeln ausgebreitet vier bi» sechs Wochen abtrocknen, lege sie dann in Weizenspreu oder in trocknen Sand oder in Salz und bringe sie an einen kühlen Ort.

Eicheln, im Herbste gesammelt, int Ofen geröstet, zu Mehl gemahlen und dem übrigen Futter in kleineren Mengen beigemischt, find gutes Hühnerfutter.

Bohnengemüse. Möglichst zarte grüne Bohnen werden abgezogen, gewaschen und in etwa 5 Centirneter lange und auch kleinere Stücke gebrochen. Dann thut man sie mit geschälten und in Stücke geschnittenen Kartoffeln und etwas sogenannten Bohnenkraut (auch Pfefferkraut genannt) in einen Topf, gießt Hammelbouillon durch einen Seiher darauf, daß sie darübersteht und kocht das Gemüse weich. Zuletzt fstgt

Vermischtes.

Der Helle Sachse. Ein gemüthlicher Sachse tritt als Vergnügungsreisender in ein Hotel in Berlin ein:Härnse 'mal , mei' gutester Herr Obergellner, ich möchte nämlich die Nacht die Ehre haben, in Ihrem Hotel zu schlafen." Ober­kellner:Mit Vergnügen, mein Herr; Sie wünschen doch jedenfalls erste oder zweite Etage vornheräus zu wohnen, die Aussicht ist ganz großartig!" -Na, wiffen Sie!, mei gu- testes Herrchen, wenn's hintenaus billiger ist, da möchte ich nun schon ganz gehorsamst bitten, mich dort einzuguartieren, denn in Sachsen Ham se eene recht alberne Angewohnheit. Oberkellner:So! so! Sie find doch nicht etwa nerven- l leidend?" Sachse:Ach nee, mei Verehrtester, dar ist's nu gerade nich; aber wiffen Se, mir Sachsen haben nämlich merschtenteels alle beim Schlafen die Dogen zu und da nützt uns doch die scheene Aussicht nich viel."

Weit ausgeholt. Vertheidiger (fein Plaidoyer be­ginnend):Als die Schlacht im Teutoburger Wald geschlagen wurde Präsident:Aber ich begreife nicht, Herr

Doctor, wozu das . . . ? " Vertheidiger (fortfahrend): ,Da ahnte wohl Niemand, daß ich meinen Klienten heute wegen Diebstahl» zu vertheidigen haben würde!"

Höhere Weisheit. Reiter:Komme ich auf diesem Wege in das Dorf......?"Nee, mei lutestes Herrchen;

da hätten Se muffen den Seitenweg neinreiten." Reiter: Da muß ich also rückwärts reiten?"Nu, das eegentlich nich; Se bärfett nut« Pferd rumdrehen, da können Se immer wieder vorwärt» reiten."

DerMond unentbehrlicher. Man fragte Jemanden, was ihm für die Menschen unentbehrlicher erscheine, der Mond oder die Sonne.Natürlich der Mond", antwortete er,denn bei Tag ist e« doch schon ohnehin hell."

Ersatz. Fräulein:Ich fürchte mich fast, diesen hohen Berg zu besteigen. Ein Esel wäre hier sehr nothwendig. Herr (galant):Stützen Sie sich auf mich, schönes Fräulein, und der Esel ist ersetzt." *

Rafsinirter Bescheid. Großmama:SagFritzchen, wenn ich einmal tobt bin, wirst Du auch häufig mein ,Grab besuchen?" Fritzchen:Gewiß, Großmama, aber ein Apfel-, Pflaumen« ober ein Kirschbaum muß darauf stehen."

Thierschutz. Gattin: *Warf, Eduard, ich werde Dir heut zum ersten Male ein kürzlich eingeübtes Lied Vorsingen- Gatte:Du mir etwas Vorsingen? Na, dann will ich erst den Papagei hinaustragen ; Du weißt jdoch, daß ich Mitglted de» Thierschutzvereine» bin."

Redaction: A. Scheyda. Druck und Berlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Ghr. Pietsch) in Gießen,