Ausgabe 
2.8.1894
 
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Das Geheimniß der Droschke

Von F. Hume.

(Fortsetzung.)

O, ich bitte herzlich um Entschuldigung," sagte der Arzt betroffen.Ich dachte augenblicklich an Jvanyi. Aber wie gesagt, trotzdem ich glaube, daß die Sache vorbedacht, mit allem Raffinement ausgeklügelt war, halte ich dafür, daß der Thäter nicht bei Sinnen gewesen sein müffe."

Welchen Grund haben Sie zu der Vermuthung, daß das Verbrechen vorbedacht war?" fragte Weber etwas ruhiger.

Ich habe mir die Sache so zurechtgelegt: In der Nacht vom 27. auf den 28. Mai wurde Wolski überwacht. Als Jvanyi ihn verließ, war jener Andere, der Unbekannte, schon darauf vorbereitet, vom Fiaker für ihn gehalten zu werden er war genau so gekleidet. . ."

Das scheint mir doch nicht stichhaltig," fiel.Weber ein. Ich selbst bin auch nicht anders gekleidet."

Bei diesen Worten, die auszusprechen er seine ganze Kraft zusammennahm, sah er dem Arzt scharf in die Augen. Dieser aber entgegnete ziemlich gleichmüthig:Dieser Umstand könnte allerdings reiner Zufall sein. Aber die Anwendung von Chloroform stellt die vorbedachte Absicht ganz außer Frage. Für gewöhnlich trägt man dieses Gift nicht bei sich."

Damit endete das Gespräch und Doctor Friedrich ging daran, Weber zu untersuchen. Es dauerte ziemlich lange und als der Arzt fertig war, nahm fein Gesicht einen sehr ernsten Ausdruck an. Trotzdem sagte er beruhigend:Es fehlt Ihnen nichts. Die Herzbewegungen sind freilich ein wenig schwach. Das ist aber auch Alles. Hüten Sie sich auf alle Fälle vor jeder Aufregung."

In diesem Augenblicke klopfte es an die Thüre und Mar­garethe trat ein mit den Worten:Destder ist fort und läßt Dich grüßen."

Als sie aber den Arzt erblickte, rief sie beunruhigt:Ist Papa Papa, bist Du krank?"

Ich habe es mir eingebildet, liebes Kind; aber der Arzt sagt Nein und dem müssen wir glauben," sagte er mit einem schwachen Lächeln.

Es fehlt Ihnen in der That gar nichts," bestätigte Doctor Friedrich,aber wie gesagt, meiden Sie jede Gemüths- bewegung."

Nachdem Weber das Zimmer verlassen hatte, bemerkte Margarethe die ernste Miene des Arztes.

Ist er in Gefahr?" fragte sie angstvoll.Ich sehe es

Ihnen an, er ist es. Sagen Sie mir Alles, ich bitte Sie darum."

Mein liebes Fräulein," sprach Doctor Friedrich sanft, ich will Ihnen die Wahrheit nicht verheimlichen."

Ich bitte Sie," flüsterte das Mädchen.

Er ist herzleidend."

Ist das sehr gefährlich?"

Ja- Ein großer Schreck . . ."

Sie hatte sich an seinen Arm geklammert, als wollte sie sich vor dem Umfallen schützen.

Sprechen Sie, sprechen Sie!"

Ein großer Schreck würde ihn unbedingt tödten."

Mein Gott!" schrie Margarethe auf und verbarg unter heftigem Schluchzen das Gesicht in den Händen-

XXIV.

Doctor Mark saß in seiner Kanzlei und las einen Brief Jvanyis, der ihm große Befriedigung zu gewähren schien. Ich will Ihnen Alle» sagen," schrieb sein Client,was ich über diesen Fall weiß, da ich darin das einzige Mittel sehe, Sie von weiteren Nachforschungen abzuhalten. Sie werden dann begreifen, warum ich so lange schwieg; ich weiß frei­lich nicht, wer das Verbrechen begangen hat, doch habe ich einen schweren Verdacht. Wollte Gott, ich hätte Rosina Mori nie gesehen. Sie werden mich bedauern, wenn Sie erst Alles wissen. Im Laufe der nächsten Tage werde ich Sie auf­suchen."

Zum Kuckuck," dachte der Advocat,wird er mir viel­leicht gestehen, daß er es war, der Wolski und daß die rothe Sali falsch ausgesagt hat, um ihn zu retten? Aber nein, da hätte sie ja nicht die letzte Stunde abgewartet. Obgleich es mein Princip ist, mich über nichts zu wundern, wird mich das Geständniß Jvanyis doch überraschen. Die Geschichte ist zu merkwürdig und scheint durchaus noch nicht bei ihrem Ende angelangt zu sein."

Eben klopfte es und Kilian trat ein-

Haben Sie zu thun?" fragte er kurz.

Gibt's was Neues?" gab Mark zurück und spielte nach­lässig mit seiner Uhrkette.

Nichts Besonderes!"

Wollten Sie mir etwa« mittheilen?" forschte der Ad- vocat, dessen Neugierde durch das wortkarge Wesen des Detec- tivs erregt wurde.

Ueber den Fall Wolski," gab Kilian ruhig zur Antwort.

Ah," rief Doctor Mark,haben Sie ihn erwischt?" Nein aber ich habe eine Idee."

1894.

Nr. 89

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Donnerstag, de« 2. August.