Ausgabe 
2.8.1894
 
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Al» der Advocat und Kilian eintraten, sprangen die Mäd­chen auf, schoben den Herren zwei Sessel hin und zogen sich in eine Zimmerecke zurück, wo sie miteinander zu flüstern be­gannen.

Durch das Geräusch zu sich gebracht, setzte sich die Pfei­ferin in ihrem Bett auf. In wirren Strähnen hing ihr da» weiße Haar um das verwitterte, runzelige, braune Gesicht, aus dem Nase und Kinn spitz hervorstachen. In den weitgeöffneten starren Augen schien das Leben nur noch leise zu glimmen. Hastig griff sie neben sich und führte eine kleine Flasche zum Munde, um einen Zug zu thun-

Im Zimmer verbreitete sich der Geruch von Hirschhorngeist.

Doctor Mark, der anfangs entsetzt zurückgewichen war, näherte sich dem Bette und sprach die Alte sanft an.

Sie verlangten nach mir. Wollten Sie mir eine Mit» theilung machen?"

Sie nickte mehrmals mit dem Kopfe.

Sie sind sehr krank," fuhr der Advocat fort.Sie sollten einen Arzt kommen lassen."

Nein," rief sie kreischend, setzte aber mit der weinerlichen Stimme eines eigensinnigen Kindes hinzu:Ich brauche keinen Arzt. Ich behandle mich selbst, ganz allein. Möcht' auch keinen Advocaten brauchen. Aber ich will ein Testament machen, bevor » zu End' geht."

Mir mußt Du die Uhr vermachen, die silberne Uhr," schrie eines der Mädchen und seine Augen glänzten.Daß Du sie nur der rothen Sali nicht gibst."

Ruhig!" fuhr Kilian die Sprecherin an-

Die Alte hatte zu schluchzen begonnen.

Die Sali die Undankbare die hat mich verlassen und läßt mich sterben, so allein so allein"

Was wollen Sie mir also sagen?" wandte sich Doctor Mark von Neuem an die Pfeiferin.

Habt Ihr'» so eilig?" raunte diese höhnisch.Wenn ich nicht will, erfahrt Ihr gar nichts."

Der Advocat flüsterte Kilian zu, er möge nach dem Arzt schicken, worauf der Detectiv einige Zeilen auf ein Blatt schrieb und dasselbe den Mädchen, die sofort das Zimmer ver­ließen, zur Besorgung übergab.

Recht ist'»," brummte die Pfeiferin,daß Ihr die Katzen hinausgejagt habt. Die brauchen nicht Alles zu wissen."

Was brauchen sie nicht zu wissen?" fragte Mark.

Die Alte starrte vor sich hin und begann dann schnell zu sprechen.

Ich hätte Euch Alles schon längst gesagt, aber sie hat mich nicht reden lassen, die Rosina. Sie war immer stolz und hat's gut gehabt in der Welt, aber ihre Mutter hat sie hungern lassen--"

Ihre Mutter? Sind Sie ihre Mutter?" rief der Advocat erstaunt.

Sie nickte eifrig.

Ha" sagte sie bitter,sie war beim Theater und schön und schön Alle sind ihr nachgerannt. Aber sie hat sie ausgelacht. Mit mir war sie gut, bis er gekom­men ist."

Wer?"

Er!" schrie sie wild.Er, der mein Kind verdorben hat! Und jetzt geht er da herum wie ein Heiliger verflucht"

Wen kann sie meinen ?" flüsterte Mark dem Detectiv zu.

Meinen!" höhnte die Alte, der die Frage nicht entgangen war,meinen ?! Diesen Weber Anton Weber!"

Die beiden Herren konnten sich eines Ausrufes des Er­staunens nicht enthalten-

Ja," fuhr die Alte mit schwacher Stimme fort.Da­mals waren sie jung, die Beiden ha, ha und dann war's mit einem Male aus und es ist nichts dageblieben, nichts als die Sali ihr Kind . . . Webers Tochter! Und g'rad so schön ist sie wie die Andere, die in Sau» und Braus lebt lihre Schwester. O, ich hab' sie gesehen in ihren seidenen Kleidern"

Sie begann zu weinen und sank auf ihr Lager zurück.

Doctor Philipp Mark saß in tiefem Sinnen da. Was er da gehört, er mußte es glauben. Es war so: die volle Wahrheit- Aber er konnte nicht annehmen, daß Weber sich um sein Kind nicht hätte bekümmern sollen. Das stand nicht in Uebereinstimmung mit dem Character dieses Mannes.

Wußte er, daß die Sali seine Tochter sei?" fragte er.

Nein, ich war nicht so dumm, es ihm zu sagen- Er hielt das Ding für tobt, nachdem Rosina ihn verlassen."

Sie lachte wie vergnügt in sich hinein.

Und warum haben Sie's ihm nicht gesagt!" brauste Mark auf.

Darum," antwortete sie mit Hohn.Darum! weil ich ihn Haffe wie eine giftige Schlange. Darum! Aus Rache! Haha! Sali, die, seht Ihr, die war auf dem besten Wege, meinesgleichen zu werden, als man sie mir genommen hat. Wißt Ihr, die Sali, seine Tochter! Eine Diebin, eine ganz gewöhnliche Diebin sollte sie werden, seine Tochter! Seine der da herumstolzirt wie die Gnade! Haha! Wär' sie's gewor­den und hält' man sie eingesperrt, seht Ihr dann wär' ich zu ihm gegangen und hält' ihm in's Ohr geschrieen: Da schau' sie an, Deine Tochter ich hab' sie zu Grunde gerichtet, wie Du die meine! Haha!"

Satan," dachte Mark.

Und darum habt Ihr eine unschuldige Seele verdorben!" sprach er entrüstet.

Predigt mir nicht," murmelte sie.Rächen hab' ich mich wollen! Auszahlen hab' ich ihn wollen, wie er mich be­zahlt hat, daß ich schweige. Da hab' ich's," rief sie, wild auf ihr Bettkiffen schlagend,da hab' ich's lauter Gold, gute» Gold! Hätt' ich's ihm nur vor die Füße geworfen! Aber mich hat's gezogen, mich hat's gezogen mit aller Macht. Ich mufft» nehmen, das verfluchte Geld! Weil ich gierig gewesen bin da­nach mein Leben lang, seht Ihr gierig wie ein Wolf! - Verfluchtes Gold!"

Der Advocat, von diesen hastig ausgesprochenen Worten erschüttert, wollte sich erheben, um die Pfeiferin zu verlafsen, al» die Thür aufging und beide Mädchen mit dem Arzte ein­traten.

Die Pfeiferin lag jetzt unbeweglich da, nur ihre Brust hob und senkte sich krampfhaft. Da» Gesicht hatte den höhni­schen Zug, den e» während der Rede angenommen, beibehalten und erschien noch wilder, noch verzerrter wie früher. Ihr Mund bewegte sich eigenthümlich, als spräche er weiter. Die Hand wühlte im Polster.

Der Arzt hatte ein Talglicht angezündet und hielt es der Sterbenden vor die Augen, welche sie jetzt für einen Augen­blick öffnete, um wie gedankenlos emporzuschauen. Dann, al» wäre ihr ein plötzlicher Gedanke gekommen, versuchte sie sich gewaltsam aufzusetzen und begann mit wimmerndem Tone: Mein Geld mein Geld Niemand darf» anrühren mir gehört es allein."

Der Arzt zuckte die Achseln.

Ich habe hier nicht» zu thun," sagte er,es wird bald aus fein."

Die Alte schien die» erfaßt zu haben. Es vermischte sich mit ihren Fieberphantasten. Sie stöhnte heiser:Aus aus! O, meine arme Rosina meine Rosel mein Sonnen­licht Du Undankbare! Immer warst Du gut gegen mich, bis er gekommen ist und Dich mitgenommen hat. Aber siehst Du," und ihre Stimme nahm einen weichen Klang an,siehst Du, Du bist doch gekommen zu Deiner alten Mutter, um bei ihr zu sterben."

Meine gute Frau," sprach ihr der Arzt sanft zu,wollen Sie nicht den Priester holen lassen?"

Sie wollte die Augen öffnen, konnte es aber nicht.

Warum?" hauchte sie.

Sie sind im Sterben," sagte er ernst.

Als hätte ihr dieses Wort neue Lebenskraft singehaucht, richtete die Pfeiferin sich wieder auf und umklammerte den Arm des Arztes.

Sterben sterben!" kam es in heiseren, gebrochenen